Zytiga, Abiraterone

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Zytiga, Abiraterone Wirkung bei Prostatakrebs, Informationen, Erfahrungsberichte

 

Wie wirkt Zytiga Abiraterone bei Prostatakrebs, wie wird angewendet, welche sind die Nebenwirkungen, Kosten, Erfahrungen von Patienten.

Abiraterone, Zytiga, Wirkung, Erfahrungen

Wirkung von Zytiga, Abiraterone

Zytiga® enthält den Wirkstoff Abirateron (Abirateronacetat, abiraterone acetate) und wird zur Behandlung von Prostatakrebs (Prostatakarzinom) eingesetzt.

Tabletten: mit je 500 mg Abirateronacetat, Rezeptpflichtig

Abirateron ist ein sogenannter Testosteron-Hemmer (Testosteron-Inhibitor), der selektiv das Enzym CYP17 unterbindet.
Im Gegensatz zu den Medikamenten, die im Rahmen der Hormontherapie eingesetzt werden (LHRH-Agonisten), blockiert Abirateron nicht nur die Testosteronproduktion in den Hoden, sondern auch in den Nebennieren und im Tumorgewebe selbst.
Der Hormonspiegel sinkt dadurch unter die Nachweisgrenze, wenn das Präparat gemeinsam mit LHRH-Agonisten verabreicht oder mit einer Hoden-Entfernung kombiniert wird.

Abirateron (Zytiga) ist der erste Vertreter einen neuen Wirkstoffgruppe, die das Enzym Cytochrom P-450c17 (CYP17) hemmen, einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Testosteron.

Unter dieser Hormontherapie kann das Tumorleiden häufig über Jahre stabilisiert werden, bevor es schließlich zum erneuten Anstieg des PSA kommt.

Das Gesamtüberleben wird deutlich verlengert. In der Studie waren nach etwa 3 Jahren etwa 70 von 100 Männern  noch am leben. 
Im Vergleich dazu waren nach 3 Jahren nur 50 von 100 Männern die Standardtherapie bekommen haben noch an leben.

Das Wachstum von Prostatakrebs wird in vielen Fällen durch das männliche Sexualhormon Testosteron gefördert. Mit Medikamenten lässt sich die Testosteronproduktion hemmen, was den Hormonspiegel so weit absinken lässt, dass sich der Tumor nicht weiter ausbreiten kann (chemische Kastration). Das gleiche Ziel lässt sich durch die Entfernung der Hoden erreichen (operative Kastration).

Mit der Zeit werden viele Prostatatumoren aber unempfindlich gegen diese erzwungene Absenkung des Testosteronspiegels, das heißt: Es genügen ihnen dann auch die extrem niedrigen Testosteronwerte, um weiter zu wachsen. Manche Tumoren stellen auch ihr eigenes Testosteron her. Mediziner sprechen dann von kastrationsresistentem Prostatakarzinom.

Tabletten sollen einmal täglich eingenommen werden, obwohl die Halbwertszeit im Körper lediglich 15 Stunden beträgt.

Die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Abirateron-Konzentration im Plasma beträgt etwa 2 Stunden.

Die Gabe von Abirateronacetat mit Nahrungsmitteln führt im Vergleich zur Gabe im nüchternen Zustand, abhängig vom Fettgehalt der Mahlzeit, zu einem bis zu 10-fachen (AUC) Anstieg der mittleren systemischen Abirateron-Exposition.

Preis Zytiga, Kosten:

Seit dem 15. Juli 2017 neue Preise:

Zytiga 500 mg, Packung 56 Tabletten, für eine Therapie über 28 Tage kostet um die  3.558 Euro, Kosten für Tagesdosis: 127,07 Euro.
Gesetzliche Zuzahlung auf ein Kassenrezept einer gesetzl. Krankenkasse: 10 Euro.

 
Zum 30. September 2017 hat Janssen in Deutschland die  250-mg-Tabletten, vom Markt genohmen. Patienten werden auf die 500-mg-Filmtabletten umgestellt.

1000 mg Zytiga wird  täglich in Kombination mit 5 mg Prednison oder Prednisolon bei kastrationsresistentem Prostatakrebs verabreicht, wenn der Tumor bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat.

Niedrig dosiertes Zytiga (Abiraterone)

Eine neue Studie zeigt, dass 250 mg Zytiga in Verbindung mit einem fettarmen Frühstück nicht schlechter wirkt als die  empfohlenen 1000 mg Dosis

https://prostatakrebs-tipps.de/niedrig-dosiertes-zytiga-abiraterone/

 

Zytiga, wie lange einnehmen

Zytiga (Abiraterone) wirkt auch wie andere Medikamente bei der Hormontherapie nicht auf die Ewigkeit.

