Untersuchung Prostatakrebs

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Prostatakrebs Untersuchungen, PSA-Test, Früherkennung, Vorsorge

 

Welche Prostata Untersuchung ist möglich, notwendig, überflüssig? Schmerzen, Nachwirkungen? PSA-Test, mpMRT, DRU, Biopsie, Sättigungsbiopsie, DNA Zytometrie, PSMA-PET/CT

Ist in den ersten Untersuchungen etwas auffällig, entscheiden Patient und Arzt gemeinsam was weiter erfolgen soll. Entsteht z.B. der Verdacht auf ein aggressives aber lokal begrenztes Prostatakarzinom, wird der Patient dem Arzt für frühzeitige Behandlung dankbar.

Wenn der Tumor nicht im Frühstadium erkannt wird, ist das für den Betroffenen  fatal und oft mit großen Auswirkungen verbunden: Inkontinenz, Harnstau, Nierenversagen, Blutungen aus Harntrakt, Metastasenbildung, dauerhaftes Leiden bis zum Lebensende.

Die aktuell wichtigsten Untersuchungen für Diagnostik und bei Therapie von Prostatakrebs sind: PSA-Test, Testosteronspiegel Bluttest, Biopsie, Ultraschall, MRT (MRI), multiparametrische-MRT, CT, Knochenszintigraphie, PSMA-PET-CT.

Früherkennungsuntersuchung, Vorsorge

Für Früherkennung von Prostatakrebs wird in Umgangssprache oft Begriff „Prostatakrebs Vorsorge“ benutzt.
 „Vorsorge“ ist eine irreführend Bezeichnung, da Früherkennungsuntersuchungen verhindern Prostatakrebs nicht, es gibt also keine Krebsvorsorgeuntersuchungen.

Bei einer Früherkennungsuntersuchung tastet der Urologe die Prostata mit dem Zeigefinger ab, vom Enddarm aus (DRU, digitalrektale Tastuntersuchung).

Neben der Prostata werden bei dieser Früherkennungsmaßnahme auch die äußeren Genitalien und die Haut untersucht.

Eine Tastuntersuchung der Prostata ist leider nicht ausreichend, es wird zusätzlich ein PSA-Test empfohlen (kostenpflichtig um 30 EUR), die Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut.
Auch eine Ultraschalluntersuchung TRUS ist seh empfehlungswert.

Die gesetzlichen Krankenkassen gewähren Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr eine Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs.

Es können folgende Untersuchungen notwendig sein, wie multiparametrische-MRT, oder Gewebeentnahme aus der Prostata (Biopsie).

Dank Untersuchungen kann der Tumor so früh erkannt werden, dass eine Heilung möglich ist. Es ist aber auch möglich, dass der früh erkannte Tumor nicht mehr heilbar ist.

Bei Erstdiagnose eines Prostatakarzinoms, nach einer Biopsie, werden bestimmte bildgebende Untersuchungen durchgeführt, um die Ausbreitung der Erkrankung zu erkennen

Nach den aktuellen Leitlinien ist das eine  Knochenszintigrafie, bei der man die Ausbreitung in die Knochen erkennen kann. Zusätzlich wird eine Computertomografie oder eine MRT des Abdomens mit Kontrastmittel erfolgen, um Metastasen in den Lymphknoten und anderen Organen festzustellen.

Die Sensitivität und Genauigkeit dieser Bildgebungen ist beschränkt. Bessere Methoden, wie Ganzkörper-MRT oder PSMA-PET  sind flächendeckend nicht verfügbar, sind sehr kostenintensiv, sind für die primäre Untersuchungen nicht zugelassen.

Prostatakrebs Staging, Stadienbestimmung

Als Stadienbestimmung oder „Staging“ (englisch) werden Untersuchungen genannt,  die zur Feststellung des Ausbreitungsgrades von Prostatakrebs füren.
Staging dient als Basis für die Entscheidung,  welcher Behandlung für den Patient empfolen wird.

Das lokale Staging bestimmt die Tumorausbreitung in und um Prostata. 
Beim Prostatakarzinom das beste Verfahren für das lokale Staging ist die endorektale multiparametrische (multimodale) MRT .
Andere mögliche Untersuchungen sind Ultraschall, der Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT).

Das Ganzkörperstaging bestimmt die Ausbreitung der Tumorzellen im ganzen Körper, also die Ausbreitung von Metastasen in Lymphknoten, Knochen und anderen Organen.
Für das Ganzkörperstaging werden drei unterschiedliche Untersuchungsmethoden verwendet:

  1. Computertomographie (CT) und Knochen (Skelett) szintigraphie
  2. Ganzkörper-MRT wird nur selten durchgeführt, diffusionsgewichtete ganzkörper-MRT (Diffusion-weighted imaging, DWI).
    DWI erfasst die Beweglichkeit von Wassermolekülen im Extrazellularraum.
  3. PSMA-PET (Positronen-Emissions-Tomographie).

