Prostatakrebs, Tumor der Prostata, Grundwissen

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Was ist Prostatakrebs

Prostatakrebs oder Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor des Drüsengewebes der Prostata. Krebs entsteht durch veränderte Erbinformationen einzelnen Zellen.
Lage der Prostata, was ist Prostatakrebs
Es reichen nur winzige Brüche im Erbgut um  die Zellen anfällig für Veränderung zu machen. Die Brüche entstehen an spezifischen Stellen der DNA, wenn das männliche Geschlechtshormon Testosteron auf die Zellen einwirkt. Sie führen dazu, dass inaktive Krebsgene durch den hormonellen Einfluss aktiviert werden. Wenn sich die Zellen dem Kontrollmechanismus des Körpers entziehen, können sie sich ungebremst teilen und verdrängen das gesunde Gewebe.

Nach Forscher Schätzungen, von einem Tumor in der Größe eines Kubikzentimeters können sich täglich etwa eine Million Zellen ablösen, jedoch nur ein verschwindend kleiner Anteil davon kann sich zu einer Metastase entwickeln: Es müssen sehr viele Voraussetzungen zusammenkommen, dass es dem Tumor gelingt, sich auszubreiten.

Ob jemand an Krebs erkrankt oder nicht, bestimmen drei Faktoren: die Gene, der Lebensstil – und der Zufall. Letzterer entscheidet, ob ein Fehler im genetischen Code vom Körper repariert wird oder die Zelle entartet. Es ist eine Glückssache, ob eine entartete Zelle eliminiert wird, oder sich weiter zu einem Karzinom entwickelt. Auch das Alter wichtig ist.

Prostatakrebs Alter

Prostatakrebs ist  im jugendlichen Alter am seltensten, wenn der Testosteronspiegel am höchsten ist.
Prostatakrebs entsteht erst dann, wenn mit dem Alter Testosteron- und Progesteron-Spiegel fallen und der Östrogenspiegel steigt; es kommt zu  einer dauerhaften Östrogendominanz.

Nach Schätzungen des Robert Koch Institutes erkranken jedes Jahr allein in Deutschland etwa 67.600 Männer (im Jahr 2014  sollen es um die 70.100 Neuerkrankungen sein), davon etwa zwei Prozent seien bei der Diagnose im Alter von 50 Jahre oder jünger. In Deutschland erkranken zwei von 100 000 Männern an Prostatakrebs schon im Alter zwischen 40 und 44 Jahren.
In der Altersgruppe zwischen 20 und 24  Jahren erkranken durchschnittlich 0,1  Männer von 100.000 an Prostatkrebs.
Im Prinzip ist in jedem Alter möglich an Prostatakarzinom zu erkranken.

Die Ursache für Erkrankung bei jüngeren Männern ist meistens anders, als bei den älteren Männer, hier zum nachlesen:  Prostatakrebs bei jüngeren Männern

Mehr als 13.000 der Männer sterben jedes Jahr an einem Prostatakarzinom. Im Jahr 2016 verstarben in Deutschland 13.408 Männer an einem Prostatakrebs.

Im Alter von 45 Jahren steigt die Prostatakrebs Neuerkrankungsrate an und erreicht ihren Höhepunkt zwischen dem 60. und 79. Lebensjahr. Ab dem Alter von 80 Jahren ebbt die Kurve wieder ab.
Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs liegt bei ca. 93 %, wobei  auch nach mehreren Jahren ist möglich an Prostatakarzinom zu sterben (Rezidive, Entwicklung von Metastasen). 

Die Forscher des Hamburger Prostata-Zentrums haben eine Gewebe-Datenbank eingelegt, in dem sie rund 11.000 verschiedene Prostata Tumore dokumentiert haben, mit verschiedenen genetischen Subtypen, spezifischen Genfusionen oder Mutationen.


