Erhöhtes Prostatakrebs Risiko bei PSA über 1 ng/ml

bitte Teilen
Wenn gefällt bitte bewerten:
[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]

Fünffach erhöhten Prostatakrebses Risiko bei PSA über 1 ng/ml

 

PSA TestNoch vor einigen Jahren wurden PSA-Werte unter 4 ng/ml als unbedenklich angesehen. Aktuell wird der altersabhängige Schwellenwerte für das Gesamt-PSA bei 40-49 Jährigen mit 2,5ng/ml  definiert (WHO cut-off-Wert).

Die Urologen um Christopher Weight von der Mayo Clinic in Minneapolis (in USA) haben im Oktober 2013 im Jurnal of Urology neue Erkenntnisse veröffentlicht.

Nach Daten einer Langzeitstudie, die Weight und Mitarbeiter nun ausgewertet haben, bei PSA-Wert unter 1 ng/ml, ist das Risiko, in den folgenden Jahren an einem aggressiven Karzinom zu erkranken, äußerst gering.

Bei PSA über 1 ng/ml ist das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken fünffach erhöht.

Die Urologen haben 268 Männern in einer größeren Kohortenstudie (beobachtende Studie) im Schnitt 16 Jahre lang beobachtet.

Die Männer waren alle zwischen 40 und 50 Jahren alt und zufällig ausgewählt worden. Sie haben an einem jährlichen Krebsscreening teilgenommen, unter anderem mit PSA-Test und  digital-rektaler Untersuchung (DRU).
Ein Großteil von ihnen (73%) hatte bei der ersten Untersuchung einen PSA-Wert unter 1 ng/ml.

Bei 3% in dieser Gruppe (sechs Männer) wurde im Laufe der Studie ein Prostatakrebs festgestellt, in der Gruppe mit PSA-Startwerten über 1 ng/ml entwickelten 16% (zwölf Männer) einen malignen Prostatatumor.

Bei den 66 durchgeführten Biopsien wurde 18 Mal ein Prostatakarzinom diagnostiziert; bei  80% der der Biopsien wurde kein Tumor festgestellt.

Digital-rektale Untersuchung DRU

Bei 27 Männern wurde bei der ersten Tastuntersuchung der Prostata ein auffälliger Befund festgestellt, jedoch im Laufe der Studie entwickelte sich bei denen ein maligner Tumor nicht häufiger als solche ohne auffälligen Erstbefund. Sie mussten sich aber häufiger einer Biopsie unterziehen: Bei zehn von ihnen wurden Gewebeproben aus der Prostata entnommen, aber nur bei einem ein Tumor diagnostiziert.

Die digital-rektale Untersuchung  war im Vergleich mit den PSA-Werten über 1 ng/ml nicht wegweisend.

Nach Daten dieser Langzeitstudie, die Weight und Mitarbeiter nun ausgewertet habenkonnte damit nur bei einem von 1000 gescreenten Männern ein tödliches Prostata-Ca verhindert werden, dagegen schadete das Screening sieben von 1000 Männern, etwa durch unnötige Biopsien.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis beim PSA-Test ließe sich jedoch steigern, wenn sich nur Männer mit einem hohen Risiko für Prostatakrebs regelmäßig einem PSA-Test unterziehen würden, die anderen aber nicht.

Fazit:

Nach Ansicht der US-Urologen, wenn  der PSA-Werter unter 1 ng/ml liegt, ist das Risiko, in den folgenden Jahren an einen Prostatakrebs zu erkranken, äußerst gering. Solche Männer können sich das jährliche Screening also sparen.

Eine solche Strategie gut zu funktionieren, wenn man den PSA-Wert bei Männern im Alter von 40 bis 50 Jahren misst.

Niedriger PSA-Wert: marginales Risiko für tödliche Tumoren

Für Weigt und Mitarbeiter liegen die Konsequenzen auf der Hand: Männer mit einem niedrigen PSA-Wert in ihren 40er-Jahren entwickeln in den folgenden 15 bis 20 Jahren allenfalls niedrigmaligne Tumoren.

Die Gefahr, ein tödliches Karzinom zu übersehen, ist für sie marginal. Dagegen ist die Gefahr hoch, dass sie sich bei einem regelmäßigen PSA-Screening einer unnötigen Biopsie unterziehen.

Liegt der PSA-Wert auch im fortgeschrittenen Alter unter 1 ng/ml, dann bräuchten sie nach den Daten einer großen europäischen Präventionsstudie auch den Rest ihres Lebens kein tödliches Prostata-Ca zu befürchten und könnten auf weitere PSA-Tests ganz verzichten.

PSA über 1 ng/ml – fünffach erhöhtes Krebsrisiko

Bei den Männern, die schon in recht jungen Jahren einen PSA-Wert von über 1 ng/ml haben empfehlen die US-Urologen eine Wiederholung nach sechs bis acht Wochen.
Quelle: aerztezeitung.de


Last updated by at .

bitte Teilen
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

6 Kommentare

  1. was heisst PSA ng/l oder PSA ug/l

  2. Nach 4 Jahren total OP habe ich 0,52 psa,jetzt soll ich mit bicalutamid behandelt werden, jeden Tag 1 Tabletten, ist das OK? Im September 13 hatte ich 0,4 psa. Vlg ernst ich bin 70.

    • Bicalutamid bindet an Testosteron-Rezeptoren und hemmt dadurch das Prostatakrebswachstum. Wenn Sie als Dosis 150mg Tabletten bekommen, es ist bestimmt nichts falsches dabei. Dosis 50mg wäre zu niedrig.
      Die Nebenwirkungen sind vergleichbar mit Depot-Spritze gering.

      Wenn Bicalutamid das PSA-Wachstum nicht stoppt, kann man mit Bicalutamid 50mg + Depot-Spritze versuchen. Die Nebenwirkungen sind dann aber viel Stärker: => Hormonbehandlung

      Oft wird bei PSA Anstieg nach OP eine Bestrahlung der Prostataloge durchgeführt.
      Da bei Ihnen der PSA-Anstieg langsam ist, würde ich zuerst ca. 3 Monaten abwarten, ob Bicalutamid Wirkung zeigt.

  3. Hallo Jacek,
    2011, mitte Mai totale Prostataektomie m. Lymhadenektomie seit dem konstanter PSA- Wert von
    0,008 ich brauche erst in zwei Jahren zum Onkologen
    zur n.Untersuchung.
    Der Urologe macht den PSA- Test alle drei Monate weiter,istdas OK ?
    Olaf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.