Mundtrockenheit Xerostomie nach PSMA Therapie

Mundtrockenheit Xerostomie nach einer PSMA Therapie bei Prostatakrebs

Bei Prostatakrebs bei einer PSMA-Therapie mit Lutetium und Actinium  werden nicht nur die Prostatakrebszellen, aber auch die Speicheldrüsen von den Strahlen angegriffen.Mundtrockenheit Oligostomie Xerstostomie nach PSMA Actinium
Wie kann man sich schützen, was kann man tun um die Mundtrockenheit, Xerostomie, Oligostomie zu beseitigen?
Wenn die Mediziner über Mundtrockenheit  sprechen, meinen sie über eine  Oligostomie oder Xerstostomie.

Der Mund  und die Lippen sind trocken, die Zunge kann am trockenen Gaumen kleben, das Essen schmeckt weniger, können sich Entzündungen am Zahnfleisch und Gaumen bilden.

Wie entsteht Mundtrockenheit, bei PSMA-Therapie?

Bei der PSMA Theraoie setzen die Ärzte die therapeutischen Nuklide Lutetium -177  (ein ß-Strahler) und Actinium -225 ( ein α-Strahler) ein, die Prostatakrebszellen in dem ganzem Körper angreifen (bestrahlen).

Das PSMA kommt natürlicherweise auch in einigen normalen Geweben vor, jedoch ist ihre Dichte an der Tumorzelloberfläche von Prostatakrebs-Zellen besonders hoch.
Wenn Actinium wenig PSMA-„Andockstellen“ in Prostatakrebszellen findet, bindet sich verstärkt mit den Speichel- und Trennendrüsen.

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Da auch die Speicheldrüsen und die Tränendrüsen PSMA speichern, werden
diese Organe bis zu einem gewissen Maß mitbestrahlt. Dies kann zu  Mundtrockenheit (Oligostomie, Xerostomie) und zu Augentrockenheit führen.
Besonders stark werden die Drüsen angegriffen, wenn schon die frühere Zyklen der Therapie den Metastasen Last vermindert haben.

Auch die Dosierung von Actinium hat Einfluß auf die Mundtrockenheit (Xerostomie, Oligostomie). Es werden für die Therapie unterschiedliche Kombinationen in Dosierung von Actinium und Lutetium verwendet. Die Nuklearmediziner entscheiden kurz vor der Anwendung wie viel Lutetium und wie viel Actinium in die Vene infundiert wird.

Die Nebenwirkungen der Therapie mit Actinium -225 (α-Strahler) scheint besonders stark die Speicheldrüsen zu angreifen. Lutetium -177 (β-Strahler) scheinen in der Praxis nicht so starke Nebenwirkungen verursachen.

Actinium -225 greift die Speicheldrüsen an. Besonders in den ersten Wochen ist der Mund völlig trocken. Der Speichel soll sich scheinbar nach 2 Monaten wieder einstellen, aber eine Schädigung bleibt, besonders nach mehreren Infusionen.
Bei mir nach der zweiten Lutetium + Actinium Therapie bleibt die Mundtrockenheit dauerhaft.

Schutz gegen Mundtrockenheit, Oligostomie, Xerostomie

Laut Nuklearmediziner gibt es kein Schutz gegen Mundtrockenheimals  Nebenwirkung der Actinium Therapie.
Bei Lutetium Therapie hatte ich noch Kühlung für die Speicheldrüsen bekommen. Danach hatte ich kaum Probleme mit der Mundtrockenheit.
Bei Lutetium + Actinium haben mir Ärzte von der Nuklearmedizin in Heidelberg (in Januar 2021) gesagt, dass laut Studien und Klinikerfahrung das Kühlen der Speicheldrüsen bei der Therapie bringt nichts.

Eine Kühlung der Speicheldrüse bringt nichts, sagen die Ärze. Eine andere Möglichkeit für Schutz gegen Mundtrockenheit kennen sie in Heidelberg nicht.

Eine Theorie sagt, dass Reduzierung der Speichelproduktion vor der Therapie schützt die Speicheldrüsen.
Ich habe ausprobiert mit Pflaster Scopoderm TT,.  Wikstoff Scopolamin.
SCOPODERM TTS  reduziert die Speichelmenge, solle Aktivitäten von Lu+Act in den Speicheldrüsen hemmen.

Ich habe mir die Pflaster (auf Rezept) besorgt, meine Hausärztin hat mir Rezept ausgestellt.
Ich habe mir Pflaster hinter dem Ohr schon 1 Tag vor der Infusion aufgeklebt.
Dazu Salbei Bonbons gelutscht.
Ein Tag nach der Infusion habe die Pflaster entfernt, die Spuke kam langsam zurück.

Leider ca. 3 Tage später hat die Mundtrockenheit (Xerostomie, Oligostomie) wieder zugenommen, so dass ich auch 4 Monate nach der Therapie fast keine Spucke mehr im Mund habe.
Die beschädigte Tränendrüsen  (Augentrockenheit) haben sich bei mir schnell erholt.