Untersuchung Prostatakrebs, Laboruntersuchungen

Standard Bluttests können Informationen über Allgemeinzustand sowie über Funktionen von verschiedenen Organen geben. Für die Frühdiagnose von Prostatakrebs wird PSA Test empfohlen.

PSA-Test, PSA Untersuchung, PSA screening

Bei der Diagnostik von Prostatakrebs ist der PSA-Wert besonders wichtig, siehe meine Beschreibung auf der “Diagnose”-Seite => PSA-Wert

Laut Robert Koch-Institut, seit dem PSA Test als Diagnoseinstrument eingeführt wurde, konnte die Sterblichkeit am Prostatakrebs um 20% reduziert werden.

PSA Test, Untersuchung Prostata spezifischen Antigen, PSA genannt, wird durch die Blutuntersuchung bestimmt und wird als PSA-Test bezeichnet. Kostet ca. 30 EUR. Die Vorsorgeuntersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Bei einem Verdacht auf Krebs, während der Behandlung und Nachsorge werden die Kosten übernommen. Die Auswertung der Ergebnisse und mehr Details über den Prostata-Wert auch PSA Wert genannt, habe ich auf der Seite Diagnose beschrieben.

Wichtig! um den PSA-Wert nicht zu Beinflusen: 48-Stunden vor dem PSA-Test

  • kein Fahrradfahren
  • nicht Reiten
  • kein Leistungssport
  • kein Sex
  • kein Aspirin oder Markumar (Blut verdünnende Medikamente)
  • Vorsicht auch beim harten Stuhlgang

ALTERSKORRIGIERTE PSA-NORMWERTE

bis zum 49. Lebensjahr bis 2,5 ng/ml
bis zum 59. Lebensjahr bis 3,5 ng/ml
bis zum 69. Lebensjahr bis 4,5 ng/ml
ab dem 70. Lebensjahr bis 6,5 ng/ml

Diese Werte sind Normwerte. Auch wenn sich Ihr PSA-Testergebnis im o. g. Normbereich bewegt, gibt es keine 100 %  Garantie, nicht an Prostatakrebs erkrankt zu sein.

Ein Gramm Prostatagewebe erhöht das gesamt PSA im Blut im Schnitt um 0,3 ng/ml.  Eine im Alter um 20g größere Prostata kann den PSA-Wert um bis zu 20 x 0,3 = 6 ng/ml erhöhen.

Deutsche Gesellschaft für Urologie DGU (Kongress Sept. 2013) empfehlen keine PSA-Massenscreening, sondern einen differenzierten Einsatz des PSA-Testes. Für Männer heißt das, sich ab 45 Jahren zunächst ausführlich über die Früherkennungsuntersuchungen zu informieren, um sich danach bewusst für oder gegen einen PSA-Test zu entscheiden. Also nichts Neues.

Die Europäische Gesellschaft für Urologie EAU empfehlt eine PSA Screening im Alter zwischen 40 und 45 Jahren, ohne oberes Alterslimit. => EAU Empfehlung Psa-Test

Wie oft der PSA-Test wiederholt werden sollte, richtet sich nach dem Testergebnis:

(aus Leitlinienprogramm Onkologie: Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. Aktualisierung, Oktober 2014)

  • Wurde ein PSA-Wert von unter 1ng/ml gemessen, ist eine weitere Kontrolle erst nach 4 Jahren angebracht.
  • Liegt der Wert zwischen 1 und 2 ng/ml, wird ein 2-jähriges Testintervall empfohlen,
  • wurden über 2 ng/ml gemessen, soll jährlich kontrolliert werden.
  • Männern über 70 Jahren mit einem PSA-Wert unter 1 ng/ml wird keine PSA-gestützte Früherkennung empfohlen.

Bei einem auffälligen PSA Wert, bei einem Verdacht auf ein Prostatakarzinom wird im klinischen Alltag zunehmend MRT-Untersuchung durchgeführt.
Durch den hohen negativen Vorhersagewert des MRT kann damit einem Teil der Patienten die Biopsie erspart werden.

Laboruntersuchung, Testosteron

Wichtig ist diese erst bei einer Hormonentzug-Therapie und wird zusammen mit einem PSA-Test durchgeführt. Da das Wachstum von Prostatakrebs vom Testosteronpegel abhängig ist, wird bei einer Hormontherapie das Testosteronwert im Blut auf ein Minimum, auf unter 0,20 ng/ml (0,69 nmol/l) gesenkt.

Urinuntersuchung

Im Urin lassen sich Entzündungen der Prostata nachweisen wie Harnwegsinfektionen oder Allgemeinerkrankungen – zum Beispiel Diabetes mellitus.

CTC-Test, Zirkulierende Tumor Zellen im Blut

CTC-Test ist die Abkürzung von Cell Search-Test

Aggressives Prostatakarzinom produzieren manchmal nur sehr wenig PSA.
Bei fortgeschrittenen Prostatakrebs, unter Hormonblockade, bei PSA und Testosteron unter der Nachweisgrenze, kann passieren, dass der Tumor weiter wächst.
In diesen Fällen eine Bestimmung von PSA-Wert kann nicht mehr zur Beobachtung der Therapieerfolge benutzt werden.

Bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen sind Zirkulierende Tumor Zellen (CTC) ein unabhängiger Prädikator für das erkrankungsfreie Überleben und das Gesamtüberleben.

Zirkulierende Tumor Zellen (CTC) sind Krebszellen die sich von Tumor ablösen und in die Blutbahn gelingen.
Mehr über den CTC-Test: => CTC-Test

Kosten für CTC-Test

Die Klinik für Urologie bei der Universität Tübingen rechnet die Laborleistung direkt mit den Patienten ab, die Kosten belaufen sich auf € 452,06.
Die Leistungen der ärztlichen Praxis im Zusammenhang mit der Veranlassung eines Tests zur Bestimmung zirkulierender Tumorzellen rechnet die Praxis direkt mit den Patienten ab.

Ein Info-Blatt der Uni Tübingen habe ich hier abgelegt: => CTC-Test-Infos

Molekulargenetischer PCA3-Test

PCA3 ist ein Gen, das ausschließlich in Prostatagewebe auftritt.

Testdurchführung: Zunächst wird die Prostata nach einem bestimmten Schema massiert (Prostata Massage). Die ersten 20 ml Urin werden aufgefangen und an ein Labor geschickt. Nach einer Woche erhält man als Ergebnis der PCA3-Score. Je höher dieser Score ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine positive Biopsie. Der PCA3-Score ist im Gegensatz zum PSA vom Prostatavolumen unabhängig und mit der Größe des Karzinoms korreliert.

Der PCA3-Test kann bei der Entscheidung helfen, ob eine Biopsie nötig ist. Der Test ist über einen großen Messbereich gut, hat aber bei hohen Werten immer wieder “Ausreißer”.

Ein hoher PCA3-Wert macht ein positives Biopsie-Ergebnis statistisch wahrscheinlicher.
Der Test wird  von den Fachgesellschaften nicht empfohlen, weil die wissenschaftlichen Belege zur Wirksamkeit dieses Tests bislang nach Meinung der Experten nicht ausreichend sind.

Dieser spezielle Test kann zurzeit nur in einem Labor in Deutschland durchgeführt werden.
Die Kosten des Tests werden derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) übernommen. Der Preis für Selbstzahler beträgt ca. 350.- €

Digitale Rektale Untersuchung (DRU):

Vom Mastdarm (rektal) tastet der Arzt mit dem Finger (lateinisch digitus) nur an dem Teil der Prostata, der dem Darm zugewandt ist, ob sich eineRektale Untersuchung der Prostata DRU

Veränderung gebildet hat. Die meisten Prostatakarzinome entstehen in diesem Bereich. Der Bereich der Prostata, der dem Darm nicht zugewandt ist, kann nicht ertastet werden. Es ist nicht zu ausschließen, dass bei der Untersuchung keine Auffälligkeiten auftreten, aber Tumor in der Prostata wächst. Es können nur Veränderungen ertastet werden, die größer als 7 mm sind. Teilweise werden gutartige Vergrößerungen entdeckt. Oft aber, die Tumoren haben schon Metastasen gebildet. Die Untersuchung ist oft unangenehm, aber meistens schmerzfrei.

Die Tastuntersuchung erkennt nur 2-5 % aller Prostatakrebse. Nur selten Prostatakarzinom verursacht Verhärtungen oder isolierte Knoten im Prostatagewebe, die vom Enddarm her mit dem Finger tastbar sind.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Bei der Untersuchung kann der Arzt in den Bauch (Abdomen) hineinsehen und erkennen, ob sich Veränderungen gebildet haben.
Im Ultraschall ist ein Prostatakrebs schwer zu erkennen, da das Abbild im Ultraschall ähnlich ist wie bei einer Vergrößerung.
Die modernen Geräte liefern gute Bilder und können eventuell auch kleine Tumoren entdecken. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Transrektaler Ultraschall -TRUS

Wie bei Rektalen Untersuchung wird die Untersuchung durch Mastdarm (rektal) durchgeführt. Der Arzt führt in den Po ein Ultraschallkopf. Es lässt sich so eine Ausdehnung des Tumors feststellen. In den letzten Jahren wurde die Untersuchungsmethode durch bessere Sonden mit je zwei Ultraschalköpfen zur dreidimensionalen Untersuchung weiterentwickelt.

Bei einer Transrektalen Ultraschalls (TRUS) lässt sich das Gewicht der Prostata ziemlich genau über das gemessene Volumen bestimmen.
Bestimmung von Gewicht und Volumen der Prostata können hilfreich sein bei der Entscheidung für Auswahl der Therapie von Prostataerkrankung.

Die Untersuchung ist leicht unangenehm, kann leichte Schmerzen verursachen, der Ultraschallkopf vor der Einführung wird mit viel Gell befeuchtet.

