Prostatakrebs, Tumor der Prostata

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Prostatakrebs, Prostatakarzinom, Symptome, Risiko, Früherkennung, Heilung

 

Seite über Prostatakrebs:  Vorbeugung, Risikofaktoren, Ursachen, Symptome, Heilungschancen, Behandlung, Therapie, Bedeutung des Alters

Was ist Prostatakrebs

Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor desLage der Prostata Drüsengewebes der Prostata. Krebs entsteht durch veränderte Erbinformationen einzelnen Zellen.

Es sind nur winzige Brüche im Erbgut, welche die Zellen anfällig für Krebs machen. Diese Brüche entstehen an spezifischen Stellen der DNA, wenn das männliche Geschlechtshormon Testosteron auf die Zellen einwirkt. Sie führen dazu, dass bis dahin inaktive Krebsgene durch den hormonellen Einfluss aktiviert werden. Wenn sich die Zellen dem Kontrollmechanismus des Körpers entziehen, können sie sich ungebremst teilen und verdrängen das gesunde Gewebe.

Nach Forscher Schätzungen, von einem Tumor in der Größe eines Kubikzentimeters können sich täglich etwa eine Million Zellen ablösen, jedoch nur ein verschwindend kleiner Anteil davon kann sich zu einer Metastase entwickeln: Es müssen sehr viele Voraussetzungen zusammenkommen, dass es dem Tumor gelingt, sich auszubreiten.

Ob jemand an Krebs erkrankt oder nicht, bestimmen drei Faktoren: die Gene, der Lebensstil – und der Zufall. Letzterer entscheidet, ob ein Fehler im genetischen Code geflickt wird oder die Zelle entartet. Ebenso ist es Glückssache, ob eine entartete Zelle eliminiert wird, oder zum Tumor heranwächst.

Das Prostatakarzinom ist  im jugendlichen Alter am seltensten, wenn der Testosteronspiegel am höchsten ist.
Prostatakrebs entsteht erst dann, wenn mit dem Alter Testosteron- und Progesteron-Spiegel fallen und der Östrogenspiegel steigt; es kommt zu  einer dauerhaften Östrogendominanz.

Prostatakrebs ist die schlimmste Erkrankung der Prostata. Nach Schätzungen des Robert Koch Institutes erkranken jedes Jahr allein in Deutschland etwa 67.600 Männer (im Jahr 2014  sollen es um die 70.100 Neuerkrankungen sein), etwa zwei Prozent davon seien bei der Diagnose 50 Jahre alt oder jünger. In Deutschland zwei von 100 000 Männern erkranken schon im Alter zwischen 40 und 44 Jahren an Prostatakrebs.
In der Altersgruppe zwischen 20 und 24  Jahren erkranken durchschnittlich 0,1  Männer von 100.000 an Prostatkrebs.
Im Prinzip ist in jedem Alter möglich an Prostatakarzinom zu erkranken.

Die Ursache für Erkrankung bei jüngeren Männern ist meistens anders, als bei den älteren Männer, hier zum nachlesen: => Prostatakrebs bei jüngeren Männern

Mehr als 13.000 der Männer sterben jedes Jahr an einem Prostatakarzinom.
Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Neuerkrankungsrate an und erreicht ihren Höhepunkt zwischen dem 60. und 79. Lebensjahr. Bei den über 80-Jährigen ebbt die Kurve wieder ab.
Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs liegt bei ca. 93 %, wobei  auch nach mehreren Jahren ist möglich an Prostatakarzinom zu sterben (Rezidive, Entwicklung von Metastasen). 

Die Forscher des Hamburger Prostata-Zentrums haben eine Gewebe-Datenbank eingelegt, in dem sie rund 11.000 verschiedene Prostata Tumore dokumentiert haben, mit verschiedenen genetischen Subtypen, spezifischen Genfusionen oder Mutationen.


Erkennungsformen Prostatakrebs

Histologisch handelt es sich bei über 95 % um Adenokarzinome (entstehen aus entarteten Drüsenzellen).
Es werden folgende Hauptformen unterschieden:

  • Azinäres (drüsenartig) Adenokarzinom
  • Duktales Adenokarzinom (Ausführungsgänge der Prostatadrüse in die Harnrohre)
  • Muzinöses Adenokarzinom: aus Speicheldrüsen, nur selten bilden Metastasen, selten Hormonabhängig

Unter Prostatakarzinom versteht man eine bösartige Tumorerkrankung der Drüsengewebe der Prostata.