Erkennungsformen Prostatakrebs

Histologisch handelt es sich bei über 95 % um Adenokarzinome (entstehen aus entarteten Drüsenzellen).
Es werden folgende Hauptformen unterschieden:

  • Azinäres (drüsenartig) Adenokarzinom
  • Duktales Adenokarzinom (Ausführungsgänge der Prostatadrüse in die Harnrohre)
  • Muzinöses Adenokarzinom: aus Speicheldrüsen, nur selten bilden Metastasen, selten Hormonabhängig

Laut Studien (Onko Internetportal)  bei Duktalen Adenokarzinom können  bereits bei niedrigem PSA-Wert  etastasen auftreten.

Abhängig von ihrem Ursprungsort werden die bösartige Tumore der Prostata folgend klassifiziert:

  • Prostatakarzinom, Epitheliale Tumoren (die am häufigsten auftreten): Sie gehen von Epithelzellen (Oberflächenzellen, darunter auch Drüsenzellen) aus.
  • Sarkome (sehr selten): Sie entstehen aus Zellen des Zwischengewebes der Prostata (z.B. Muskelzellen, Bindegewebe).
  • Sekundäre Tumoren (sehr selten): Sie wachsen aus der Nachbarschaft in die Prostata (z.B. Blasenkrebs ein oder sind Metastasen (Tochtergeschwülste) von bösartigen Tumoren an anderen Stellen des Körpers.

 

Wachstumsmuster Prostatakrebs

Beim Prostatakarzinom kommen verschiedene histopathologische (erkennbar durch eine mikroskopische Untersuchung von Gewebe) Wachstumsmuster vor:

  • glandulär beziehungsweise azinär (drüsenartig, Glandula = Drüse),
  • solide (Tumoren mit festem Gewebe)
  • Kribriform (cribriform = siebartig), zählt zu den agressiven Tumortypen,
    unregelmäßige Zellen mit einem ungeordneten Wachstumsmuster, die keine drüsenartigen Bestandteile mehr aufweisen,
    produzieren nur wenig PSA, sind im MRT schlechter sichtbar als andere Krebszellen,
    Sie sind weniger hormonempfindlich, können schnell hormonunabhängig werden, vermutlich können auch weniger strahlenempfindlich sein.

Bei mir in der Biopsie wurde Prostatakrebs mit kribiformer Muster nachgewissen

Der Nachweis kribiformer Muster in Prostatakarzinomen in der Stanzbiopsie prognostiziert ein signifikant erhöhtes Risiko auf Metastasen und senkt die Überlebensrate.

Da Prostatakrebs eine multifokale Erkrankung ist, können die verschiedene Wachstumsmuster gleichzeitig nebeneinander vorkommen.

Prostatakarzinom Stadien

Für die Beurteilung von Prostatakrebs, besonders wenn es um mögliche zugelassene Therapiemöglichkeiten geht, spricht man über verschiedenen Stadien von Prostatakarzinom.

 hormonnaives Prostatakarzinom HNPC

bezeichnet ein Stadium der Erkrankung, in dem der Patient noch nicht mit ADT behandelt worden ist

nicht metastasiertes hormonsnsitives Prostatakarzinom nMHSPC

bezeichnet ein Stadium, in dem der Patient aufgrund von PSA-Wachstum (ein Rezidiv) mit Hormontherapie behandelt wird, Metastasen sind im CT, MRT, Knochenscan nicht sichtbar

metastasiertes hormonsnsitives Prostatakarzinom mHSPC

bezeichnet ein Stadium in dem Metastasen nachgewiesen wurden und die ADT (Hormontherapie) wirkt, der PSA-Wert unter ADT steigt nicht an

nicht metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom nmCRPC

bezeichnet ein Stadium in dem unter einer ADT PSA-Wert steigt, Metastasen sind im CT, MRT, Knochenscan nicht sichtbar (PSMA-PET-CT wird dabei nicht in Betracht gezogen, da nicht überall verfügbar ist).
nmCRPC macht 2-8% aller Prostatakarzinome aus

metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom mCRPC

bezeichnet ein Stadium in dem unter einer ADT PSA-Wert steigt, Metastasen wurden mit Bildgebung nachgewisen

 

Indextumor der dominante Tumorherd der Prostata

Prostatakrebs ist eine multifokale Erkrankung mit heterogenem Tumor, das bedeutet, dass in der Prostata an mehreren Stellen mehrere Tumorherden entstehen, mit unterschiedlichen genetischen Subtypen und Mutationen.