In einigen Fällen wirkt überhaupt nicht, manchmal kann nur ein paar Monate wirken, manchmal mehrere Monate auch einige Jahre.  Alles ist von dem persönlichen Tumorart  und  der Wirkung auf den einzelnen Patient abhängig.

Wichtig ist die Zytiga so lange zu einnehmen, wie lange sie wirkt, bis sich Resistenzen bilden und der PSA-Wert wieder weiter steigt,  bis durch die  Bildgebung das weitere Fortschreiten des Prostatakarzinomes sichtbar wird.
Danach (nach Arztdurchsprache) ist sinnvoll die Dosis schnell zu reduzieren  und weiter mit dem Medikament Xtandi  (Enzalutamide) zu versuchen.

Auch eine Chemotherapie könnte die Wirksamkeit von Zytiga wieder aktivieren.

 

Zytiga oder Xtandi, was zuerst?

die Frage wird oft gestellt, eindeutige Studien gibt es noch nicht.
Ich habe Zytiga einige Monate eingenommen  mit guter Wirkung. Xtandi habe ich nicht probiert.
Die Ärzte verschreiben gerne zuerst Xtandi, da die Einnahme von Prednison (Cortison) nicht notwendig ist.
Es zeigen sich aber einige medizinische Hinweise (Infos von einem Seminar in September 2017 für Fortgeschrittenen Prostatakrebs), dass die Sequenz zuerst mit Zytiga zu anfangen und erst danach mit Xtandi besser ist.
Diese Kombination wirkt länger bis sich Resistenzen bilden und die Wirkung verpufft.

In einer retrospektive Analyse der Daten von 71 mCRPC-Patienten, die beim onkologischen Symposium ASCO GU 2018 vorgestellt wurde (18), ergab die Auswertung einen signifikanten Unterschied im kombinierten progressionsfreien Überleben unter beiden Therapielinien:
Es sei unter Abirateron -> Enzalutamid im Median 3,8 Monate länger gewesen als unter Enzalutamid -> Abirateron (median 16,3 vs. 12,5 Monate).
Das Gesamtüberleben seit Beginn der Erstlinientherapie war numerisch, jedoch nicht signifikant länger (median 29,0 vs. 21,0 Monate).

Auswahlkriterien für Abirateron

Das Anwenden Abiraterone wird besonders empfohlen, bei:

  • asymptomatischer Erkrankung (keine Schmerzen)
  • keine Metastasen in Lungen oder Leber
  • Ansprechen von primärerer Hormontherapie mehr als 16 Monate
  • PSA-Wert < 114ng/ml

Ob sinnvoll ist Abirateron als Monotherapie statt der Androgendeprivationstherapie (ADT) eizusetzen, oder in Kombination mit der ADT auch in einem früheren Stadium der Erkrankung, in dem der Patient noch keine Kastrationsresistenz entwickelt hat, wird aktuell in mehreren Studien untersucht.

Zytiga® wird nur gemeinsam mit einem Kortikosteroid (Prednison oder Prednisolon) eingesetzt. Der Grund: Zytiga® kann Bluthochdruck, Kalium-Mangel und Flüssigkeitsansammlungen im Körper verursachen. Das gleichzeitig verabreichte Kortikosteroid senkt das Risiko und den Schweregrad solcher Nebenwirkungen.

Angeblich Abirateron hemmt die Cortisonproduktion der Nebennieren, so dass künstliches Cortison in Form von Prednison notwendig ist.

Es wird berichtet über eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens von 8,3 auf 16,5 Monate. Das Gesamtüberleben hat sich nach Auskunft der FDA von 30,1 auf 35,3 Monate verlängert. Abirateron zögerte auch den Zeitpunkt bis zum Beginn der Chemotherapie heraus, es senkte den Opiatverbrauch der (an schmerzhaften Knochenmetastasen leidenden) Patienten und verbesserte (vorübergehend) ihren Allgemeinzustand.

Studie COU-AA-302 belegt dass Abirateronacetat  das Gesamtüberleben um 4,4 Monate und das radiologisch progressionsfreie Überleben um 8,3 Monate verlängerte. Der Androgenbiosynthesehemmer reduzierte auch signifikant die Beeinträchtigung des Alltags durch die Fatigue und das Auftreten eines ersten skelettalen Ereignisses ließ sich deutlich hinauszögern.

