Prostatakrebs bei jüngeren Männern, Ursache

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Entdeckte Ursache für Prostatakrebs bei jüngeren Männern

Prostatakrebs gilt als typische Erkrankung älterer Männer: Prostatakrebs bei jungen MännerAber etwa zwei Prozent der in Deutschland jährlich neu erkrankten rund 67.000 Männer sind bei der Diagnose noch keine 50 Jahre alt. Das sind etwa 1340 junge Männer.

Im jedem Alter ist möglich an Prostatakarzinom zu erkranken, nur die Erkrankungen kommen sehr selten vor.
Immer öfters hört man über Prostatakrebs Erkrankungen im Alter unter 40 Jahre, manchmal auch schon im Alter von 30 Jahren oder noch früher.

Die  Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben einen genetischen Mechanismus identifiziert, der für die frühe Entstehung von Prostatakrebs verantwortlich ist. Die Forscher sind zuversichtlich, dass ihre Erkenntnisse die Diagnostik und Therapie der Erkrankung verbessern sowie erstmals auch eine Prävention ermöglichen könnte.

Diese Erkenntnisse publizierten die Forscher zusammen mit Heidelberger und Berliner  Experten in der Fachzeitschrift Cancer Cell.

Mediziner sind den Entstehungsmechanismen von Prostatakrebs bei jungen Männern auf die Spur gekommen. Das deutsche Forscherteam um Joachim Weischenfeldt vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg entdeckte einen genetischen Mechanismus, der bei der Entwicklung dieser Krebsform im frühen Alter eine wichtige Rolle spielt.
“Es war unklar, ob Prostatakrebs bei jungen Männern durch einen anderen Mechanismus erklärbar ist als Prostatakrebs bei Älteren”, sagte Mitautor Jan Korbel vom EMBL.

 Bei den jüngeren Männer sind offenbar andere Entstehungsmechanismen am Werk, wie Forscher nun zeigen konnten. Anders als bei den Senioren spielen bei den Jüngeren Testosteron-Rezeptoren eine Rolle.

“Wir wissen nun, dass Tumore durch winzige Effekte entstehen, indem sich Bauteile im Erbgut verschieben”, sagte Professor Thorsten Schlomm vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, einer der Mitautoren der Studie.

In ihrer Untersuchung analysierten die Wissenschaftler daher das vollständige Erbgut von Prostatatumoren von elf jüngeren Patienten. Dies verglichen sie mit der Erbinformation von Geschwülsten sieben älterer Erkrankter. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein Rezeptor, der das Sexualhormon Testosteron bindet, in den Tumoren der jungen Patienten sehr aktiv ist. Dies verändere mehrere Gene, die die Entstehung und das Wachstum von Krebs begünstigen.

Die Brüche entstünden an spezifischen Stellen der DNA, wenn das männliche Geschlechtshormon Testosteron auf die Zellen einwirkt. Sie führten dazu, dass bis dahin inaktive Krebsgene durch den hormonellen Einfluss aktiviert werden. Anders bei älteren Erkrankten: Dort zeigten sich vor allem Abnormalitäten, die nicht aus diesen hormonellen Einflüssen resultierten.

Im Gegensatz dazu zeigte das Erbgut der Tumore der älteren Erkrankten vor allem Abnormalitäten, die nicht mit der Aktivität des Rezeptors in Verbindung standen. Diese Ergebnisse bestätigten die Forscher dann an Daten von 10.000 weiteren Patienten.

„Wir haben jetzt erstmals bewiesen, dass es bei einem häufigen Krebs altersabhängige Entstehungsmechanismen gibt“, so Dr. Joachim Weischenfeldt vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL), der gemeinsam mit Prof. Schlomm Hauptautor der Studie ist, an der zudem das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sowie des Max-Planck Institut in Berlin mitgearbeitet haben.

„Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse die Entwicklung neuer Strategien zur Diagnose und individualisierten Therapie fördern“, so Mediziner Prof. Dr. Thorsten Schlomm und er fügt hinzu: „Weiterhin gehen wir davon aus, dass durch das neue Verständnis der Entstehungsursachen von Prostatakrebs jetzt erstmals auch die Chance besteht, wirksame präventive Maßnahmen zu entwickeln, damit sich die Krankheit erst gar nicht entwickeln kann.“

 Quelle:  Fachzeitschrift Cancer Cell

 

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