Der Indextumor ist  der gefährlichste Haupttumor, ist auch in den meisten Metastasen zu finden.
Der Indextumor muss nicht der dominanteste, der größte und mit höchstem Gleason eingestufte Tumorherd sein. 

Bei einer Analyse von Tumorgewebe aus den Metastasen sind oft Tumorherden mit Gleason Score 3+3 zu finden, also Herden, die Ursprung aus wenig aggresiven Karzinom haben.

Um den Indextumor zu identifizieren werden komplexe genetische Untersuchungsmethoden und ein neues molekulares Klassifizierungssystem notwendig.
Index Tumor wurde von Haffner et al beschrieben.

 

Prostatakrebs Vorstufen

Bei der Untersuchung von Prostatagewebe nach einer Biopsie werden oft noch gutartige Tumoren und Krebsvorstufen gefunden.

  • AAH (atypische adenomatöse Hyperplasie): Verdächtiges Gewebe, keine Krebsvorstufe.
  • ASAP (engl. atypical small acinar proliferation = atypische mikroazinäre Proliferation): Verdächtiges Gewebe, keine Krebsvorstufe. Es wird jedoch empfohlen eine Biopsie innerhalb von 6 Monaten zu wiederholen.
  • LG-PIN (engl. low grade PIN = geringgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie): eine harmlose Veränderung in der Prostata
  • HG-PIN (engl. high grade PIN = hochgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie): gilt als  Krebsvorstufe (Präkanzerose) von Prostatakarzinom. Es wird empfohlen eine Biopsie innerhalb von 6 Monaten zu wiederholen. 

Wenn in der Prostata HG-PIN oder ASAP-Gewebe gefunden wird, wird eine erneute Biopsie (Rebiopsie) empfohlen. Es besteht große Wahrscheinlichkeit, dass in einem anderen Abschnitt der Prostata doch bösartige Tumorgewebe gefunden wird.

Prostatakrebs Vorstufen in der Familiengeschichte sind genauso relevant für Entstehung von invasiven Formen von Prostatakarzinom und auch auf die Sterblichkeit  bei Verwandten. (Quelle aerztezeitung.de/…/Familiaeres-Risiko-fuer-Prostatakrebs)

Lage von Prostatakarzinom

Prostatakarzinome befinden sich sehr oft in peripheren (am Rande) Zone der Prostata, also in Kapselnähe.
Bezüglich Entstehungsort von Prostatakrebs wird die Prostata in drei Zonen unterteilt:

  • zentrale Zone (10 % der Prostatakarzinome),
  • Transitionalzone, Übergangszone: vor und seitlich des Anfangsteils der Harnröhre (15 bis 20 % der Prostatakarzinome, meist so genannte inzidente Karzinome, zufällig entdeckte)
  • periphere oder posterolaterale (hinten und seitlich) Zone (70 bis 75 % der Prostatakarzinome, manifeste, deutlich erkennbare Karzinome).

Die in den Knochen entstehende Metastasen (Wirbelsäule, Becken und Strukturen, die am Rumpf oder nahe am Rumpf gelegen sind) sind fast immer osteoblastisch (knochenbildend). Osteolytische Metastasen (knochenabbauende), wie bei Brustkrebs, verursachen öfter Knochenbrüche als  osteoblastische Metastasen.

Andere seltene Malignome sind neuroendokrine Tumore unterschiedlicher Differenzierung, Urothelkarzinome, Plattenepithelkarzinome, Lymphome u.a.