Wichtig! Mit Ultraschall ist möglich nur ca. 15% der Tumore in der Prostata zu finden.
HistoScanning, ein neues (seit 2008), ultraschallbasiertes Diagnoseverfahren wird nicht mehr verwendet, da damit ca. 50% der Tumoren nicht entdeckt wurden.

Biopsie, Gewebwentnahme

Ob wir nur eine Entzündung oder schon ein Prostatakarzinom haben, ist es notwendig eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus der Prostata machen zu lassen.

Prostata Biopsie, Gewebeentnahme

Bei der Standard-Biopsie werden durch den Enddarm mehrere, in der Regel 8 bis 12 Gewebeproben entnommen  (die S3-Leitlinie empfiehlt zehn bis zwölf Stanzen). 
Dabei sticht der Arzt mit dünnen, federgetriebenen Holnadeln in die verschiedene Abschnitte der Prostata ein und entnimmt Gewebezylinder. Zusammen mit der Biopsie Nadel wird von Arzt noch ein Ultraschallkopf in den Mastdarm eingeführt, um auf dem Bildschirm des Ultraschalgerätes die Lage der Nadel zu verfolgen.
Die Gewebeproben werden dann vom Pathologen (mit dem subjektiven Empfinden des Betrachters) unter Mikroskop untersucht und dann mit Gleason Grad und Gleason Score bewertet. Die Bedeutung der Gleason Werte habe ich auf der Seite Diagnose genau beschrieben.

Bei positivem Karzinomnachweis werden folgende Informationen vom Pathologen an den Urologen übermittelt:
• Anzahl und Lokalisation Karzinom-positiver Gewebeproben.
• Abschätzung des Prozentsatzes der Gesamtkarzinomfläche/Gesamtstanzzylinderfläche.
• Gleason-Grad: Angabe aller primären und sekundären Grade sowie des am wenigsten differenzierten Grads, jeweils in „ %“.
•Angabe des Gesamt-Gleason-Scores
•wenn beurteilbar, werden eine Kapsel-infiltration, ein kapselüberschreitendes Wachstum  und eine Samenblasen-infiltration angegeben.

Bei PSA-Werten von 4-10 ng/ml finden die Ärzte in 25 Prozent der Fälle einen Krebs, bei deutlich höheren Werten sogar in jedem zweiten Fall.Technik der Stanzbiopsie, Regionen: APEX, MITTE, BASIS Lokalisation: laterale periphere, mittlere periphere und transitionale Zone

Technik der Stanzbiopsie, Regionen: APEX, MITTE, BASIS
Lokalisation: laterale periphere, mittlere periphere und transitionale Zone

Der Gleason-Score (GS) schätzt leider nur subjektive die Prognose von Patienten mit Prostatakarzinom.

Die Reproduzierbarkeit (bzw. die Vergleichbarkeit) des Gleason-Scores an Stanzbiopsien durch verschiedene untersuchende Pathologen am selben Präparat liegt laut Studien bei nur 48 Prozent. Das bedeutet, dass zwei Pathologen bei der Beurteilung desselben Präparates nur in jedem zweiten Fall zum gleichen Ergebnis kommen.

Eine Zusatzuntersuchung, DNA-Zytometrie hilft bei Bestimmung der Bösartigkeit der Tumorzellen und kann helfen die Übertherapie zu vermeiden.

Mehr über die DNA-Zytometrie => weiter unten auf der Seite.

Tipp! Vor der Biopsie eine MRT-Untersuchung der Prostata durchführen lassen. Durch den hohen negativen Vorhersagewert des MRT kann damit einem Teil der Patienten die Biopsie erspart werden.

PSA Schwellenwert zur Biopsie

 Da das Risiko für Prostatakrebs mit dem Gesamt-PSA steigt, hat man sich auf Basis zahlreicher Studien auf einen Schwellenwert (cut-off-Wert) geeinigt, ab dem eine Probeentnahme (Prostatabiopsie) sinnvoll ist. Er beträgt 4ng/ml für Testsysteme, die nach dem so genannten Hybritech-Standard kalibriert (geeicht) sind. WHO-kalibrierte Systeme ergeben bei identischen Proben um etwa 20% niedrigere Werte. Deshalb werden dafür meist 3,2ng/ml angesetzt. Eine generelle Absenkung (z.B. auf 3ng/ml nach Hybritech) wird derzeit diskutiert.

