Prostata, Prostatakrebs Ratgeber, Grundwissen, Tipps

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Prostatakrebs Ratgeber, Grundwissen, Nützliche Tipps

Ratschläge und Tipps vom Betroffenen aus eigener Erfahrung

Auf dieser und folgenden Seiten finden Sie das Grundwissen und ausführliche Informationen über die Prostata und den Prostatakrebs mit Details über die Diagnose und  Behandlung.
Erklärungen über die selten angewendeten Untersuchungen, wie DNA-Zytometrie oder PET-CT.  Was  ist unter den Begriffen Rezidiv oder Gleason Score zu verstehen?. Was bedeutet die Höhe von dem PSA Wert?  
Einfluss von TestosteronErnährung und der Nahrungsergänzungsmittel auf den Prostatakrebs.
Wie aggressiv und gefährlich ist die Krankheit, auch im Bezug auf das Alter? Wichtige Informationen über Schwerbehinderung wegen Prostatakrebs.  Und viel mehr.

 

Direkt zu  => Grundwissen Prostatakrebs, Prostatakarzinom

Ich bin Jacek, die Seiten habe ich selbe erstellt (meine Frau Gaby, Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester hilft mir dabei). Ich habe Elektronik studiert, nicht Medizin, also bin kein Arzt. Ich lese medizinische Publikationen, besuche verschiedene Seminare und bin aktiv in der Selbsthilfegruppe.
Meine Absicht ist: Informationen, Tipps, Erfahrungen über Prostatakrebs, die ich gesammelt oder erlebt habe, einfach und verständlich an andere Betroffene weiter zu geben.
Mein Wissen versuche ich mit Ihnen zu teilen, in einer einfachen Sprache, mit nützlichen Tipps und Ratschlägen.

Informierte Männer haben bessere Chancen auf bessere Therapien und auf längeres Leben.

So lange mir meine Erkrankung erlaubt, werde ich die Seiten weiter bearbeiten, ergänzen, modifizieren, korrigieren.

Ich bin im Jahr 2009 mit 52 Jahren an Prostatakrebs erkrankt,  diagnostiziert wurde der Karzinom erst ein Jahr später (Gleason Score 4+4), als mein PSA-Wert sich mehr als verdoppelt hat (von 2,4 auf 5,5 gestiegen) und der Tumor sich  schon über die  Prostatakapsel ausgebreitet hat. Operiert wurde ich mit DaVinci Ende September 2010.
Seit dem bin ich ständiger Behandlung, wie mehrfache Beststrahlung der Metastasen, Chemotherapie, Hormonblockade, Hyperthermie und noch viel mehr.

Meine Krebsgeschichte können Sie hier bei myprostate.eu nachlesen: => Meine Krebsgeschichte

 Da ich einen aggressiven Tumor habe, aber nicht aufgeben will, befinde ich mich im ständigen Kampf gegen die Krankheit und bin aktiv in einer Selbsthilfegruppe.

Durch die Selbsthilfegruppe und meine Internet Aktivitäten vermittle ich mei Wissen weiter, gebe Tipps und Ratschläge, informiere ich, was meiner Meinung nach bei der Prostatakrebs Erkrankung sinnvoll sein kann.

 

Werden Sie Manager Ihrer Krankheit!

Was ist die Prostata

Prostata Lage unterhalb der Blase

Lage der Prostata

Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist eine bäumchenartig verzweigende, pyramidenförmige Drüse direkt unterhalb der Blase, vor dem Mastdarm (Rektum). 

Sie produziert einen Teil des Spermas und vermengt dieses gleichzeitig mit einem milchigen, vom ph-Wert her leicht sauren Sekret, das  den Samen beweglicher und überlebensfähiger macht.

Bei Ejakulation schleudern die Muskeln der Prostata  diese Mixtur im Strahl mit einem Tempo von rund 17 Stundenkilometern.

Prostata umschließt ein Teil der Harnröhre, die den Urin von der Harnblase durch den Penis bis zur Eichel leitet. Die Harnrohre geht durch die Prostata nicht gerade, eher wie ein Bogen.

Bei Veränerungen in der Prostata kann es zu Problemen beim Wasserlassen kommen.
Schon bei 30 Prozent der 30-jährigen Männer ist eine Veränderung der Prostata erkennbar, die durchaus als Vorstufe für ein späteres Karzinom betrachtet werden kann.