Neuroendokrine Tumore, neuroendokrine Tumorzellen

Das neuroendokrine Prostatakarzinom (NEPC) ist eine androgenunabhängige Variante des Prostatakarzinoms.
Die seltene Tumore der Prostata bilden wenig oder gar kein PSA (PSA-negativ) und besitzen wenige oder gar keine Androgen-Rezeptoren.
Das gewöhnliche Adenokarzinom der Prostata besteht überwiegend aus exokrinen Tumorzellen, die PSA-produzieren.
Zusätzlich  können in unterschiedlicher Anzahl in allen Prostatakarzinomen  neuroendokrine (NE) Tumorzellen vorkommen.
Die neuroendokrine Zellen können sich während einer Langzeithormontherapie weiter entwickeln.

Diese seltenere Form von Prostatakrebs charakkterisiert sich durch:

  • die PSA-Werte sind häufig niedrig
  • Knochenmetastasen sind in der Regel osteolytisch (Knochen abbauend) statt aufbauend (osteplastisch)
  • metastasiert oft in die Leber und/oder Lunge
  • die mittlere Überlebenszeit betrug ca. 12 Monate.
  • die NE-Tumorzellen sind relativ strahlenresistent und potenziell unsterblich.

Bei einer PSA Negativität oder einer neuen viszeralen Metastasierung, ist eine Re-Biopsie mit neuerlicher histologischer Untersuchung hilfreich. 
Bei einem neuroendokrinem Karzinom die Behandlung solle sich auf die Veränderungen richten.  Empfehlenswert sind z.B.:

– Ersttherapie  mit Docetaxel + Carboplatin
– Zweitlinie: Etoposide + Cisplatin 

Zum Beginn von Prostatakrebs sind ca. 2% der Zellen hormonunabhängig.

In einer amerikanischen Studie vom Jahr 2015 wurden Metastasen bei CRPC punktiert.
Bei etwa ein Drittel der Patienten, wurden Zellen entdeckt, die andere pathologische und genetische Eigenschaften haben, als das bisher bekannte kleinzellige oder neuroendokrine Karzinom.  Sie haben dieser Pathologie den Namen Intermediate Atypical Carcinoma (IAC) gegeben.

Risikofaktoren für Prostatakrebs

  • zunehmendes Alter: am häufigsten sind Männer zwischen dem 70. und 74. Lebensjahr betroffen
  • ethnischer Hintergrund: afro-amerikanische Männer erkranken häufiger an Prostatakrebs als weiße Amerikaner und auch doppelt so häufig daran sterben (Untersuchungen aus den USA zeigen ein Widerspruch zu dieser Aussage. Diese deutlichen Unterschiede werden hauptsächlich mit den im Mittel schlechteren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen der schwarzen Amerikaner erklärt. Dies führt u. a. dazu, dass Afro-Amerikaner seltener zum Arzt gehen und der Tumor in der Regel wesentlich später, in einem deutlich fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird).
  • Familienanamnese: wenn nahe Verwandte, etwa Vater oder Bruder, an Prostatakrebs erkrankt sind, ist das Risiko erhöht ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken.
    Ein erhöhtes Risiko besteht auch, wenn eine weibliche Verwandte an Brustkrebs erkrankt ist, zu 50% vererbbar auf die Kinder: => BRCA Gen Mutation.
    Es wurde auch eine Mutation von HPC-1-Gen (hereditary prostate cancer-1, erbliche Prostatakrebs-1)  identifiziert, die mit einem früheren Prostatakrebs in verbindung gebrachr wird.  Derzeit geht man davon aus, dass etwa 5 bis 10 Prozent aller Prostatakarzinome erblich bedingt sind.
    Männer mit einem Prostatakarzinom vor dem 55. Lebensjahr haben in 30–40 % der Fälle eine familiäre Vorbelastung.
    Prostatakrebs Vorstufe bei einem Blutsverwandten ist auch ein Risikofaktor für ein invasives Karzinom .
  • Ernährung: es gibt nur Hinweise, dass eine Ernährung mit hohem Anteil an tierischen Fetten ein Risikofaktor ist. Regelmäßiger Verzehr von Obst und Gemüse könnte dagegen eine gewisse Schutzwirkung gegen Prostatakrebs haben. Wissenschaftlich lässt sich das aber nicht nachweisen.
  • Das Risiko für ein Prostatakarzinom bei Japanern, die nach Amerika ausgewandert sind, wie Experten vermuten, liegt an der veränderte Ernährung und der veränderten Lebensstil die den Hormonhaushalt der Männer beeinflussen. Siehe auch: => Japaner, Sojabohnen, ProstatakrebsVerzehr von Sojabohnen solle auch den Testosteronspiegel  senken.
    Was interessant ist, die Japaner erkranken viel öfter an Magenkrebs, was auch mit der Ernährung zu tun hat (hohes Anteil an rohem Fisch in der Ernährung).
  • Chronische Prostatitis: es wird eine Verbindung zwischen einer chronischen prostatischen Entzündung und der Entstehung eines Prostatakarzinoms vermutet => Prostatitis
  • Mutation des BRCA1-Gens. BRCA1 spielt auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Brust-, Ovarial-, Kolon-, Pankreas- und Prostatakarzinomen.
  • Human Papillom Viren HPV sind vermutlich auch die Ursache für Prostatakrebs. In Trinidad Tobago sind die meiste weltweit Infektionen mit HPV 16 und 18 festgestellt und auch dort sterben die meiste Männer weltweit an Prostatakrebs.