Abhängig von ihrem Ursprungsort werden die bösartige Tumore der Prostata folgend klassifiziert:

  • Prostatakarzinom, Epitheliale Tumoren (die am häufigsten auftreten): Sie gehen von Epithelzellen (Oberflächenzellen, darunter auch Drüsenzellen) aus.
  • Sarkome (sehr selten): Sie entstehen aus Zellen des Zwischengewebes der Prostata (z.B. Muskelzellen, Bindegewebe).
  • Sekundäre Tumoren (sehr selten): Sie wachsen aus der Nachbarschaft in die Prostata (z.B. Blasenkrebs ein oder sind Metastasen (Tochtergeschwülste) von bösartigen Tumoren an anderen Stellen des Körpers.

 

Indextumor der dominante Tumorherd der Prostata

Prostatakrebs ist eine multifokale Erkrankung mit heterogenem Tumor, das bedeutet, dass in der Prostata an mehreren Stellen mehrere Tumorherden entstehen, mit unterschiedlichen genetischen Subtypen und Mutationen.

Der Indextumor ist  der gefährlichste Haupttumor, ist auch in den meisten Metastasen zu finden.
Der Indextumor muss nicht der dominanteste, der größte und mit höchstem Gleason eingestufte Tumorherd sein. 

Bei einer Analyse von Tumorgewebe aus den Metastasen sind oft Tumorherden mit Gleason Score 3+3 zu finden.

Um den Indextumor zu identifizieren werden komplexe genetische Untersuchungsmethoden und ein neues molekulares Klassifizierungssystem notwendig.

 

Prostatakrebs Vorstufen

Bei der Untersuchung von Prostatagewebe nach einer Biopsie werden oft noch gutartige Tumoren und Krebsvorstufen gefunden.

  • AAH (atypische adenomatöse Hyperplasie): Verdächtiges Gewebe, keine Krebsvorstufe.
  • ASAP (engl. atypical small acinar proliferation = atypische mikroazinäre Proliferation): Verdächtiges Gewebe, keine Krebsvorstufe. Es wird jedoch empfohlen eine Biopsie innerhalb von 6 Monaten zu wiederholen.
  • LG-PIN (engl. low grade PIN = geringgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie): eine harmlose Veränderung in der Prostata
  • HG-PIN (engl. high grade PIN = hochgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie): gilt als  Krebsvorstufe (Präkanzerose) von Prostatakarzinom. Es wird empfohlen eine Biopsie innerhalb von 6 Monaten zu wiederholen. 

Wenn in der Prostata HG-PIN oder ASAP-Gewebe gefunden wird, wird eine erneute Biopsie (Rebiopsie) empfohlen. Es besteht große Wahrscheinlichkeit, dass in einem anderen Abschnitt der Prostata doch bösartige Tumorgewebe gefunden wird,

Bezüglich Entstehungsort von Prostatakrebs wird die Prostata in drei Zonen unterteilt:

  • zentrale Zone (10 % der Prostatakarzinome),
  • Transitionalzone (15 bis 20 % der Prostatakarzinome, meist so genannte inzidente Karzinome)
  • periphere oder posterolaterale Zone (70 bis 75 % der Prostatakarzinome, manifeste Karzinome).

Die in den Knochen entstehende Metastasen (Wirbelsäule, Becken und Strukturen, die am Rumpf oder nahe am Rumpf gelegen sind) sind fast immer osteoblastisch (knochenbildend).

Andere seltene Malignome sind neuroendokrine Tumore unterschiedlicher Differenzierung, Urothelkarzinome, Plattenepithelkarzinome, Lymphome u.a.

Neuroendokrine Tumore, neuroendokrine Tumorzellen

Das neuroendokrine Prostatakarzinom (NEPC) ist eine androgenunabhängige Variante des Prostatakarzinoms.
Sehr seltene Tumore der Prostata, bilden sehr wenig oder gar kein PSA (PSA-negativ) und besitzen wenige oder gar keine Androgen-Rezeptoren.
Das gewöhnliche Adenokarzinom der Prostata besteht überwiegend aus exokrinen Tumorzellen, die PSA-produzieren.
Zusätzlich  können in unterschiedlicher Anzahl in allen Prostatakarzinomen  neuroendokrine (NE) Tumorzellen vorkommen.
Die neuroendokrine Zellen können sich während einer Langzeithormontherapie weiter entwickeln.