Nicht jede Veränderung bzw. Vergrößerung der Prostata ist gleich ein Krebs – es gibt auch gutartige Vergrößerungen. Die Beschwerden sind bei einer gutartigen Veränderung oft schlimmer als bei einem Prostatakarzinom. Denn ein Karzinom kann sich auch in einer kleinen Prostata entwickeln, keinerlei Beschwerden machen und erst festgestellt werden, wenn es gewachsen ist und eventuell metastasiert ist.

Mehr über die Prostata auf meiner anderen Seite: =>  www.die-prostata.com

 

Die Samenblase oder Bläschendrüse (esicula seminalis)

ist eine beim Mann paarig angelegte Geschlechtsdrüse. Sie liegt hinter der Harnblase, direkt vor der Prostata und ist ungefähr 5  x 1 x 1 cm groß.  Sie produziert ein alkalisches, an Fructose reiches Sekret (Samenflüssigkeit), das zusammen mit anderen Sekreten ein Bestandteil des Spermas ist. Da in der Drüse,  entgegen früheren Annahmen, keine Speicherung der Spermien stattfindet, ist die Bezeichnung „Bläschendrüse“ vorzuziehen.

Das Sekret aus den Samenbläschen vereinigt sich nach kurzem Verlauf innerhalb der Prostata mit dem Samenleiter (Ductus deferens) zum Spritzkanal (Ductus ejaculatorius).

 

Prostatagröße und Prostatagewicht

In einem normalen Zustand, beim jungen Erwachsenen, erinnert sie in der Größe und Form einer Kastanie.

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Prostata, so sieht sie aus

Bei einem 20-Jährigen wiegt die Prostata um die 20 Gramm, das entspricht einer Größe von 3 cm Länge, 4 cm Breite und 2 cm Dicke. Ab dem 30. Lebensjahr beginnt die Prostata  zu wachsen, besonders in diesen Teilen der Prostata, die die Harnröhre umschließen.

Durchschnittlich wächst die Prostata um bis 1 % pro Jahr.
Beim  50-Jährigen hat sie ein Volumen um ca. 40 ml. Im Alter von 80 Jahren wiegt sie um die 60 Gramm, kann die Größe von über 200 ml erreichen (wie ein Pfirsich).

Die Prostata Drüse schüttet  eine spezielle Substanz aus, das PSA (Prostata-spezifisches Antigen), die zur Verflüssigung der Samen dient. Jede Erkrankung der Prostata kann zu einer Erhöhung des Wertes im Blut führen. Mehr über den Prostata-Wert PSA => PSA Wert

Ein Gramm Prostatagewebe erhöht das gesamt PSA im Blut im Schnitt um 0,3 ng/ml.
Bei jungen Erwachsenen wiegt die Prostata ca. 20 Gramm. Wenn sie im Alter um die 40 Gramm wiegt, kann der PSA-Wert um bis zu 20 x 0,3 = 6 ng/ml erhöht sein.

Prostata, der männliche G-Punkt

Durch eine sexuelle Stimulation der Prostata kann ein Orgasmus erzeugt werden. Genauso wie der G-Punkt bei einer Frau. Die Prostata wird erst ab einer starken Erregung als erogene Zone aktiv. Die Erregbarkeit der Prostata ist in dem östlichen Kulturkreis seit Jahrtausenden bekannt.

Prostata Massage wird besonders in fernen Osten angewendet, um den Beschwerden vorzubeugen Eine Prostata Massage die zwecks Untersuchung vom Arzt durchgeführt wird, nennt man “Prostata Melken”.
Eine Anleitung für die Prostata Massage finden Sie hier: =>  prostatamassage

Erkrankungen der Prostata

Die häufigsten Erkrankungen der Prostata sind die Prostatitis (Prostataentzündung), gutartige Prostatavergrößerung (BPH) und Prostatakrebs (PCa).
Männer unter 40 Jahren leiden hauptsächlich unter der Prostatitis.
An BPH und PCa leiden in der Regel Männer ab dem 50. Lebensjahr.

 

 

Prostatakrebs, Prostatakarzinom

ist ein bösartiger Tumor des Drüsengewebes der Prostata. Krebs entsteht durch veränderte Erbinformationen einzelnen Zellen. Wenn sich die Zellen dem Kontrollmechanismus des Körpers entziehen, können sie sich ungebremst teilen und verdrängen das gesunde Gewebe.