Erkenntnisse von Kongress der European Association of Urology, EAU 2013

Genetische Risikofaktoren für das Prostatakarzinom BRCA2 und HOXB13 sind nützlich, um ein Hochrisikokarzinom vorherzusagen. Genetische Faktoren können in der Tumortypisierung und in der Folge bei unterschiedlichen Therapieformen eine wichtige Rolle spielen.

Studien zeigen, dass 11,8 Prozent der Männer mit fortgeschrittenem metastasierten Prostatakrebs  eine BRCA1 oder BRCA2 Gen-Mutation haben.

 

Schlechte Prognose bei Männern mit Diabetes Typ-2

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung hat im Februar 2018 informiert, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes erkranken zwar seltener an Prostatakrebs als Patienten ohne Diabetes, allerdings ist die Sterblichkeit höher.
Prostatakrebs-Patienten mit Diabetes haben deutlich häufiger Metastasen in den Lymphknoten. 
Forscher konnten zeigen, dass bei den Betroffenen der Androgenrezeptor sowie mitogene Formen des Insulinrezeptors verstärkt exprimiert werden. Dies könnte erklären, warum Patienten mit Diabetes bei Prostatakrebs eine schlechtere Prognose haben.

Andere Risikofaktoren sind:
Alter, Familiengeschichte, Strahlenbelastung, die angestammte geografische Herkunft und Ethnie, z. B. höhere Inzidenz in Schweden als in Italien. Zu den „ungewissen“ Risiken zählen Adipositas, Rauchen, Einsatz von Statinen, Diabetes und Harnweginfekte.

 

Prostatakrebs Vorbeugen

Wie man Prostatakrebs vorbeugen kann ist immer noch nicht klar.
Es ist sicher, dass Asiaten erkranken seltener an Prostatakrebs, aber öfter an Magenkrebs.
Bei Bewohner von Karibischen Inseln wurden besonders viele Infektionen mit HPV Viren festgestellt, dart ist auch die Erkrankungsrate an Prostatakrebs besonders hoch.
Was also Prostatakrebs zu vorbeugen?

  • Prostatakrebs vorbeugen mit Lebensstil und Ernährung. Es gibt keine ausreichend gesicherten Daten zur Prävention des Prostatakarzinoms durch Änderungen des Lebensstils oder durch bestimmte Formen und Bestandteile der Ernährung.
  • Eine Studie zu Selen und Vitamin E zeigte keinen positiven Effekt. Die Aufnahme hochdosierter Vitaminpräparate kann das Risiko für aggressive Formen des Prostatakarzinoms erhöhen.
  • Prostatakrebs vorbeugen mit Medikamenten. Die 5-alpha -Reduktase Inhibitoren Finasterid und Dutasterid vermindern das Risiko für die Diagnose eines Prostatakarzinoms um 20 – 25 % (der gemessene PSA-Wert wird durch die Medikamente halbiert).
    Ein signifikanter Einfluss auf die krebsspezifische oder die Gesamt-Überlebenszeit ist durch die medikamentöse Prävention nicht nachgewiesen. Hauptnebenwirkungen sind Erektionsprobleme, Nachlassen der Libido und Gynäkomastie (Brustwachstum).