Leider ist die Ansprechrate nicht besonders hoch (aus der US Community). Etwa 1/3 sprechen sehr gut an, etwa 1/3 haben eine relative kurzfristige Verlangsamung des PSA Wachstums und bei dem letzen Drittel geht der PSA Wert unvermindert hoch. Es kommt in etwa der Hälfte der Fälle, die auf Zytiga ansprechen zu einem PSA Flare, PSA-Anstieg (Flare-Up-Phänomen).
Das kann bis zu 12 Wochen dauern bis der PSA Wert dann anfängt zu fallen. Die nicht so gute Ergebnise komen deswegen zustande, weil in vielen Fällen der Tumor ist schon Hormon resistent.
 

Die gleichzeitige Anwendung zusammen mit Enzalutamid-Xtandi :
Behandlung mit Abiraterone + Enzalutamid gleichzeitig wirkte in aktuellen Studien schlechter als Abiraterone alleine.

Weniger Schmerzen unter Abirateron

Nach den Ausführungen von Prof. Jürgen Gschwend, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik der Technischen Universität München, Klinikum rechts der Isar, durch die Behandlung  mit Abiraterone  ließ sich der Beginn einer Opiattherapie signifikant um zehn Monate hinauszögern (HR: 0,72, p<0,0001). 
Die krebsbedingten Schmerzen, die so stark waren, dass sie eine Opiattherapie erforderten, traten signifikant später auf.
Beim mCRPC handelt es sich  meistens um Knochenschmerzen verursachte durch Metastasen.

Zugleich ließ sich das Auftreten eines ersten skelettalen Ereignisses signifikant hinauszögern, sowohl die Knochenschmerzen als auch die skelettalen Ereignisse.

Zytiga früh einsetzen

Die Gabe von Enzalutamid nach Versagen von Abirateronacetat führte bei knapp der Hälfte (46%) Patienten einer Beobachtungsstudie zu einem PSA-Abfall von >30%, sowie bei 1/3 Patienten (33%) zu einem PSA-Abfall von >50% führte.

Das bedeutet, dass Enzalutamid zumindest bei einem Teil von Patienten nach Abirateron wirksam bleibt und diese Sequenz durchaus sinnvoll ist.

Gschwend (Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik der Technischen Universität München) meint, der mit dem Einsatz von Abirateronacetat in der Erstlinie des mCRPC kann direkt nach Versagen der Androgendeprivation mit einem LHRH-Agonisten/Antagonisten angefangen werden. Der Wirkstoff zielt nicht auf den Androgenrezeptor ab, sondern auf ein weiteres Absenken des Testosteronspiegels.

Es bleibe die Möglichkeit bestehen, in einer späteren Linie mit Enzalutamid am Androgenrezeptor anzugreifen, erläuterte Geschwend.

Der Beginn der mCRPC-Therapie mit Abirateronacetat kann einen klinischen Vorteil für den Patienten bieten (auch vor dem Hintergrund verbesserter Lebensqualität und der guten Wirksamkeit auf Patienten bei Fatigue), ohne dass man sich die Möglichkeit verbaut, Enzalutamid als Folgetherapie einzusetzen.

Frühzeitiger Einsatz von Abirateronacetat kann das Gesamtüberleben verlängern

Die randomisierte, placebokontrollierte Phase 3-Studie COU-AA-302 untersuchte die Wirksamkeit von Abirateronacetat in der Behandlung des mCRPC bei Chemotherapie-naiven Patienten.
Ein früher Erstlinien-Einsatz von Abirateronacetat zeigte in allen Subgruppen signifikante Vorteile beim Gesamtüberleben und weiteren sekundären Endpunkten.

Eine Subgruppe besonders stark von der frühen Erstlinien-Therapie mit ZYTIGA® profitiert: Studienteilnehmer mit einem PSA <80ng/ml, einem Gleason-Score <8 und einer geringen Schmerzintensität erreichten ein Gesamtüberleben von 53,6 Monaten und einen Lebenszeitgewinn von 11,8 Monaten im Vergleich zu Placebo + Prednison.

! Die Therapie mit Zytiga solle so lange durchgeführt werden, bis der Fortschritt der Erkrankung mit Knochenscan oder CT festgestellt wird. Ein PSA Anstieg ist nicht ausreichend, um die Therapie zu abbrechen. !