Weil sich die Prostata mit dem Alter oft vergrößert (benigne Prostatahyperplasie) und der PSA-Serumspiegel damit steigt, wurden folgende altersabhängige Schwellenwerte für das Gesamt-PSA veröffentlicht:

  • 40-49 Jahre: 2,5ng/ml
  • 50-59 Jahre: 3,5ng/ml
  • 60-69 Jahre: 4,5ng/ml
  • 70-79 Jahre: 6,5ng/ml

Eine Biopsie wird meistens ultraschallgesteuert über den After durchgeführt. Da die Biopsie erfolgt nach dem Zufallsprinzip, manchmal kommt es zu falsch negativen Befunden, d. h. in der Prostata vorhanden Tumorareale bleiben unentdeckt, da die eingeführte Biopsienadel die Herde nicht trifft. Die Folge sind Wiederholungsbiopsien, da der auffällige Tastbefund und/oder die PSA-Wert-Erhöhung auch im weiteren Verlauf bestehen bleibt. Erschwerend kommt oft eine entzündliche Reaktion in der Prostata hinzu: Sie entsteht entweder durch die Manipulation durch die Biopsienadel, oder auch durch die Einbringung von Bakterien aus dem Rektum im Rahmen der transrektalen Biopsie.

Wenn durch die Untersuchung der entnommenen Gewebeproben keine Beurteilung der Proben möglich ist (die Nadeln haben die verdächtige Stelle nicht getroffen), ist eine Wiederholung der Biopsie notwendig.
Die Untersuchung ist eher unangenehm, die Nadelstiche sind nur leicht schmerzhaft.
Meistens nach der Biopsie sind kleine Blut Mengen im Urin, Samenerguss oder auf dem Stuhl zu beobachten. Es ist normal und vergeht in ein paar Tagen von allein.

Da die Entnahme der Proben durch Enddarm erfolgt, kann es manchmal zur Entzündung der Prostata durch Darmkeime kommen. Als Folge kann es zu Fieber oder sogar zu Schüttelfrost kommen. In diesem Fall ist eine Einnahme von Antibiotikum notwendig. Da leider die Keime manchmal gegen Antibiotikum resistent sind, werden zukünftig mehr Biopsien perkutan, durch die Bauchdecke durchgeführt.

Infektiöse Komplikationen bei Transrektaler Biopsie der Prostata => Komplikationen

Komplikationen nach einer Biopsie

in % der Patienten:

  • Blutiger Samenerguß:37,4%
  • Blutiger Urin > 1 Tag : 14,5%
  • Blutung aus dem Enddarm: 2,2%
  • Entzündung der Prostata : 1,0%
  • Fieber : 0,8%
  • Entzündung des Nebenhodens: 0,7%
  • Blutvergiftung: 0,3%
  • Harnverhalt: 0,2%

Transperineale Biopsie

Um die Gewebeprobe zu entnehmen wird eine dünne Nadel in die Prostata durch die Haut zwischen Hodensack und Enddarm eingeführt. Die Entnahme von Gewebe wird unter Kontrolle von transrektalem Ultraschall (TRUS) durchgeführt. Die Platzierung der Nadeln wird dabei durch eine TRUS-Schablone (template) geführt. Die Rate an Nebenwirkungen ist niedriger. Nur jeder Zweite hat nach dem Eingriff eine Hämaturie (Blut im Urin), Infektiöse Komplikationen treten nur sehr selten vor.
 Bei einer Biopsie über die Haut (über Damm) werden teilweise andere Areale der Prostata geprüft als durch den Enddarm, so dass eine Biopsie durch die Haut manchmal nicht ausreichend ist um.

Kann durch die Biopsie der Prostatakrebs verstreut werden?

Quelle: medpro-international.com/ge/prostate_health

Einige berühmte Urologen haben auf die Gefahr der Aussiedlung durch Nadel-Biopsie der Prostata hingewiesen.
Tumoraussaat erfolgt innerhalb des Stanzkanals beim oder nach dem Zurückziehen der Biopsie-Nadel. Im günstigsten Fall bleiben die dabei losgerissenen Krebszellen innerhalb der Prostatakapsel. Man kann sich aber auch vorstellen, dass Krebszellen durch die Gewebsverletzung die Prostata verlassen und sich in der Lymph- oder in der Blutbahn begeben. Dies wurde angeblich durch immunzytologische Untersuchungen sowie durch in-situ DNS-Hybrid-Technologie von Polascik et al bestätigt. Wenn das Immunsystem des Patienten nicht in der Lage ist, die durch Biopsie freigesetzten Krebszellen zu identifizieren und abzutöten, könnten sich daraus Metastasen entwickeln.

Info aus einem Seminar für Fortgeschrittenes medizinisches Wissen:
„Mit einem CTC-Test (Zirkulierende Tumor Zellen) wurden im Blut Prostatakrebszellen nach einer Biopsie gesucht. Die Krebszellen waren noch 48 Stunden nach der Biopsie im Blut sichtbar, danach sind sie verschwunden. Das würde bedeuten, dass sich keine Metastasen gebildet haben.
Bei anderen Krebserkrankungen kann die  Verschleppung der Krebszellen möglich sein.

Wie viel kostet eine Biopsie?

Der Urologe bekommt von der gesetzlichen Krankenkasse 25 bis 30 EUR als Regelleistung, unabhängig von der Zahl der einzelnen Entnahmen. Muss man die Biopsie wiederholen, bekommt er keine Bezahlung mehr. Von einem Privatpatient bekommt der Arzt um die 200 EUR. Der Pathologe, bekommt für seine Beurteilung über 800 EUR für jede einzelne Probe. Für den Patienten ist die Biopsie kostenlos.

