Prostatakrebs ASS Wirkung

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Prostatakrebs Geringere Sterberate mit ASS

DALLAS (ars). Acetylsalicylsäure (Aspirin) reduziert die Sterberate bei Acetylsalicylsäure Aspirin ProstatakrebsMännern, die wegen Prostatakrebs operiert oder bestrahlt wurden.
In einer Studie mit 6000 Teilnehmern waren nach zehn Jahren ohne Antikoagulantien acht Prozent an dem Karzinom gestorben, mit Clopidogrel, Warfarin, Enoxaparin oder ASS nur drei Prozent.

Auch das Rezidiv- und Metastasenrisiko war signifikant geringer. Analysen zufolge ging der Vorteil, der bei Hochrisikopatienten besonders ausgeprägt war, vor allem auf ASS zurück (J Clin Oncol 2012; online 27. August).

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Verringertes Krebsrisiko

Forscher um Dr. Jean Tang von der Stanford University School of Medicine werteten Daten von knapp 60.000 Frauen aus. Die Testpersonen waren zwischen 50 und 79 Jahre alt und nahmen an einer Langzeitstudie über zwölf Jahre im Rahmen der Women’s Health Initiative teil. Probandinnen, die regelmäßig Aspirin schluckten, hatten ein um 21 Prozent verringertes Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Nahmen sie die Tabletten für fünf Jahre oder länger ein, sank die Wahrscheinlichkeit sogar um 30 Prozent. Die Wissenschaftler berücksichtigten bei ihren Analysen Unterschiede wie Hauttyp, Rauchgewohnheiten, Sonnenbankbenutzung und weitere Faktoren, die das Hautkrebsrisiko beeinflussen.

„Aspirin hat eine entzündungshemmende Wirkung“, erklärt Tang. „Möglicherweise ist dies der Grund für die Verringerung des Hautkrebsrisikos.“ Denn andere Schmerzmittel wie zum Beispiel Acetaminophen wirkten nicht hemmend auf die Krebsentwicklung. Tang will jetzt in klinischen Studien untersuchen, ob Aspirin zur Hautkrebsprävention einsetzbar ist.

Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) ist seltener als der weiße Hautkrebs, aber besonders aggressiv. Denn die Krebszellen können sich sehr leicht und schnell über das Lymphsystem ausbreiten und so in anderen Organen Metastasen bilden. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 22.000 Menschen neu an dieser Hautkrebsart.

Starke Nebenwirkungen

Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure und der Krebssterblichkeit gibt es schon seit etwa 20 Jahren. In unterschiedlichen Studien zeigten Wissenschaftler, dass Aspirin das Sterblichkeitsrisiko für Krebs um bis zu 37 Prozent verringerte. Vor allem Magen-, Darm- und Brustkrebs ließen sich durch das Schlucken der Tabletten hemmen. Bei bereits erkrankten Patienten verringerte eine geringe, tägliche Dosis Aspirin die Metastasenbildung im Körper.

Trotzdem warnen Wissenschaftler von Nebenwirkungen. Denn Aspirin kann auch starke Nebenwirkungen haben. Der Wirkstoff greift die Schleimhäute im Verdauungstrakt an. Dadurch kann es zu Geschwüren und Blutungen im Magen- und Darmbereich kommen. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.

Quelle: Gamba C.A. and Tang J.Y. et al.: Aspirin is associated with lower melanoma risk among postmenopausal Caucasian women, 2013, Cancer, doi: 10.1002/cncr.27817

 

Die regelmäßige Einnahme von Aspirin soll vor Krebs schützen. Aber warum? Forscher der Uni Jena haben einen neuen Mechanismus entdeckt, der die Proteinkinase B hemmt und neue Ansätze in der Krebstherapie eröffnet.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien veröffentlicht, die nahelegen, dass die tägliche Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) der Krebsentstehung und Metastasierung vorbeugt. Die Erfolge der täglichen Einnahme scheinen sehr vielversprechend – von einer Reduktion der Krebssterblichkeit um 37 Prozent ist die Rede und einer Reduktion der Bildung von Fernmetastasen um 36 Prozent.

Soll nun also jeder vorbeugend Aspirin schlucken? Wohl eher nicht, denn neben den bekannten und nicht zu vernachlässigenden Nebenwirkungen, gibt es auch Studien, die nicht zu dem gleichen Ergebnis kommen. So zeigte die Auswertung der Women’s Health Study, in der 40.000 Teilnehmerinnen über zehn Jahre jeden zweiten Tag ASS einnahmen und die Physicians Health Study mit 22.000 Männern, die das Medikament über fünf Jahren jeden zweiten Tag einnahmen, kein verringertes Risiko für Krebs und die Krebssterblichkeit.

Neuer Wirkmechanismus von ASS entdeckt

Noch immer ist der molekulare Mechanismus, der für die krebsvorbeugende Wirkung von ASS verantwortlich sein könnte, nicht ausreichend geklärt. Im letzten Jahr gab es Veröffentlichungen, die positive Effekte von ASS über die Aktivierung des Enzyms AMPK (AMP-activated protein kinase) erklären. AMPK reguliert in den Zellen den Energiestoffwechsel – eine erhöhte Konzentration von AMPK reduziert in der Folge die Zellteilungen.