Zytiga Abiraterone früherer Einsatz gleichzeitig mit  Androgenentzugstherapie (ADT) verlängert Überlenenszeit, ASCO 2017, STAMPEDE und LATITUDE-Studie
=> frühzeitige Kombination ADT mit Zytiga

Nebenwirkungen Zytiga

Die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen (sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht):

  • Sehr häufig: Harnwegsinfektionen,
  • Kalium-Mangel, Bluthochdruck,
  • Durchfall (medizinisch Diarrhoe oder Diarrhö)
  • Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) in Armen und Beinen
  • Häufig: Erhöhte Triglyzeridwerte, Herzschwäche, Herzenge (Angina pectoris), Herzrhythmusstörungen (wie Vorhofflimmern und beschleunigter Herzschlag = Tachykardie),
  • Dyspepsie, eine Verdauungsstörung im Oberbauch,  Beschwerden wie Völlegefühl nach dem Essen, frühes Sättigungsgefühl, Oberbauchschmerzen, Unwohlsein und Magenbrennen. Zur medikamentösen Behandlung werden unter anderem Prokinetika (z.B. MCP), Phytopharmaka (Iberogast), Antazida (Omeprazol), H2-Antihistaminika (Ranitidin) empfohlen.
  • erhöhte GPT-Werte (ALT): Enzym, das vor allem in der Leber vorkommt,
    GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) = ALT (Alanin-Aminotransferase),
  • Gelegentliche Nebenwirkungen: Nebenniereninsuffizienz
  • Abirateron kann Leber schädigen.

Wechselwirkungen

  • Nahrungsmittel können die Aufnahme von Zytiga® stark beeinflussen. Daher darf das Medikament nicht zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe Warnhinweise).
  • Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung von Medikamenten, die vom Enzym CYP2D6 aktiviert oder verarbeitet werden wie z.B. Metoprolol oder Propranolol (bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Desipramin oder Venlafaxin (bei Depressionen), Haloperidol (bei Psychosen), Propafenon oder Flecanid (bei Herzrhythmusstörungen), Codein (Hustenstiller, Schmerzmittel), Tramadol (Schmerzmittel).
  • Medikamente, die das Enzym CYP3A4 hemmen oder seine Aktivität ankurbeln, könnten damit auch die Verarbeitung von Zytiga beeinflussen. Solche Wirkstoffe sollten daher nicht oder nur mit Vorsicht eingenommen werden. Beispiele: Ketoconazol und Voriconazol (bei Pilzinfektionen), Saquinavir, Indinavir und Ritonavir (HIV-Medikamente), Phenytoin, Carbamazepin und Phenobarbital (gegen Epilepsie), Rifampicin (Antibiotikum).

Warnhinweise!

  • Die Tabletten müssen mindestens zwei Stunden nach der letzten und eine Stunde vor der nächsten Mahlzeit geschluckt werden.
  • Vorsicht bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte.
  • Bei Bluthochdruck-Patienten muss der Blutdruck stabil eingestellt sein, bevor mit der Einnahme von Zytiga begonnen wird.
  • Ein Kalium-Mangel (Hypokaliämie) muss vor Einnahmebeginn behoben werden.
  • Zytiga kann Bluthochdruck, Kalium-Mangel und Flüssigkeitsansammlungen verursachen. Daher ist Vorsicht geboten bei Patienten mit Grunderkrankungen, deren Zustand sich durch solche Nebenwirkungen verschlechtern könnte. Ebenfalls zur Vorsicht wird geraten bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung.
  • Blutdruck, Kalium-Spiegel im Blut sowie eine mögliche Flüssigkeitsansammlung sollten vor Behandlungsbeginn sowie danach mindestens einmal im Monat kontrolliert werden. Besonders muss darauf geachtet werden, wenn während der Behandlung mit Zytiga® das Kortikosteroid (Prednison oder Prednisolon) abgesetzt wird. Die Patienten sollten dann auch auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion hin überwacht werden.
  • Vor und während der Therapie mit Zytiga® sollte regelmäßig die Leberwerte im Blut kontrolliert werden. Kommt es zu einem deutlichen Anstieg (insbesondere von ALT), signalisiert dies eine Leberschädigung und die Behandlung muss sofort unterbrochen werden.
  • Zur Anwendung von Zytiga® bei Menschen mit einer durch Viren verursachten Leberentzündung (Hepatitis) liegen keine Erfahrungen vor.
  • Sind Patienten während der Einnahme von Prednison oder Prednisolon ungewohntem Stress ausgesetzt, muss eventuell die Dosis des Kortiokosteroids erhöht werden.
  • Bei fortgeschrittenem, gestreutem Prostatakrebs kann eine verminderte Knochendichte auftreten. Die Behandlung mit Zytiga® in Kombination mit einem Kortikosteroid kann diesen Effekt verstärken.
  • Hat ein Patient zuvor Ketoconazol zur Behandlung des Prostatakarzinoms erhalten, kann es sein, dass er auf die Zytiga®-Therapie weniger gut anspricht.
  • Die Tabletten enthalten Milchzucker (Laktose). Sie sollten daher bei bestimmten Zuckerverwertungsstörungen nicht eingenommen werden (erblich bedingte Galaktose-Intoleranz, Laktase-Mangel, Glukose-Galaktose-Malabsorption).
  • Zudem enthält das Medikament mehr als 1 mmol (27,2 mg) Natrium pro Dosis von vier Tabletten. Patienten, die sich natriumarm (kochsalzarm) ernähren müssen (z.B. bei Bluthochdruck), sollten dies berücksichtigen.
  • bei Geschlechtsverkehr mit einer Schwangeren ist ein Kondom erforderl.;
    bei Geschlechtsverkehr mit einer Frau im gebärfähigen Alter ist ein Kondom und gleichzeitig eine andere zuverlässige Verhütungsmethode erforderl.