 

Prostatakrebs Früherkennung, Vorsorge

Zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Krebs – Früherkennung für Männer gehört nur die jährliche, digitale rektale Untersuchung (DRU) ab dem 45. Lebensjahr.

Es gibt keine Prostatakrebs Vorsorge Untersuchung, es gibt nur eine Früherkennung.
Die einzige Möglichkeit für eine Vorsorge, also frühzeitige Entdeckung einer Anomalie in der Prostata sind PSA-Test und Ultraschall Untersuchung.

Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt, alle Männer, die mindestens 40 Jahre alt sind und eine mutmaßliche Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren haben, über die Möglichkeit einer Früherkennung zu informieren und über die Vor- und Nachteile aufzuklären

  • Digitale rektale Untersuchung (DRU) Der Bereich der Prostata, der dem Darm nicht zugewandt ist, kann nicht ertastet werden. Es ist nicht auszuschließen, dass bei der Untersuchung keine Auffälligkeiten auftreten, aber Tumor in der Prostata wächst
  • Der PSA-Test, die Bestimmung des Prostata- spezifischen Antigens (PSA) ist ein geeigneter Parameter zur Verlaufsbeobachtung von Patienten mit Prostatakarzinom.
    Auch für eine Früherkennung ist PSA-Test sehr wichtig, wobei der Schwellenwert abhängig ist vom Alter und Größe der Prostata.
    Die Größe der Prostata wird mit eine Ultraschall Untersuchung festgestellt.

Anzeichen Prostatakrebs, Symptome

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Prostatakrebs

Es gibt keine Frühsymptome/Anzeichen bei Prostatakrebs. Wenn die Beschwerden auftreten, ist der Tumor vermutlich schon im fortgeschrittenen Stadium. Bei festgestellter Erkrankung die klinischen Anzeichen unterscheiden sich oft nicht von einer benignen Prostatahyperplasie: Schmerzen beim Wasserlassen, Harndrang, erschwertes, lang andauerndes Wasserlassen, Nachtröpfeln.

Anzeichen, Lokale Symptome Prostatakrebs (absteigende Häufigkeit):

  • Miktionsbeschwerden
    • verlängerte Miktion mit schwachem Harnstrahl
    • Inkontinenz
    • Pollakisurie (häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen)
    • Nykturie (vermehrtes, nächtliches Wasserlassen)
    • Dysurie (erschwerte, gewollte Blasenentleerung)
    • Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen)
  • Erektionsstörungen
  • perineales Druckgefühl
  • Hämaturie (Blut im Urin)
  • Hämatospermie (Blut im Sperma)

Allgemeine Anzeichen, Symptome für Prostatakrebs bei fortgeschrittener Erkrankung:

  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Leistungverlust
  • Anämie
  • paraneoplastische Syndrome, z. B. Thromboseneigung, Nachtschweiß

Weitere häufigere Symptome bei Prostatakrebs aufgrund von Metastasen sind Knochenschmerzen oder pathologische Frakturen bei Skelettmetastasen.
Seltene Komplikationen sind Lymphödem bei ausgeprägten iliakalen (in Abdomen und Becken) Lymphknotenmetastasen, neurologische Symptome bei cerebraler (Gehirn) Metastasierung oder bei spinaler Kompression durch Wirbelkörpermetastasen, Husten und Dyspnoe bei pulmonaler (Lunge) und / oder pleuraler (Brustfell) Metastasierung, Ikterus (Gelbsucht) und Leberinsuffizienz bei fortgeschrittener Lebermetastasierung.