Einen anderen Mechanismus haben nun Forscher der Uniklinik Jena entdeckt.
Ihre Forschungen setzen am der Proteinkinase B an. Die Proteinkinase B ist ein zentraler Regulator im zellulären Geschehen. Einflussnahme auf Zellwachstum, Zellproliferation und Zelldifferenzierung sind nur einige Beispiele für die wichtige Rolle dieses Enzyms. “Auch in Tumorzellen, die sich unkontrolliert vermehren, ist die Proteinkinase B maßgeblich am Wachstum beteiligt”, erklärt Dr. Andreas Koeberle vom Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Aus diesem Grund ist es interessant zu verstehen, wie dieses Schlüssel-Enzym selbst reguliert wird. Dr. Koeberle und Kollegen aus dem Arbeitskreis um Prof. Dr. Oliver Werz vom Lehrstuhl für Pharmazeutische und Medizinische Chemie haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Tübingen und Tokio nun einen gänzlich neuen Regulationsmechanismus entdeckt, der über ein Speicherlipid in der Zellmembran funktioniert. Dieses Speicherlipid ist nicht unbekannt – es handelt sich um Arachidonsäure – nicht in freier, sondern in Phosphatidylcholin gebundener Form (Arachidonyl-Phosphatidylcholin).

Wirkt Aspirin auf das Speicherlipid?

Dr. Koeberle möchte nicht ausschließen, dass die vor Krebs schützende Wirkung, die beispielsweise für Aspirin, bei kontinuierlicher Einnahme gezeigt wurde, nicht nur auf der verringerten Bildung von Eikosanoiden beruht.
Es könnte auch sein, dass in der Zelle vorliegende freie Arachidonsäure durch die COX-Hemmung nicht weiter umgesetzt, sondern wieder in die Speicherform überführt wird. “Dadurch würde einerseits eine Entzündungsreaktion abgeschwächt, andererseits die Proteinkinase B gehemmt und im Zusammenspiel einer potentiellen Krebsentstehung entgegengewirkt”, erklärt er.
Das soll nun experimentell untersucht werden. Ebenso möchten die Wissenschaftler untersuchen, ob das in der gesunden Zelle vorliegende Gleichgewicht zwischen der membrangebundenen und der freien Arachidonsäure durch Medikamente beeinflusst werden kann, um der Krebsentstehung entgegenzuwirken. Mögliche Angriffspunkte wären daher Phospholipasen oder Acyltransferasen, also der Enzyme, welche die Freisetzung bzw. den Einbau katalysieren. Bisher beruht diese Vorstellung jedoch nur auf Hypothesen.

Aspirin als Dauermedikation verordnen – oder besser nicht?

Welche Konsequenzen ergeben sich aus den neuesten Forschungen konkret für den Patienten? Von der eigenmächtigen langfristigen Einnahme von ASS wird auf jeden Fall abgeraten. Auch für Menschen ohne bekanntermaßen erhöhtes Krebsrisiko eignet sich die Einnahme nicht. Denn die Studienergebnisse

In jedem Einzelfall muss auch das Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere Blutungen im Verdauungstakt, gegen die möglichen, aber eben nicht sicher bewiesenen, positiven Effekte abgewogen werden. Kritiker der Studien betonen, dass der Nachbeobachtungszeitraum in allen Studien zu kurz sei, um Rückschlüsse auf einen Zeitraum von 20 Jahren zu ziehen. Zudem waren die meisten Studien nicht explizit darauf angelegt, die Auswirkungen auf die Krebshäufigkeit zu untersuchen, sondern wurden retrospektiv daraufhin ausgewertet. Damit ist aber unklar, ob bzw. wie viele der Studienteilnehmer in den Gruppen beispielsweise erhöhtes Krebsrisiko aufwiesen.

Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass es gute Hinweise auf eine positive Wirkung von ASS auf die Krebshäufigkeit gibt, es aber noch weiterer Studien bedarf, um konkrete Therapieempfehlungen auszusprechen.

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Andere Veröffentlichungen betrachten meistens den Einsatz von Aspirin als Vorbeugung gegen Prostatakrebs, also den Zeitraum vor der Ersttherapie (Zwischen metastasiertem und nicht metastasiertem PCa wird nicht unterschieden). Hierbei kommt es zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Teilweise auch insofern ungünstig, als die regelmäßige Einnahme von Aspirin den PSA-Wert absenkt und damit eine frühzeitige Entdeckung eines PCa evtl. verhindert werden kann.
Einige Studien zum Einsatz von Aspirin bei der generellen Prostatakrebsprävention kamen zu dem Ergebnis, dass 100mg Aspirin pro Tag nicht ausreichend sind. Bei einer umfangreichen Kohorten-Analyse  wurde eine tägliche Dosis von 325mg (US Standarddosis für Erwachsene) Aspirin pro Tag festgelegt.

Nach meinen Erfahrungen kann auch die geringe Dosis von 100mg Aspirin pro Tag Auswirkungen auf den PSA Wert in Form einer Absenkung haben (Studien vermuten ca. 10% Absenkung im Durchschnitt). Offen bleibt die Frage ob dies dann ein reiner PSA-Maskierungseffekt ist oder eben doch auch eine Verbesserung des prostatakrebsspezifischen Überlebens im Sinne der Choe Studie beinhalten könnte.

Die positive Wirkung von Aspirin wurde ab einem Einnahmezeitraum von 3 Jahren beobachtet.

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