Meine Erfahrung mit Zytiga (Abiraterone)

Da mein PSA-Wert wieder gestiegen ist, habe ich am 24.11.2017  wieder  mit Zytiga angefangen. Am 25.12.2017 wieder abgebrochen.

Die Nebenwirkungen sind wieder da: unwohl Befinden in Magen-Darm Trakt, leichte Schmerzen im oberen Bauchbereich, bin leicht geschwächt.
Positiv ist, dass meine Psyche sich verbessert hat.
Ich nehme Zytiga 2x500mg abends mit Prednison 5mg. Morgens nehme ich Prednison 10mg.
Gegen die Nebenwirkungen  nehme ich 3-mal am Tag zusätzlich 400mg Artischocken Trockenextract (Heparstadt) und zum Essen Lefax intens, manchmal MCP.
Leider helfen die Medikamente nicht  genügend.

Es bleibt auch leichte Schwäche, erhöhtes Schwitzen in der Nacht.


Meine Erfahrungen vom 05.11.2016 bis 14.Feb  2017.

Am 05.11.2016 habe ich angefangen mit Zytiga,
Zusätzlich habe ich am 18.11.2016  die erste Infusion mit Xofigo gegen Knochenmetastasen bekommen.
Am 14.11.2016 war der Testosteronspiegel wieder nicht messbar und der PSA-Wert ist auf 0,145 ng/ml gefallen.
Am 02.12.2016 PSA-Wert ist auf 0,102 ng/ml gefallen.
Am 30.01.2017 PSA-Wert ist 0,036 ng/ml

Ich schlucke jeden Tag gegen 7 Uhr  4 Tabletten Zytiga. Manchmal, wenn ich an diesem Tag etwas zu erledigen habe, nehme ich nur 3 Tabletten, um die Nebenwirkungen zu mildern. 1 Tablette Zytiga beinhaltet 250 mg von Abiraterone.
Um 8 Uhr und dann um 19 Uhr nehme ich jeweils 5 mg Prednisolon.

Meine bisher eingetretenen Nebenwirkungen (nach einem Monat) sind:

  • verstärkte Schweißausbrüche, Hitzewallungen
  • bis ca. 15 Uhr erschwertes Atmen (Nebenwirkung von Zytiga)
  • bis ca. 15 Uhr so gennante Dyspepsie, unwohl Befinden in Magen-Darm Trakt, leichte Schmerzen im oberen Bauchbereich, bin leicht geschwächt.
  • in der Nacht Krämpfe der vordere Schienbeinmuskel (tibialis anterior) im linken Bein, Magnesium vor dem Schlafen scheint zu helfen

Gegen erschwertes Atmen wurde mir Kardamom ätherisches Öl von einer Ärztin empfohlen.
Gegen die andere Nebenwirkungen nehme ich zusätzlich 5 mg Prednisolon, trinke Ingwer Tee, nehme Tabletten MCP (30 mg abends) und Pantoprazol (20 mg morgens und abends).

In drittem Monat habe ich die Zytiga Einnahme von morgens auf Abends verschoben.
Ich nahm gegen 22 Uhr  3 oder 4 Tabletten.
Die Nebenwirkungen haben sich leicht verringert.
Mein PSA-Wert war von Monat zu Monat niedriger.
Am 14.Feb  2017 habe ich die Einnahme von Zytiga (& Prednisolon) wegen den Nebenwirkungen abgebrochen.

Ausgewählte Erfahrungen von Patienten

  • So nehme ich eine halbe Zytiga – früher 250mg – eine Stunde vor dem Frühstück nüchtern mit Olivenöl. Andere nehmen 500mg und abends. Einer macht das jetzt zwei Jahre bei einem psa um die 3 ng/ml.
    Prednisolon wird auch halbiert oder ganz durch Dekortin 0,25 ersetzt.
    Einige haben das Xtandi durch Zytiga wieder getauscht, weil die NW bei Zytiga ohne Prednisolon erträglicher sind.