Diese seltenere Form von Prostatakrebs charakkterisiert sich durch:

  • die PSA-Werte sind häufig niedrig
  • Knochenmetastasen sind in der Regel osteolytisch (Knochen abbauend) statt aufbauend (osteplastisch)
  • metastasiert oft in die Leber und/oder Lunge
  • die mittlere Überlebenszeit betrug ca. 12 Monate.
  • die NE-Tumorzellen sind relativ strahlenresistent und potenziell unsterblich.

Bei einer PSA Negativität oder einer neuen viszeralen Metastasierung, ist eine Re-Biopsie mit neuerlicher histologischer Untersuchung hilfreich. 
Bei einem neuroendokrinem Karzinom wird die  Behandlung solle sich auf die Veränderungen richten.  Empfehlenswert sind z.B.:

– Ersttherapie  mit Docetaxel + Carboplatin
– Zweitlinie: Etoposide + Cisplatin 

Zum Beginn von Prostatakrebs ca. 2% der Zellen sind hormonunabhängig.

In einer amerikanischen Studie vom Jahr 2015 wurden Metastasen bei CRPC punktiert.
Bei etwa ein Drittel der Patienten, wurden Zellen entdeckt, die andere pathologische und genetische Eigenschaften haben, als das bisher bekannte kleinzellige oder neuroendokrine Karzinom.  Sie haben dieser Pathologie den Namen Intermediate Atypical Carcinoma (IAC) gegeben.

Wachstumsmuster Prostatakrebs:

  • glandulär beziehungsweise azinär (drüsenartig),
  • kribriform (siebartig)
  • solide

Risikofaktoren für Prostatakrebs

  • zunehmendes Alter: am häufigsten sind Männer zwischen dem 70. und 74. Lebensjahr betroffen
  • ethnischer Hintergrund: afro-amerikanische Männer erkranken häufiger an Prostatakrebs als weiße Amerikaner und auch doppelt so häufig daran sterben (Untersuchungen aus den USA zeigen ein Widerspruch zu dieser Aussage. Diese deutlichen Unterschiede werden hauptsächlich mit den im Mittel schlechteren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen der schwarzen Amerikaner erklärt. Dies führt u. a. dazu, dass Afro-Amerikaner seltener zum Arzt gehen und der Tumor in der Regel wesentlich später, in einem deutlich fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird).
  • Familienanamnese: wenn nahe Verwandte, etwa Vater oder Bruder, an Prostatakrebs erkrankt sind, ist das Risiko eines Mannes, ebenfalls Prostatakrebs zu entwickeln, erhöht.
    Ein erhöhtes Risiko besteht auch, wenn eine weibliche Verwandte an Brustkrebs erkrankt ist, zu 50% vererbbar auf die Kinder: => BRCA Gen Mutation.
    Es wurde auch eine Mutation von HPC-1-Gen (hereditary prostate cancer-1, erbliche Prostatakrebs-1)  identifiziert, die mit einem früheren Prostatakrebs in verbindung gebrachr wird. 

     Derzeit geht man davon aus, dass etwa 5 bis 10 Prozent aller Prostatakarzinome erblich bedingt sind.
    Männer mit einem Prostatakarzinom vor dem 55. Lebensjahr haben in 30–40 % der Fälle eine familiäre Vorbelastung.
  • Ernährung: es gibt nur Hinweise, dass eine Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Fetten ein Risikofaktor ist. Regelmäßiger Verzehr von Obst und Gemüse könnte dagegen eine gewisse Schutzwirkung gegen Prostatakrebs haben. Wissenschaftlich lässt sich das aber nicht nachweisen.
  • Das Risiko für ein Prostatakarzinom bei Japanern, die nach Amerika ausgewandert sind, wie Experten vermuten, liegt an der veränderte Ernährung und der veränderte Lebensstil die den Hormonhaushalt der Männer beeinflussen. Siehe auch: => Japaner, Sojabohnen, ProstatakrebsVerzehr von Sojabohnen solle auch den Testosteronspiegel  senken.
  • Chronische Prostatitis: es wird eine Verbindung zwischen einer chronischen prostatischen Entzündung und der Entstehung eines Prostatakarzinoms vermutet => Prostatitis
  • Mutation des BRCA1-Gens. BRCA1 spielt auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Brust-, Ovarial-, Kolon-, Pankreas- und Prostatakarzinomen.