Sättigungsbiopsie der Prostata

Die Sättigungsbiopsie wird angewendet, nachdem die schon vorher zwei Mal durchgeführten Biopsien negativ waren.
Die Anzahl der Gewebeproben sollte sich am Prostatavolumen orientieren. Je größer die Prostata, desto mehr Stanzen.

Bei der Sättigungsbiopsie sind es meistens 16 bis 60 Stanzen. Es gibt bekannte Fälle wo ein Karzinom trotz gesättigter Biopsie nur in einer einzigen Stanze nachweisen wurde.
Es ist mittlerweile erwiesen, dass eine größere Anzahl der begutachteten Stanzen die Wahrscheinlichkeit erhöht, auch ein kleines Karzinom zu entdecken. 

Als Beispiel Sättigungsbiopsie mit 24 Stanzen:

  • auf jeder Seite der Prostata je 6 Biopsien, (zusammen 12 Stanzen)
  • aus der lateral-äußeren Zone jeweils 2 basal, 2 mittig, 2 apikal
  • 4 Biopsien aus der medio-lateralen Zone
  • 2 Biopsien aus der transitionalen Zone.

Von einer normalen Prostata mit der Größe von einer Walnuss nach einer Sättigungsbiopsie bleibt nicht mehr viel übrig. Nicht vergessen, eine Prostata ist stark durchblutet und mit Nerven durchzogen.

Die Sättigungsbiopsie wird meistens unter voll oder Dämmer-Narkose durchgeführt.

Als Folgen der Sättigungsbiopsie entsprechen in vielen Fällen der Standard Biopsie, wobei jede Stanze verursacht eine Verletzung. Jede Verletzung beinhaltet ein Infektionsrisiko, da jede Stanze durch das unsaubere Milieu des Enddarms in die Prostata sticht.

Wenn eine Sättigungsbiopsie empfohlen wird, um die angestrebte Dichte gezielt dort einzusetzen, wo der Krebs vermutet wird, ist nachzudenken, ob nicht gleich eine MRT gesteuerte Biopsie sinnvoller wäre.

MRT-gestützte Biopsie,
eine gesteuerte und gezielte Biopsie

wird nur von wenigen Kliniken durchgeführt. Die MRT-gesteuerte Prostatabiopsie erfolgt nicht durch den Darm, sondern in einem kurzen, schmerzfreien Schlaf, gezielt durch die Haut am Damm. Die gesamte Untersuchung dauert ca. 1/2 Stunde. Die 3D-Bilder aus der Magnetresonanztomografie werden zur exakten Planung der Probenentnahme verwendet und mit dem Ultraschallbild überlagert. So kann der Arzt seine Nadel exakt an die verdächtigen Stellen manövrieren, um die Gewebeproben gezielt zu entnehmen.

Die Entnahme von 24 Gewebeproben verläuft nach einem ganz bestimmten Muster: Zuerst aus den verdächtigen Stellen, dann systematisch aus dem restlichen Areal der Prostata.

Die Entnahmeorte aller Gewebeproben werden gespeichert, so dass jedem eventuellen Krebsbefund seine exakter Ort und seine Aggressivität zugeordnet werden kann.

Die Vorteile der MRT-gestützten Biopsie liegen darin, dass deutlich weniger Gewebeproben notwendig sind und gleichzeitig die Chancen steigen, den Tumor zu finden. „Es ist wissenschaftlich belegt, dass bei etwa 40 Prozent der Fälle, in denen eine Ultraschall-gesteuerte Biopsie ohne Ergebnis blieb, durch die MRT-gestützte Biopsie ein Tumor gefunden werden konnte.“

Bei klinischem oder laborchemischem Verdacht auf ein Prostatakarzinom wird zunächst eine hochauflösende, standardisierte MRT-Untersuchung (MRT: Magnetresonanz-Tomographie) der Prostata nach den aktuellen Leitlinien zur Prostatadiagnostik der Europäischen Gesellschaft für Radiologie durchgeführt. Hierbei werden tumorverdächtige Areale identifiziert und genau lokalisiert.

Zusätzlich werden Informationen über die Befundausdehnung im Organ (Kapselpenetration) sowie auf Infiltrationen umliegender Strukturen gewonnen.

Des Weiteren lassen sich Aussagen zum Lymphknotenstatus treffen. Die so gewonnenen Informationen werden für eine neuartige, hochmoderne Art der kombinierten Bildgebung verwendet: Hierbei werden die gewonnenen MRT-Aufnahmen mit den aktuellen Ultraschall-Bildern überlagert (so genannte Fusionsbildgebung).
Die Biopsie wird damit so genau wie mit praktisch keinem anderen Verfahren und folgt nicht mehr dem Zufallsprinzip. Tumorverdächtige Areale können somit sicher identifiziert werden. Die Biopsie erfolgt über den Damm, dem Hautbereich zwischen Hodensack und Anus. Der Operateur legt eine Art mathematisches Koordinatenraster von außen über die Prostata, mit dessen Hilfe die im Kernspinverfahren als auffällig ermittelten Areale genau angesteuert werden können. Die Punktionsvorrichtung ist bei dem Vorgang fest mit dem OP-Tisch verankert, was die Treffsicherheit der Biopsie weiter erhöht.