Nach Schätzungen des Robert Koch Institutes erkranken jedes Jahr allein in Deutschland etwa 70.000 Männer (im Jahr 2014  sollen es um die 70.100 Neuerkrankungen sein), etwa zwei Prozent davon  seien bei der Diagnose 50 Jahre alt oder jünger. Mehr als 13.000 der Männer sterben jedes Jahr an einem Prostatakarzinom.
Mehr und ausführlich über Prostatakrebs auf der Unterseite => Prostatakrebs

Prostatakrebs kann zu bleibenden Behinderungen eines Patienten führen. Informationen darüber  finden Sie hier =>  Schwerbehinderung wegen Prostatakrebs

Das Tumorwachstum ist von dem männlichen Hormon Testosteron abhängig. Ohne Testosteron kann der Krebs nicht wachsen.  Mehr über Testosteron finden Sie auf der Seite => Testosteron.

 

Die Heilungschancen sind gut, wenn der Krebs frühzeitig diagnostiziert wird und nicht aggressiv ist. Diagnostiziert wird der Tumor durch den Anstieg des PSA-Wertes,  der rektalen Untersuchung, einer Sonographie und  einer Biopsie- (Gewebeentnahme).

Heilung bedeutet nicht völlig gesund werden, sondern inneren Frieden finden und das Leben trotz Behinderungen voll ausschöpfen.

Fatigue, Müdigkeit oder Erschöpfung, Fatigue-Syndrom

Ist  ein chronisches Syndrom, das die Krankheit begleitet, ein anhaltendes Gefühl der Müdigkeit und Antriebslosigkeit, das den gesamten Tagesablauf beeinflusst. Trotz normal langer Schlafphasen fühlt sich der Betroffene schwach, abgeschlagen und überfordert. Etwa 75% der Krebskranken müssen im Verlauf ihrer Krankheit mit Fatigue kämpfen.

Fatigue Syndrom Unterseite =>  prostatakrebs-psyche/fatigue-syndrom

Werden Sie Manager Ihrer Krankheit

Wer kämpft kann gewinnen, wer nicht kämpft hat schon verloren!

Der Arzt und sein Patient

Ich möchte noch ein Thema auf der ersten Seite, über Die Ärzte, ansprechen.

Günstige Medikamenta bei Prostatakrebs, für die Prostata

Arzt – Patient Gespräch

Die haben meistens ein begrenztes Budget und verschreiben die günstigeren Medikamente, die nicht unbedingt die Besten für den Patient sind.

Tipp: Ärzte in der Ambulanz im Krankenhaus haben für die Krebskranke meist ein viel höheres Budget.

Ein Urologe, den wir als Kassenpatient aufsuchen, erhält für seine Leistung einen Betrag von Euro 26,19, und zwar pro Quartal, unabhängig davon, wie oft wir ihn im Quartal aufsuchen (Stand April 2013). Für einen Tumorpatienten bekommt der Urologe noch einmal 25 Euro extra, wenn er onkologisch verantwortlich ist und noch mal 30 Euro, wenn er unter Hormontherapie steht.

Für die Diagnostik und die Therapie von Prostatakrebs stützen sich die Urologen auf die  S3-Leitlinie Prostatakarzinom.  Manchmal funktioniert es aber auch anders. Ein Beispiel aus meiner Erfahrung habe ich in dem folgenden Artikel beschrieben: Knochenmetastasen bei niedrigem PSA-Wert

Es gibt viele verschiedenen Diagnosetechniken, von komplexen biochemischen  bis hin zu gigantischen Kernspintomografen. Das hat dazu geführt, dass die Ärzte ihren Patienten  weniger zuhören – und auch weniger auf sie hören. Was der Patient denkt, entspricht nicht dem, was sein Arzt meint, das er denkt. Oft würde sich der Patienten für eine ganz andere Behandlung entschieden, wenn er besser über Nutzen und Risiken informiert würde.

Es ist sehr wichtig sich über die Krankheit zu informieren:  Zuerst eine Selbsthilfegruppe, viel lesen, Broschüren, Bücher, Internet. Nur sich nicht verrückt machen. Alles braucht Zeit.

Danach ist es möglich mit geeignetem Arzt sich “in Augenhöhe” zu unterhalten.  Es ist somit möglich die eigene Behandlung zu beeinflussen und zusätzliche Medikamente gegen die Nebenwirkungen zu erhalten. Werden Sie Manager Ihrer Krankheit. So bekommen Sie auch Ihre Ängste und andere Probleme in Griff.