Erkenntnisse von Kongress der European Association of Urology, EAU 2013

Genetische Risikofaktoren für das Prostatakarzinom BRCA2 und HOXB13 sind nützlich, um ein Hochrisikokarzinom vorherzusagen. Genetische Faktoren können in der Tumortypisierung und in der Folge bei unterschiedlichen Therapieformen eine wichtige Rolle spielen. Wenn aggressive Tumore identifiziert werden, ist dies ein wichtiger Schritt, um Überdiagnose und Übertherapie zu vermeiden.

Neue Studien zeigen, dass 11,8 Prozent der Männer mit fortgeschrittenem metastasierten Prostatakrebs  eine BRCA1 oder BRCA2 Gen-Mutation haben.

 

Schlechte Prognose bei Männern mit Diabetes Typ-2

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung hat im Februar 2018 informiert, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes erkranken zwar seltener an Prostatakrebs als Patienten ohne Diabetes, allerdings ist die Sterblichkeit höher.
Prostatakrebs-Patienten mit Diabetes haben deutlich häufiger Metastasen in den Lymphknoten. 
Forscher konnten zeigen, dass bei den Betroffenen der Androgenrezeptor sowie mitogene Formen des Insulinrezeptors verstärkt exprimiert werden. Dies könnte erklären, warum Patienten mit Diabetes bei Prostatakrebs eine schlechtere Prognose haben.
 
 

Andere Risikofaktoren sind:
Alter, Familiengeschichte, Strahlenbelastung, die angestammte geografische Herkunft und Ethnie, z. B. höhere Inzidenz in Schweden als in Italien. Zu den „ungewissen“ Risiken zählen laut Adipositas, Rauchen, Einsatz von Statinen, Diabetes und Harnweginfekte.

 

Prostatakrebs Vorbeugen

  • Lebensstil und Ernährung. Es gibt keine ausreichend gesicherten Daten zur Prävention des Prostatakarzinoms durch Änderungen des Lebensstils oder durch bestimmte Formen und Bestandteile der Ernährung.
  • Eine Studie zu Selen und Vitamin E zeigte keinen positiven Effekt. Die Aufnahme hochdosierter Vitaminpräparate kann das Risiko für aggressive Formen des Prostatakarzinoms erhöhen.
  • Medikamente. Die 5-alpha -Reduktase Inhibitoren Finasterid und Dutasterid vermindern das Risiko für die Diagnose eines Prostatakarzinoms um 20 – 25 % (der gemessene PSA-Wert wird durch die Medikamente halbiert).
    Ein signifikanter Einfluss auf die krebsspezifische oder die Gesamt-Überlebenszeit ist durch die medikamentöse Prävention nicht nachgewiesen. Hauptnebenwirkungen sind Erektionsprobleme, Nachlassen der Libido und Gynäkomastie (Brustwachstum).

 

Prostatakrebs Früherkennung

Zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Krebs – Früherkennung für Männer gehört nur die jährliche, digitale rektale Untersuchung (DRU) ab dem 45. Lebensjahr.

Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt, alle Männer, die mindestens 40 Jahre alt sind und eine mutmaßliche Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren haben, über die Möglichkeit einer Früherkennung zu informieren und über die Vor- und Nachteile aufzuklären

  • Digitale rektale Untersuchung (DRU) Der Bereich der Prostata, der dem Darm nicht zugewandt ist, kann nicht ertastet werden. Es ist nicht zu ausschließen, dass bei der Untersuchung keine Auffälligkeiten auftreten, aber Tumor in der Prostata wächst
  • PSA, die Bestimmung des Prostata – spezifischen Antigens (PSA) ist ein geeigneter Parameter zur Verlaufsbeobachtung von Patienten mit Prostatakarzinom. Seit mehr als 20 Jahren wird PSA auch im Screening asymptomatischer Männer eingesetzt. Sensitivität und Spezifität dieses Parameters sind abhängig von der Definition des Schwellenwertes. Bei einer Grenze von 4 ng/ml ist die Sensitivität zur Detektion eines Prostatakarzinoms hoch. Die Spezifität sinkt mit zunehmendem Alter.