  • Ich war sehr verzweifelt nach der Chemo, hatte starke Knochenschmerzen und besonders Tag und Nacht erhebliche Übelkeit. Mir wurde am 22.03. Zytiga verschrieben und mein Zustand besserte sich schlagartig. Mein PSA-Wert ist innerhalb von 40 Tagen von 163 auf 21 gesunken. Die Nebenwirkungen halten sich bisher in Grenzen. Mein Onkologe sagte mir, dass mit Glück die Wirkung vielleicht 1-2 Jahre anhält.

  • bis Juli 2016 Einnahme von Zytiga (& Prednisolon); danach abgesetzt wegen gravierender Muskelprobleme – in dieser Zeit auch keine sichtbare Besserung des PSA-Wertes
  • Am 20.06.2011 fing ich mit PSA 76,44 ng/ml an, jetzt am 30.01.2012 ist mein PSA auf 18,92 ng/ml gefallen. Dafür sind meine Nebenwirkungen erheblich: Schweißausbrüche, Schwindelgefühle, Atemnot beim Treppensteigen, Herzklopfen, Hitzewallungen,Taubheit in Händen und Füßen. Man sagte mir, dass die Symptome ähnlich wie bei der Chemo sind. Hoffe, dass die Quälerei sich lohnt und der PSA weiter fällt.

  • Abirateron aber seit dem 22.9.2011 von meinem Urologen verschrieben. Der PSA ist zunächst rasant gefallen, von 713 am 28.7.2011 auf 3,63 am 15.11.2011. Seither steigt er wieder an: 27.12.2011: 11,7; 24.1.2012: 28,2.

  • aus der US Community: Ansprechrate ist nicht besonders hoch. Etwa 1/3 sprechen sehr gut an, etwa 1/3 haben eine relative kurzfristige Verlangsamung ihrer PSADTs und bei dem letzen Drittel geht der PSA Wert unvermindert hoch. Es kommt in etwa der Hälfte der Fälle, die auf Zytiga ansprechen zu einem PSA Flare. Das kann bis zu 12 Wochen dauern bis der PSA Wert dann anfängt zu fallen

  • Ich nehme Abirateron seit Februar 2011, bei der 1. Kontrolle starker PSA-Abfall, aber seitdem kontinuierlicher Anstieg von zu Beginn 10 bis jetzt 64 ng/ml, starker Anstieg der Alkalischen Phosphatase von unter 100 auf jetzt 550 ng/ml. Die Verdopplungszeit des PSA hat sich aber reduziert von vor der Therapie “14 Tage” auf jetzt “2 Monate”. Dies werte ich als Teilerfolg, zumal ich keinerlei Nebenwirkungen verspüre.