Die Kosten von ca. 1.500 Euro (abhängig von der Klinik) für die MRT-gestützte Biopsie müssen Patienten selbst bezahlen.

Roboter hilft bei MRT-gestützter Biopsie

am Universitätsklinikum Leipzig wird ein neuartiges bildgestütztes System zur Punktion der Prostata eingesetzt. Der Patient liegt in einem MRT-Gerät. Ein pneumatisch betriebener ferngesteuerter Roboter berechnet den optimalen Weg der Punktions­nadel und justiert sie. Den Einstich in den Punktionsbereich nimmt der Arzt selbst vor.

Studie: Mit Kontrast-Sonographie, mit weniger Biopsien, bessere Erkennung von High-Grade Prostatakarzinom => Kontrast-Sonographie

Die hochmoderne Technik bringt den Patienten viele wichtige Vorteile. Die Urologie ist in der Lage, die Bilder aus dem MRT und dem Ultraschall 1:1 übereinander zu legen und die Biopsie viel treffgenauer durchführen zu können. Die genaue Bildgebung ist auch bei der Prostata-Operation sehr hilfreich.

 MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie

Mit der neuen Methode, gezielte MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie der Prostata, werden deutlich mehr Tumoren entdeckt als mit der systematischen Stanzbiopsie.
Von der Fusionsbiopsie profitieren besonders Männer, die bereits mit negativem Ergebnis traditionell biopsiert worden waren.

In Dresden werden die Untersuchungen mit Hilfe von einem multiparametrischen 3-Tesla-MRT durchgeführt.
Mehr über Multiparameter-MRT => weiter unten auf der Seite.

Fusionsbiopsie mit Artemis-System

Das Artemis-System der Firma Eigen (USA) bietet höchste Präzision bei der Durchführung der Prostatagewebeentnahme. Es handelt sich um ein semi-robotisch navigiertes System, welches den Unsicherheitsfaktor des menschlichen Zitterns, beziehungsweise des Verfehlens oder Übersehens der zu biopsierenden Stellen ausschaltet.
Im Artemis-System werden die Prostata-Magnetresonanztomographiebilder und die Live-Ultraschallbilder eines Ultraschallgeräts der neuesten Generation als 3D-Modell verbunden (fusioniert).
Der Urologe kann dann, vom Artemis-System semirobotisch geleitet, gezielt Proben aus der tumorverdächtigen Region der Prostata entnehmen. 
Wissenschaftlich belegt ist, dass durch dieses Verfahren die Treffergenauigkeit der Prostatabiopsie erhöht wird und insbesondere bösartige Tumore besser und noch früher erkannt werden können. 

Die Fusionsbiopsie mit Artemis-System gibt es z.B. in der  Klinik für Urologie und urologische Onkologie des Alfried Krupp Krankenhaus in Essen und in der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Mannheim; in der Schweiz in der Urologischen Universitätsklinik in Bern.

DNA-Zytometrie (Bild Zytologie), DNA-Karyometrie

ist eine sehr aussagekräftige Methode zur Bestimmung der Aggressivität und Bösartigkeit eines Tumors. Damit lässt sich auch das Ansprechen auf Hormon- oder Strahlentherapie ermitteln.

Dabei wird der Gehalt an Erbsubstanz (=Desoxyribonukleinsäure, abgekürzt: DNA) in Zellkernen gemessen. Die Mengenveränderungen der DNA lassen nicht nur Tumors veränderte Zellen (= Krebszellen) erkennen, sondern sie geben auch ein Maß für die Bösartigkeit vieler Tumoren ab.

Die DNA-Bildzytometrie kann an allen Gewebe- und Zellproben durchgeführt werden und zwar aus Feinnadelaspirationsbiopsien (FNAB), Stanzbiopsien und Operationspräparaten. Die DNA der aus Gewebeprobe gewonnenen Zellen wird angefärbt. Die Messung der DNA-Menge erfolgt dann mittels geeigneter computerisierter Verfahren an einem Mikroskop unter der Kontrolle eines entsprechend erfahrenen Pathologen. In Bildern einer Videokamera wird der Farbstoffgehalt in etwa 300 Zellkernen mit Hilfe von Bildanalyse-Software gemessen und ein Verteilungsmuster erstellt.

Die Reproduzierbarkeit ist bei über 90 Prozent und gebe damit wesentlich verlässlicher Auskunft darüber, wie sich der Tumor entwickeln wird, als die Auswertung durch Gleason Score.

