Psyche und Krebs

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Prostata, Krebs und die Psyche

Wenn wir gesund sind, merken wir es nicht, dass wir eine Prostata haben. Wenn die Prostata aber krank wird, hat sie einen großen Einfluss auf unsere Psyche. 

Gerade wir, die mutigen Männer, gehen nicht gerne zur Vorsorgeuntersuchung, aus Angst eine negative Diagnose zu bekommen.  Viele von uns verschweigen und verstecken die Krankheit vor Freunden, Bekannten und sogar Angehörigen aus Scham und Peinlichkeit.

Die Diagnose Prostatakrebs trifft uns überraschend. Die Angst vor dem Tod und um die Zukunft dominiert unsere Gedanken. Nicht wenige Männer fühlen sich nach der Diagnose wie betäubt, können nicht  klar denken und  Entscheidungen treffen. Damit ist jeder Überfordert

 Kaum jemand kann ruhig schlafen. Gerade nachts, wenn wir müde und erschöpft sind, kommt  die Angst, Wut, Traurigkeit, verschiedene Gedanken und Gefühle. Wir fallen in das berühmte “tiefe Loch”, das  aus Depression, Selbstmitleid, Schuldgefühle und Hoffnungslosigkeit besteht.

In dieser Situation leidet unsere Familie, Bekannte und die soziale Umgebung. Besonders die Ehefrau und die Kinder fühlen sich vernachlässigt und hilflos.

Eine Krebserkrankung kann durch Gewichtsverlust, Haarausfall, Operation zu veränderung des Äußeren führen. Betroffene verlieren dann häufig das Gefühl für ihren Körper.

 Vor kurzem hat mich ein Betroffener angeschrieben. Dieser hat die psychischen Probleme nach der Krebsdiagnose sehr treffend dargestellt:

“Ich bemerke, dass ich seit ca. 3 Wochen am Bauch zunehme, die Hosen passen mir nicht mehr. Mein Essverhalten hat sich jedoch nicht geändert.
Ich bemerke, dass ich aufbrausend bin, teilweise ungerecht und ängstlich. Jedes Neues verursacht bei mir “Kopfschmerzen” und Angstgefühle.
Meine Frau habe ich jetzt seit 3 Wochen “links” liegen gelassen. Ich muss mich zwingen, lieb zu sein. Hass breitet sich aus, das ich unweigerlich spüren lasse.
Teilweise habe ich auch Schmerzen im ganzen Körper und auch “unten” herum. Dies sind aber keine Schmerzen im eigentlichen Sinne, sondern nur ein flaues, beklemmendes Gefühl. Vielleicht auch ausgelaugt. Ich weiß es nicht. Ich kann es einfach nicht beschreiben…”

Ich habe auch manchmal solche Gefühle, wie Angst, Depression,  Hoffnungslosigkeit, fühle mich überfordert und traurig.

Ein wichtiger Schritt, um Ängste abzubauen ist Sich auführlich zu informieren. Je mehr wir über die Krankheit und ihre Behandlung wissen, desto besser. Das Wissen beseitigt das Gefühl, dem Krebs machtlos ausgeliefert zu sein und gibt dem Patienten die Möglichkeit, selbst über den Verlauf mitzubestimmen.

Prostatakrebs ist eine chronische Erkrankung. Ängste vor Rückfällen oder dem Fortschreiten der Krankheit können psychisch sehr belastend sein und das Leben im weiteren Verlauf bestimmen.  Die Behandlungsfolgen, wie die Einschränkungen der Sexualität oder eine Inkontinenz, können sich negativ auf das Selbstwertgefühl und die Stimmung von Prostatakrebspatienten auswirken.

Mit Ängsten umgehen lernen

Man sollte den angenehmen Seiten des Lebens mehr Gewicht geben: die eigenen besonderen Fähigkeiten schätzen lernen, das zu tun, was Spaß macht oder freude bringt.

Möglich neue Ziele in Angriff nehmen. Am besten Ziele, die man in kürze Zeit selbe erreichen kann. Z.B. bei fehlender Konzentration sich als Ziel nehmen, drei Seiten von einem Buch zu lesen. Dieses Ziel ist nicht schwer zu erreichen, aber beim Erolg bringt uns psychische Zufriedenheit und stärkt das Gefühl für die eigene Kraft.

Heilung bedeutet nicht völlig gesund werden, sondern inneren Frieden finden und das Leben trotz Behinderungen voll ausschöpfen.

Dr. Bernie Siegel schreibt in seinem Buch “Prognose Hoffnung”: “Was Sie denken und fühlen verändert über das Nervensystem, Hormone und die Immunabwehr den Zustand Ihres Körpers”. Dr. Simonton: “Das was Sie tun, oder nicht tun, kann den Verlauf der Krankheit beeinflussen”.

“Egal, wie es bisher war, Ich habe die Macht mein Leben zum Positivem zu verändern.”

Antworten Sie die Fragen:

  • Was erlaubt mir die Krankheit zu tun, was ich schon immer gerne getan hätte, mich aber nicht getraut habe?
  • Was muss ich durch die Krankheit nicht mehr machen, was ich bisher nicht gerne getan habe?

“Über die Psyche können wir die Lebensqualität deutlich verbessern.”

Partner und das soziale Umfeld sollten dabei nicht ausgeschlossen werden, denn auch sie sind von der Erkrankung mitbetroffen. Und die Unterstützung fällt diesen nahestehenden Personen umso leichter, je mehr Anteil sie an den Gefühlen des Patienten haben.

Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein: Sie können eigene Strategien gegen die Angst vermitteln. Manchmal gibt es im Verlauf einer Krebserkrankung allerdings Phasen, in denen die Belastung so groß wird, dass zur Krankheitsbewältigung die eigenen Kräfte und auch die Unterstützung durch Angehörige und Freunde nicht mehr ausreichen. Werden Ängste und psychische Belastung zu intensiv, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden => Psychotherapie

Ein paar Worte über die Psychotherapie bei Prostatakrebs finden Sie auf der Seite  => Behandlung, mit der erfolgreichen Methode => Salutogenese

Ein Appel an mutige Männer !!!!!!!!

Ich würde mich freuen, wenn Sie zu diesem Thema auch ein “Kommentar” abgeben (am Seitenende), über Ihre eigenen Gefühle,  Probleme und andere psychischen Veränderungen.

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43 Kommentare

  1. Der Prostatakrebs ist immer ein Problem wegen des PSA Wertes

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