Symptome Prostatakrebs

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Prostatakrebs

Es gibt keine Frühsymptome. Wenn die Beschwerden auftreten, ist der Tumor vermutlich schon im fortgeschrittenen Stadium. Bei festgestellter Erkrankung die klinischen Beschwerden unterscheiden sich oft nicht von einer => benignen Prostatahyperplasie: Schmerzen beim Wasserlassen, Harndrang, erschwertes, lang andauerndes Wasserlassen, Nachtröpfeln.

Lokale Symptome (absteigende Häufigkeit):

  • Miktionsbeschwerden
    • verlängerte Miktion mit schwachem Harnstrahl
    • Inkontinenz
    • Pollakisurie (häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen)
    • Nykturie (vermehrtes, nächtliches Wasserlassen)
    • Dysurie (erschwerte, gewollte Blasenentleerung)
    • Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen)
  • Erektionsstörungen
  • perineales Druckgefühl
  • Hämaturie (Blut im Urin)
  • Hämatospermie (Blut im Sperma)

Allgemeinsymptome bei fortgeschrittener Erkrankung:

  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Leistungsknick
  • Anämie
  • paraneoplastische Syndrome, z. B. Thromboseneigung

Weitere häufigere Symptome aufgrund von Metastasen sind Knochenschmerzen oder pathologische Frakturen bei Skelettmetastasen.
Seltene Komplikationen sind Lymphödem bei ausgeprägten iliakalen (in Abdomen und Becken) Lymphknotenmetastasen, neurologische Symptome bei cerebraler (Gehirn) Metastasierung oder bei spinaler Kompression durch Wirbelkörpermetastasen, Husten und Dyspnoe bei pulmonaler (Lunge) und / oder pleuraler (Brustfell) Metastasierung, Ikterus (Gelbsucht) und Leberinsuffizienz bei fortgeschrittener Lebermetastasierung.

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Der Prostatakrebs wächst meistens multifokal, gleichzeitig an verschiedenen Stellen der Prostata, was eine sogenannte fokale Therapie (nur das Karzinom selbst) erschwert.
Nach einer Prostata Ektomie (operative Entfernung der Prostata) und auch nach einer Bestrahlung  kommt (mit zeitlichen Verzögerung) zur Beschädigung der Nerven die sich auf der Seite befinden. Durch die Beschädigung der Nerven wird behandelte Patient zu mindestens teilweise Impotent. Wenn ein Teil der Nerven erhalten werden konnten, es kann versucht werden, mit potenzsteigernden Mitteln, wie z. B. Viagra, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erzielen. Andere Nebenwirkungen der Prostata Ektomie und einer Bestrahlung können Inkontinenz und verkürzte Penis sein.

Prostatakrebs kann zu bleibenden Behinderungen eines Patienten führen. Informationen darüber finden Sie hier => Schwerbehinderung wegen Prostatakrebs

Ein Großteil der Betroffenen hat einen lokal begrenzten Tumor. In diesem Fall kommen vier Behandlungswege infrage:

  • Das operative Entfernen der Prostata,
  • Die Bestrahlung von außen,
  • Die Behandlung des Tumors mittels dauerhaft in der Prostata platzieren Strahlenquellen, die sogenannte Brachytherapie oder
  • die aktive Überwachung (active surveillance) mit regelmäßigen Kontrollen und der Einleitung weiterer Therapieschritte bei Fortschreiten der Krankheit.

Rezidiv, Rückfall bei Prostatakrebs

Über einen Rezidiv spricht man, wenn nach der Behandlung zum erneuten Wachstum des Tumors kommt.

Ein “biochemisches Rezidiv” bedeutet, dass die Laborwerte (z.B. PSA-Wert) auf einen Rückfall hindeuten.

Nach der S3-Prostatakarzinom-Leitlinien wird das biochemische Rezidiv folgend definiert:

  • Nach radikaler Prostataektomie in mindestens zwei Messungen bestätigte PSA-Wert steigt auf > 0,2 ng/ml
  • Nach alleiniger Strahlentherapie (Prostata bleibt erhalten) in mindestens zwei Messungen bestätigte PSA-Wert steigt um > 2 ng/ml über dem tiefsten nach der Behandlung gemessenen Wert.