  • Im Rahmen des Härtefallprogramms nehme ich seit dem 4.5.2011 Abirateron. Leider hat sich bei mir bisher kein Erfolg eingestellt. Das Gegenteil ist der Fall. Mein PSA-Wert stieg von 37,6 ng/ml auf 58,9 am 1.7.2011.
  • seit dem 17.3. nehme ich mit einem Ausgangs-PSA 588 daran teil. In der Folgezeit Werte zwischen Hoffen und Harren:412 / 600 / 457 / 600 / 526 / 486 / 660 / am 4. 8. nun 981!!
    Ich höre von Kollegen vergleichbare, wenig überzeugende Entwicklungen.
  • ein hiesiger Onkologe sagte zu einem unserer Mitglieder in der SHG, bei Abiraterone schaut er nicht mehr auf den PSA-Wert, sondern nimmt die Bildgebung zu Hilfe und beurteilt die Entwicklung nach dem Stand der Metatastasen.
  • Der PSA-Wert unter Abiraterone ist kein zuverlässiger Marker für das eigentliche Tumorgeschehen. Die Tumortätigkeit hat sich verstärkt. Wahrscheinlich werde ich Abiraterone absetzen müssen. Der Onkologe hat mir eine Therapie mit Cabazitaxel angeboten.
  • Mein Mann hat es zuerst einen Monat nach Vorschrift eingenommen, 4 Tabletten täglich, mit den zeitlichen strengen Abständen das Essen betreffend.
    Sein PSA Wert war vorher bei 1700 , nach der einmonatigen Einnahme von Zytiga 1900. Ziemlich enttäuschend. Wir haben trotzdem beschlossen dabei zu bleiben, wenn auch in anderer Form.
    Seit 21. September nimmt er nur eine Tablette Zytiga täglich, nach einem leichten Frühstück. Dies ist immer ein ziemlich flüssiger Haferbrei mit etwas Obst. Außerdem nimmt er täglich 2-3 Kapseln Salvestrol 2000 ein. Das Blubild, die Leberwerte werden alle 14 Tage kontrolliert und sind bis jetzt o.k. Heute haben wir das neue Ergebnis des PSA Wertes erhalten: 548!
  • Anfang August wurde mit der Einnahme von Zytiga begonnen. 4x morgens und es dauerte keine paar Tage – mein Vater begann wieder selbstständig zu Laufen, Einzukaufen, fühlte sich sichtlich wohl. Auch die Schmerzen liessen stark nach. Es war eine Freude, ihn wieder so frisch wie lange nicht mehr zu sehen. Der PSA Wert sackte unter Zytiga bis auf 90 herunter, hat sich also mehr als gezehntelt! Alle in der Familie gingen davon aus, dass jetzt erst mal für 6-12 Monate Ruhe herrscht…
    Leider hielt das Ganze nur 2,5 Monate. Die starken Schmerzen kamen ebenso plötzlich wie sie durch Zytiga gegangen waren. Anfang November wurden sie dann unerträglich, er musste mit neuen Schmerzmitteln eingestellt werden, Targin/Fentanyl/Lyrica. Der PSA Wert galoppierte auf über 220. Eine erneute Knochen-Szinti zeigte deutliche Progressionen der Knochen Metastasen, der Arzt brach Zytiga nach etwas mehr als 3 Monaten ab.
  • Zytiga hat ihm 10 absolut schöne Wochen gebracht und wir sind alle sehr dankbar für diese tolle Zeit. Dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, ist mittlerweile allen in der Familie klar, umso mehr gilt hier dein Myers Zitat “Have a reason to live”.
    Nach Zytiga ist er nun seit 3 Wochen im angesprochenen Enzalutamid/MDV3100 (Xtandi®) Härtefallprogramm – bisher leider nur mit äußerst mäßigem Erfolg, was wohl seiner enormen Tumorlast und dem schon sehr weit fortgeschrittenen PCa geschuldet ist.
  • mein Mann nimmt Zytiga + Prednisolon seit 01.01.2013 vor Chemo. Sein PSA am 11.12.2012 betrug 94, am 06.02.2013 war es auf 72 gesunken. Ist dieser Abfall ein Erfolg? Ich hatte mir mehr erhofft. Er ist außerdem sehr aufgedunsen
  • Ich war sehr verzweifelt nach der Chemo, hatte starke Knochenschmerzen und besonders Tag und Nacht erhebliche Uebelkeit. Mir wurde am 22.03. Zytiga verschrieben und mein Zustand besserte sich schlagartig. Mein PSA-Wert ist innerhalb von 40 Tagen von 163 auf 21 gesunken. Die Nebenwirkungen halten sich bisher in Grenzen. Mein Onkologe sagte mir, dass mit Glueck die Wirkung vielleicht 1-2 Jahre anhaelt.
  • Mein Mann nimmt Zytiga + Prednisolon seit 01.01.2013 vor Chemo. Sein PSA am 11.12.2012 betrug 94, am 06.02.2013 war es auf 72 gesunken. Die Gewichtszunahme hat sich seit meinem Beitrag (vom 01.03.) immer mehr gesteigert. Der Bauch ist riesig, das Gesicht gleicht einem Vollmond. Urologe riet am selben Tag: Das sieht nach einem Morbus Cushing aus,  Ihr Mann sollte unbedingt nach Enzalutamid (Xtandi) wechseln, greift nicht die Nebenniere an, und es ist auch keine zusätzliche Cortisongabe erforderlich.

 

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8 Kommentare

  1. Tatbestände: 2000 Totalop der Prostata, 2004 Rezidiv, danach 3 Jahre Tabletten 3 x 0,5 mg Vorgänger Bicalutamit ab ca 2008 Trenantone 4 Jahre
    PSA 0,03 danach 1 Jahr 0,5 mg Bicalutamit, Wert stieg auf 28 danach wieder Trenantone einschließlich ein Ketoconazol Mittel von Janssen Cilag etwa 2 Jahre privat bezahlt, bis es auch in Tschechien vom Markt genommen wurde. Ich habe 3x Bestrahlungen bekommen, letzte vor 3 Jahren
    Jetzt zu Zytiga: Seid 3 Jahren nehme ich Zytiga 1 Monat 1000mg
    danach 6 Monate 750mg, danach noch 500mg
    Ausgang war PSA 260, er ging runter auf PSA 56 und steigt jetzt wieder an auf 180.
    Nebenwirkung: Durchfall, Erbrechen im 1. Monat
    seid der Verringerung auf 500mg keine entsprechende Beschwerden.
    Im Juli 2017 geistige Verwirrungen mit Sprachstörungen. Nach 1 wöchiger Absetzung wieder normal und Fortsetzung von Zytiga einschließlich Trenantone.
    Seid 4 Jahre Knochenmetastasen.