Einige Patienten versuchen während der Therapie viele Lutschbonbons zu lutschen, um Speichelfluss zu erhöhen…

Ich habe bisher keine Methode gefunden, die tatsächlich die Mundtrockenheit  durch die Lutetium + Actinium Therapie verhindert.

Symptome für Mundtrockenheit, Xerostomie

Wenn der Speichel fehlt, wird im Mund alles empfindlich,
können sich auch verschiedene Bakterien bilden.
Folgende Symptome sind möglich, sind typisch für Mundtrockenheit (Xerostomie, Oligostomie):

  • Probleme beim Sprechen,
  • Probleme beim Schlucken,
  • Geschmacksempfindung wird gemildert,
  • Lippen und Zunge brennen,
  • Mundgeruch,
  • klebrige Belege in den Mundwinkeln
  • rissige Mundwinkel und Lippen
  • kleine, schwer heilende Wunden in der Mundhöhle

Der Speichel in der Mundhöhle hilft bei Verdauung: Enzyme spalten die Stärke in der Nahrung auf, das Gekaute wird zu Brei und lässt sich leichter schlucken.

Der Speichel schützt die Mundschleimhaut vor Entzündungen, härtet die Zähne und schützt sie vor Säure.
Ein Mangel an Speichel kann Karies und Parodontitis fördern, es kann zu Mundgeruch kommen.

Bei Mundtrockenheit fehlt den Zähnen die Schutz- und Reinigungsfunktion des Speichels.

Was tun bei Mundtrockenheit

Wenn der Speichel fehlt, wird im Mund alles empfindlich, die Zunge wird rau und brennt, genauso Zahnfleisch und Gaumen.  Mit fast jedem Bissen muss man trinken.
Beim Sprechen wird der Mund trocken.
Morgens wache ich auf mit unangenehmen Mundgefühl.
Wenn die schützende und reinigende Wirkung des Speichels fehlt,  können sich im Mund unerwünschte Bakterien bilden und die Zähne sind stark gefährdet.

Ich habe mehrere Ärzte und Zahnmediziner gefragt, was kann ich gegen die Trockenheit im Mund tun. Alles führt nur zur Linderung der Symptome für kurze Zeit, die Xerostomie, Oligostomie bleibt.

Was mache ich? Meine Bemühungen, Erfahrung mit Mundtrockenheit, Xerostomie

Ich trinke sehr oft kleine Schlucks Wasser.
Wasser mit Kohlensäure solle die Speichelproduktion ankurbeln, gleichzeitig reizt aber die Schleimhäute bei Schleimhautentzündung.
– Ich trinke meistens Wasser ohne Kohlensäure, manchmal mit kleinem Schuss von Zitronensaft. Manchmal Orangensaft- oder Apfelsaftschorle.

-Tee, besonders mit Gerbstoffe  (wie Schwarz oder Grüntee) wirkt negativ auf meine Zähne, auf mein Zahnfleisch, so dass Gefühl im Mund unangenehm ist.
Zuckerfreie Früchtetees sollen gut geeignet sein, ich mag sie nicht.

Kaffee mit Milch ist für mich neutral.
Alkohol solle man vermeiden, ich trinke jedoch manchmal ein Bier oder Glas Wein.

-Ich putze meine Zähne mit Dentaid Xeros Zahncreme (speziell bei Mundtrockenheit) oder mit Meridol.

Mein Mund spüle ich anschließend  Dentaid® Xeros Feuchtigkeits-Mundspülung, manchmal mit verdünnter Meridol Mundspüllung (gegen Bakterien im Mund).

-gut kauen: das fördert zusätzlich den Speichelfluss.

-Kaugummi und saure Drops regen die Speichelproduktion an.
Ich lutsche oft einzelne TicTaks Orange Geschmack.
Manchmal Salbei Bonbons ohne Zucker.
Kaugummis mit Xylit als Zuckerersatzstoff haben einen nachgewiesenen antibakteriellen Effekt.

-Das Rauchen trocknet den Mund ganz stark aus.

Ich benutze auch sehr oft Sprays die Mund befeuchten, besonders Unterwegs:
-Saliva natura Mundspray 50ml, Produzent Medac.
-Dentaid Xeros Spray 15ml.

Dentoid Xeros Produkte kaufe ich bei einer Internet Apotheke.

Da sich in meinem Mund Risse bilden, die Schleimhaut wird verletzt, brennt oft mein Gamen und Zahnfleisch stark. Dagegen nehme ich 3 mal am Tag:
-Panthenol Tabletten zum Lutschen, mit Dexpanthenol – Vitamin B5.
Hilft die Wunde stellen schneller zu heilen.

Mein Kampf gegen meine Krebserkrankung beschreibe ich genauer auf meiner Seite: Myprostate.de

Schlagworte: Mundtrockenheit, Xerostomie, Oligostomie nach PSMA Therapie mit Lutetium Actinium

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Über Jacek

Ich bin Jacek, bin Stellvertreter der Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Bietigheim und Umgebung. Ich bin 2010 an Prostatakrebs erkrankt, operiert, Metastasen, in Behandlung. Mehr über mich und mein Prostatakrebs: https://myprostate.de/. Für eine kleine Spende, als Anerkennung für meine Arbeit und Ratschläge würde ich mich freuen.
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