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Ein Großteil der Betroffenen hat einen lokal begrenzten Tumor. In diesem Fall kommen vier Behandlungswege infrage:

  • Das operative Entfernen der Prostata,
  • Die Bestrahlung von außen,
  • Die Behandlung des Tumors mittels dauerhaft in der Prostata platzieren Strahlenquellen, die sogenannte Brachytherapie oder
  • die aktive Überwachung (active surveillance) mit regelmäßigen Kontrollen und der Einleitung weiterer Therapieschritte bei Fortschreiten der Krankheit.

Der Prostatakrebs wächst meistens multifokal, gleichzeitig an verschiedenen Stellen der Prostata, was eine sogenannte fokale Therapie (nur das Karzinom, nicht die ganze Prostata) erschwert.

Nach einer Prostataektomie (operative Entfernung der Prostata) und auch nach einer Bestrahlung  kommt (mit zeitlichen Verzögerung) zur Beschädigung der Nerven die sich auf der Außenseiten der Prostata befinden. Durch die Beschädigung der Nerven wird behandelte Patient zu mindestens teilweise Impotent. Wenn ein Teil der Nerven erhalten werden konnten, es kann versucht werden, mit potenzsteigernden Mitteln, wie z. B. Viagra, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erzielen. Andere Nebenwirkungen der Prostataektomie und einer Bestrahlung können Inkontinenz und verkürzte Penis sein.

Prostatakrebs kann zu bleibenden Behinderungen eines Patienten führen. Informationen darüber finden Sie hier
=> Schwerbehinderung wegen Prostatakrebs

 

Rezidiv, Rückfall bei Prostatakrebs

Über einen Rezidiv spricht man, wenn nach der Behandlung zum erneuten Wachstum des Tumors kommt.

Ein “biochemisches Rezidiv” bedeutet, dass die Laborwerte (z.B. PSA-Wert) auf einen Rückfall hindeuten.

Nach der S3-Prostatakarzinom-Leitlinien wird das biochemische Rezidiv folgend definiert:

  • Nach radikaler Prostataektomie in mindestens zwei Messungen bestätigte PSA-Wert steigt auf > 0,2 ng/ml
  • Nach alleiniger Strahlentherapie (Prostata bleibt erhalten) in mindestens zwei Messungen bestätigte PSA-Wert steigt um > 2 ng/ml über dem tiefsten nach der Behandlung gemessenen Wert.

Die Bezeichnung Lokalrezidiv bedeutet das Wiederauftreten des Tumors am selben Ort (z.B. in der Prostataloge).
Die manchmal benutzte Bezeichnung „systemisches Rezidiv“ bedeutet, dass das Prostatakarzinom schon Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet hat.

“Klinisches Rezidiv” bedeutet, dass da Prostatakarzinom verschiedene spürbare Folgen verursacht hat, wie Metastasenschmerzen, abgedrückte Nerven, zerstörte Knochen.

Ein Rezidiv muss nicht in jedem Fall behandelt werden, sondern kann unter Umständen zunächst erst einmal weiter beobachtet werden.

 

Nicht immer ist die Erkrankung auf die Prostata begrenzt. Oft wird das erst bei der operativen Entfernung der Prostata festgestellt. Die Krankheit ist leider nicht mehr heilbar. Es ist aber möglich das Leben zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern. Mögliche Therapien sind:

  • Bestrahlung der Prostataloge
  • Hormonblockade
  • Chemotherapie

Wird ein Prostatakarzinom während der Hormonbehandlung kastrationsresistent, so waren die darauffolgenden medianen Überlebensaussichten der Patienten bis vor 10 Jahren nur etwa 12 Monate.
Mittlerweile kann das Überleben der Patienten in diesem Stadium durch den sequentiellen Einsatz neuer Medikamente auf 23-35 Monate (und mehr) verlängert werden.

Das Tumorwachstum ist meistens von dem männlichen Hormon Testosteron abhängig. Ohne Testosteron kann der Krebs nicht wachsen. Mehr über Testosteron finden Sie auf der Seite => Testosteron.

Der Männliche Hormon wird auch Androgen genannt. Wenn bei einer Hormonblockade, der PSA Wert geht herunter, sprechen wir über einen hormonabhängigen oder androgen abhängigen Prostatakrebs. Wenn trotz Hormonblockade der PSA Wert steigt, ist der Tumor hormonresistent, androgen unabhängig, Hormonrefraktär.