  2. Seid cirka einem Jahr nehme ich Zytiga 500mg.Seither beträgt der PSA Wert 0,01.Allerdings ist die schlimmste Nebenwirkung Luftmangel.Was kann ich dagegen tun?
    Ich habe keine Schmerzen und keine Metastasen.Die Prostata ist laut CT sogar etwas kleiner geworden.

    • Ich habe 2 mal mit Zytiga probiert, 2 mal habe ich die Behandlung wegen Nebenwirkungen abgebrochen.
      Ich hatte auch Luftmangel und dazu dicken Bauch gehabt, so dass ich Lefax Intens dagegen genommmen habe. Probieren Sie das aus.

      Da Ihr PSA-Wert so niedrig ist, Sie können auch die Behandlung unterbrechen, bis PSA-Wert wieder steigt. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

  3. Nach ca 5 Jahren Hormontherapie und HIFU-Ausräumung des Hauptkrebses hatte ich mit XOFIGO-und PSMA-Behandlungen meine umfangreichen Knochenmetastasen (Aggressionsgrad 9 des Prostata-Krebses) mehr oder weniger bekämpft, dann mit allem pausiert, nach etwa 3 Monaten heftige Knochenschmerzen bekommen, sodass alles sehr sorgfältig untersucht wurde – mit dem Ergebnis, dass aggressive Reste des Krebses wieder angefangen hatten, zu wachsen: sie wuchsen zur Blase und umklammerten dort außen die Leitung zur linken Niere mit dem Ergebnis, dass diese starb, wie die weiteren Analysen zeigten. Seit etwa 5 Monaten werde ich mit ZYTIGA (und PREDNISOLON) behandelt – zunächst sank der PSA von 28 auf 3, steigt aber seit einigen Wochen wieder bis jetzt auf 13. Zur größten Überraschung des Arztes (und natürlich auch zu meiner Überraschung) hat sich die tot geglaubte linke Niere wieder erholt, sie arbeitet wieder. Ich nehme weiter ZYTIGA (und PRED.).

    Was ich noch sagen muß: seit etwa 4 Monaten nehme ich Methadon (in der zugelassenen verdünnten Form), was wohl die Schmerzen beseitigt und (zusammen mit ZYTIGA oder allein) die Zerstörung der Niere zurückgeführt haben dürfte.

  4. Ich nehme seit März 2017 2 x 500 mg ZYTIGA+ 2 Prednisolon/d direkt nach Bestrahlung von Knochenmetastasen im Bereich der BWS (3 – 8), der PSA lag bei 211 ng/ml und ist inzwischen auf 6,6 ng/ml gesunken. Keine Schmerzen, aber ziemliche Muskelschwäche und Herausforderung beim Gehen (auch Atemnot). Neben o.g. Medikamenten nehme ich noch 1/2 Tablette MetoHEXAL und 1 Tablette Lixiana (Blutverdünner)/d, alle 3 Monate Trenantone…
    Seit 2 Monaten trainiere ich auf Ergometer-Fahrrad täglich 30 – 60 Minuten und stelle seit kurzem leichte Besserung in der Beinmuskulatur fest. Alle 2-3 Tage intensives Yoga helfen, mich mental sehr stabil zu halten.
    Die Charité empfiehlt “vernünftiges Essen”, Bewegung. Meine Erstdiagnose vom Mai 2012 lautete: PSA: 509 ng/ml. Es folgten 42 Tage Bestrahlung der Prostata + Hormontherapie (Bicalutamid und Trenantone), danach jeweils 12 Bestrahlungen von 2 x 2 Lymphknoten (2014/15) und zuletzt 10 Tage Bestrahlung der Knochenmetastasen.
    Diesen waren jeweils PSMA/PET/CT – Diagnosen vorausgegangen.
    Mein mittlerer Blutdruck ist 117:85, Körpergewicht 69 kg bei170 cm Grösse.

  5. habe Zytiga ein halbes Jahr mit Erfolg genommen.
    PSA Wert sank von 65 auf 2,5 . habe dann ein weiteres
    halbes Jahr nur noch 2 Tabletten genommen. PSA blieb
    stabil. Bei Bildgebung sind aber neue Metastasen
    erkennbar. Wegen hohem Blutdruck und ständigen Kopf-
    schmerzen habe ich Zytiga erst mal abgesetzt.
    Mus erst mal den Blutdruck einstellen.

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