Nicht alle Ärzte machen mit. Es lohnt sich mehrere Ärzte zu besuchen, eventuell den Arzt zu wechseln oder eine Zweitmeinung telefonisch über die Krankenkasse  von einem Urologen  einzuholen.

Mehr über  Arzt und Patient, Beziehung, Gespräch, Kommunikation: =>  Arzt Patient

Männer nehmen Vorsorgeuntersuchungen seltener in Anspruch als Frauen

Es liegt aber oft nicht an dem, dass die Männer “kein Schmerz kennen, wie die Indianer”, oder dass die Männer eine geringe Interesse an Gesundheitsthemen haben, sondern oft an fehlenden Angeboten, die dem männlichen Lebenszusammenhang gerecht werden.
Wer seine Zeit von morgens bis abends am Arbeitsplatz verbringt, hat keine Zeit zum Arzt zu gehen.
Die Männer nutzen Gesundheitsangebote kaum vormittags, dafür aber am Abend.
Leider in den Sprechzimmer der Arztpraxen wird diesen Umstand nur selten berücksichtigt.

 


Falls Sie welche Kommentare oder  Ergänzungen zu meinen Seiten haben, für Ihre Meinung  würde ich mich freuen. Vielleicht haben Sie auch einige Tipps für Betroffene, die ich hier veröffentlichen kann? Bitte die Seite Kontakt benutzen.

Ich “google” regelmäßig im internationalen Internet und lese verschiedene medizinische Zeitschriten um neue Nachrichten und Informationen über Prostatakrebs, neue Medikamente und neue Behandlungsmethoden zu finden. Diese füge ich ein in verfügbare Seiten, oder publiziere ich sie auf der Unterseite News.


 

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30 Kommentare

  1. Alfred Metzger

    Ich bin 66 Jahre alt und vor 2 Jahre an einem Prostatakarzinom operiert worden. Der Ursprungstumor
    hatte T2C ohne lymphknotenbefall oder Knochenmetastasen. Der Gleason Score 3+2 der PSA Wert
    vor der Operation 5,25 derzeit seit OP 0,03 alles bisjetzt in schönster Ordnung. Jetzt aber meine Frage
    an Sie ich habe vor der Op alle 3 Monate eine Testosteronspritze bekommen mit der natürlich nach der OP.
    Essig war. Ich fühle mich ständig müde und nicht fit,obwohl nerverhaltent operiert worden ist schwer für mich eine Erektion zu bekommen bis wann meinen Sie das man mit dem Testosteron wieder anfangen kann.
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Ich habe nicht alles verstanden, was sie geschrieben haben.
      Für mich sieht es so aus, dass sie einen nicht aggressiven Prostatakrebs haben und weiterhin nach der OP Hormonblockade bekommen.

      Meiner Meinung nach, bei dem niedrigen PSA-Wart und dem niedrigen Gleason Score Sie können die Hormonblockade unterbrechen.
      Sprechen Sie aber darüber mit Ihrem Urologen.
      Nach der Unterbrechung der Hormonblockade vergehen aber noch ein paar Monate, bis der Testosteronspiegel wieder steigt.

    • Alfred Metzger

      Hallo Jacek.
      Ich melde mich nochmal weil ich mich vielleicht falsch ausgedrückt habe.Ich bin operiert worden und
      habe nach der Operation keine Hormonblockade bekommen. Ich habe nur vor der Operation alle 3 Monate
      eine Testosteron Spritze bekommen und ich wollte wissen wann man nach der Operation wieder damit anfangen kann. Vielen Dank für die Mühe die sie sich geben ihr Wissen allgemeinverständlich für
      die Leute rüberzubringen.

      • Hallo Alfred,
        eine Hormonblockade wird erst notwendig, wenn der PSA-Wert wieder steigt, also wenn Rezidiv auftritt.
        Nach einer OP wird über Rezidiv gesprochen, wenn der PSA-Wert über 0,2 ng/ml steigt.

        Ab welchem PSA-Wert Hormonblockade beginnen soll ist nicht ganz klar, hängt z.B. von PSA-Verdopplungszeit ab.
        Oft wird zuerst eine PSMA-PET Untersuchung gemacht.

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