Bedeutung des Alters als Haupt”risiko” für den Prostatakrebs

eine Schätzung der Krebsregister in Deutschland:

  • Von 1.000 heute 40 Jährigen wird innerhalb der nächsten zehn Jahre höchstens einer an Prostatakrebs erkranken.
  • Bei den heute 50 Jährigen wird in den nächsten zehn Jahren einer von 71 Männer betroffen sein
  • Zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr wird es ein Mann von 21 betroffen sein
  • ab dem Alter von 70 Jahren jeder 16. Mann innerhalb der nächsten zehn Jahre mit der Diagnose eines Prostatatumors rechnen muss.

 

Heilungschancen Prostatakrebs

Eine Behandlung mit Aussicht auf Heilung ist nur dann möglich, wenn das Karzinom noch keine Metastasen (Absiedlungen) gebildet hat. Wenn der Prostatakrebs die Kapsel schon überschritten hat, ist eine Heilung nur dann möglich, wenn der Operateur während der OP das ganze Krebsgewebe entfernt. Ein noch in der Prostata befindlicher Tumor kann schon Metastasen abgesetzt haben.

Durch moderne Medizin wird versucht auch Patienten mit wenig Metastasen, bei so genannter Oligo-Metastasierung, zu heilen: meistens durch eine präzise Bestrahlung oder operative Entfernung der Metastasen.

Die Heilungschancen sind gut, wenn der Krebs frühzeitig diagnostiziert wird und nicht aggressiv ist. Diagnostiziert wird der Tumor durch den Anstieg des PSA-Wertes, der rektalen Untersuchung, einer Sonographie und einer Biopsie- (Gewebeentnahme).

Heilung bedeutet nicht völlig gesund werden, sondern inneren Frieden finden und das Leben trotz Behinderungen voll ausschöpfen.

Es gibt viele Möglichkeiten das Leben zu verlängern. Wichtig ist: NICHT AUFGEBEN

 

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5 Kommentare

  1. Gut zu wissen, dass auch die Ernährung in der Prostatakrebsvorsorge eine Rolle spielen kann. Ich werde nun vermehrt auf tierische Fette verzichten. Ich werde das auch sicherheitshalber öfters checken lassen.

  2. Hallo!Bei meinem Mann wurde ein MRT der Prostata gemacht, heute haben wir den Befund per Post bekommen. Leider hat der Urologe und Hausarzt Weihnachtsurlaub.Wir sind etwas durcheinander weil wir mit dem befund nicht anfangen können. Wäre wirklich ganz ganz liebe wenn es uns Jemand der sich mit diesen Befund aus kennt!
    Danke im Voraus

    Großes,dignitätsunklares Areal bis 18x9x21mm mit Diffusionsrestriktion und Ausbreitung in die posterolateralen und posteromedialen Sektoren (PZpl und PZpm ) der peripheren Zone der Mitteldrüse und der Prostata-Apex des re.Prostatalappens im Niveau der Mitteldrüse.PI-RADS-Kategorie5.Weiteres Areal bis 9x5x8mm mit Diffusionsrestriktion und KM Endhancement im posteromedialen Sektor ( PZm)der peripheren Zone der Mittelblase links.PI-RADS-Kategorie4.Asymmetrische, unklare Verdickung der rechten Harnblasenwand bis 10mm.Wir empfehen eine Zystoskopie.Kein Hinweis auf lymphatische oder ossäre Matastasierung. Maximale Tumorformel beträgt cT2c,NX,MX

  3. ich bin 65 jährig. seit einem halben jahr wiederkehrend blut im ejakulat. sämtlche untersuchungen psa , 0,2 sit jahren, rektal, elastographie, drus. ohne befund. e fing an, als meine frau pilzinfektion ( clamyden )hatte.Urologe meint keine antibiotika. Verzweifelt, uberlege suizid, da ich nicht krebs ausleben möchte. danke

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