Die Bezeichnung Lokalrezidiv bedeutet das Wiederauftreten des Tumors am selben Ort (z.B. in der Prostataloge).
Die manchmal benutzte Bezeichnung „systemisches Rezidiv“ bedeutet, dass das Prostatakarzinom schon Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet hat.

“Klinisches Rezidiv” bedeutet, dass da Prostatakarzinom verschiedene spürbare Folgen verursacht hat, wie Metastasenschmerzen, abgedrückte Nerven, zerstörte Knochen.

Ein Rezidiv muss nicht in jedem Fall behandelt werden, sondern kann unter Umständen zunächst erst einmal weiter beobachtet werden.

 

Nicht immer ist die Erkrankung auf die Prostata begrenzt. Oft wird das erst bei der operativen Entfernung der Prostata festgestellt. Die Krankheit ist leider nicht mehr heilbar. Es ist aber möglich das Leben zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern. Mögliche Therapien sind:

  • Bestrahlung der Prostataloge
  • Hormonblockade
  • Chemotherapie

Wird ein Prostatakarzinom während der Hormonbehandlung kastrationsresistent, so waren die darauffolgenden medianen Überlebensaussichten der Patienten bis vor 10 Jahren nur etwa 12 Monate.
Mittlerweile kann das Überleben der Patienten in diesem Stadium durch den sequentiellen Einsatz neuer Medikamente auf 23-35 Monate (und mehr) verlängert werden.

Das Tumorwachstum ist meistens von dem männlichen Hormon Testosteron abhängig. Ohne Testosteron kann der Krebs nicht wachsen. Mehr über Testosteron finden Sie auf der Seite => Testosteron.

Der Männliche Hormon wird auch Androgen genannt. Wenn bei einer Hormonblockade, der PSA Wert geht herunter, sprechen wir über einen hormonabhängigen oder androgen abhängigen Prostatakrebs. Wenn trotz Hormonblockade der PSA Wert steigt, ist der Tumor hormonresistent, androgen unabhängig, Hormonrefraktär.

Bedeutung des Alters als Haupt”risiko” für den Prostatakrebs

eine Schätzung der Krebsregister in Deutschland:

  • Von 1.000 heute 40Jährigen wird innerhalb der nächsten zehn Jahre höchstens einer an Prostatakrebs erkranken.
  • Bei den heute 50 Jährigen wird in den nächsten zehn Jahren einer von 71 Männer betroffen sein
  • Zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr wird es ein Mann von 21 betroffen sein
  • ab dem Alter von 70 Jahren jeder 16. Mann innerhalb der nächsten zehn Jahre mit der Diagnose eines Prostatatumors rechnen muss.

 

Heilungschancen Prostatakrebs

Eine Behandlung mit Aussicht auf Heilung ist nur dann möglich, wenn das Karzinom noch keine Metastasen (Absiedlungen) gebildet hat. Wenn der Prostatakrebs die Kapsel schon überschritten hat, ist eine Heilung nur dann möglich, wenn der Operateur während der OP das ganze Krebsgewebe entfernt. Ein noch in der Prostata befindlicher Tumor kann schon Metastasen abgesetzt haben.

Die Heilungschancen sind gut, wenn der Krebs frühzeitig diagnostiziert wird und nicht aggressiv ist. Diagnostiziert wird der Tumor durch den Anstieg des PSA-Wertes, der rektalen Untersuchung, einer Sonographie und einer Biopsie- (Gewebeentnahme).

Heilung bedeutet nicht völlig gesund werden, sondern inneren Frieden finden und das Leben trotz Behinderungen voll ausschöpfen.

Es gibt viele Möglichkeiten das Leben zu verlängern. Wichtig ist: NICHT AUFGEBEN

 

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2 Kommentare

  1. ich bin 65 jährig. seit einem halben jahr wiederkehrend blut im ejakulat. sämtlche untersuchungen psa , 0,2 sit jahren, rektal, elastographie, drus. ohne befund. e fing an, als meine frau pilzinfektion ( clamyden )hatte.Urologe meint keine antibiotika. Verzweifelt, uberlege suizid, da ich nicht krebs ausleben möchte. danke

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