Prognostische Interpretation der DNA-Bildzytometrie für Prostatakarzinome finden Sie in der Tabelle (Quelle prostata-shg.de): => Histogrammtabelle

Selbst beim Vorliegen von Knochenmetastasen leben Patienten mit Prostatakarzinom noch deutlich länger, wenn ihr Tumor eine „peridiploide“ oder „peritetraploide“ DNA-Verteilung aufweist.

Eine Krebszelle entsteht als Kettenreaktion vieler aufeinander folgender Teilungen der Chromosomen. Dabei kommt es zum Verlust oder zu Vervielfachungen der Chromosomen bzw. Chromosomenstücken in den Zellkernen.

Gesunde Zellen besitzen ein “euploiden” (= “guten”, vollständigen) Chromosomensatz; in der Regel ein doppelter Satz (= diploid); Krebszellen hingegen weisen eine “aneuploiden” (= “nicht guten”, unvollständigen bzw. mehrfachen (= „multiploid“ oder „x-ploid“) Satz von Erbsubstanz auf.

Die DNA-Zytometrie misst sowohl das Ausmaß der DNA-Aneuploidie als auch ihre Unterschiedlichkeit (Variabilität). Ein vergleichsweise wenig bösartiger Krebs zeigt in fast allen Zellen noch relativ normale DNA-Gehalte. Man nennt dies „peridiploid“, weil der Satz der Erbsubstanz noch annähernd diploid ist. – Ein besonders bösartiges Prostatakarzinom weist dagegen hohe und stark schwankende DNA-Gehalte der Zellkerne (“multiploid“ oder “x-ploid“)auf.

Je bösartiger ein Krebs ist, desto geringer ist die Lebenserwartung seines Trägers und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden oder nach stattgefundener Behandlung wieder auftauchen (Rezidivbildung). Je geringer der Malignitätsgrad eines Tumors ist, desto weniger gefährlich ist er für seinen Träger.

Maliginitätsgrade:

  • Die peridiploide Verteilung (Malignitätsgrad I) entspricht einer sehr guten Prognose.
  • Die peritetraploide Verteilung (Malignitätsgrad II) entspricht einer noch relativ guten Prognose.
  • Die x-ploide Verteilung (Malignitätsgrad III) entspricht einer nicht mehr so guten Prognose.
  • Die multiploide Verteilung (Malignitätsgrad IV) entspricht einer schlechten Prognose.

Von Bedeutung bei der Einschätzung des Malignitätsgrades des Tumors ist auch die Wachstumsrate (bzw. die Wachstumsgeschwindigkeit) des Tumors. Diese kann ebenfalls mit der DNA-Zytometrie bestimmt werden. Je schneller ein Krebs wächst, umso bösartiger ist er. Teilen sich dagegen die Tumorzellen nur langsam, also wie gesunde Zellen, dann ist der Tumor in der Regel wenig aggressiv. Als Maß für die Wachstumsgeschwindigkeit wird in der Pathologie oft der Anteil in Teilung befindlicher Zellen verwendet, die s. g. Proliferationsfraktion. Ist diese nur klein und beträgt z. B. bei einem peridiploiden Prostatakarzinom weniger als 5 Prozent, so liegt die Wahrscheinlichkeit für 73-jährige Männer in den folgenden 15 Jahren an ihren Tumor zu sterben bei nur ca. 10 Prozent.

Die DNA-Zytometrie gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen,

wird aber nicht kostendeckend über die EBM-Ziffer 19330 vergütet, so  dass nicht alle Krebszellkerne gemessen werden können.
Seit kurzem steht auch die methodisch identische Methode, die DNA-Karyometrie als IGeLLeistung zur Verfügung.

Der Preis dafür ist abhängig vom Aufwand und beträgt ca. 200,00 bis 450,00 Euro.

Die DNA-Zytometrie/Karyometrie wird in meisten Fällen nicht durchgeführt, da die S3-Leitlinie Prostatakarzinom diese Methode nicht empfiehlt.

Dieses objektiven Verfahren wird nur selten und nur von einzelnen Chefärzten an Kliniken wie auch Pathologen eingesetzt.

Um zu dieser Untersuchung zu kommen, brauchen Sie:

  • eine Überweisung vom Urologen an einen Pathologen für eine DNA-Zytometrie
  • Der Urologe sollte veranlassen, dass das Biopsie-Material oder OP-Material an das richtige Institut für die DNA-Zytometrie verschickt wird.
  • Bei dem Auftrag an den Pathologen des Erstbefundes für die Übersendung der Gewebeproben sollte darauf hingewiesen werden, dass eine Kopie des Zweitbefundes direkt an die Adresse des Betroffenen gesendet wird.
  • Wenn der Urologe die Untersuchung nicht veranlassen will, möglich ist selbe sie beantragen und privat Bezahlen. Die Kosten bleiben im Bereich von 75 EUR bei Biopsie-Material und 120 EUR bei OP-Material

 

Die DNA-Karyometrie ist eine Kombination aus digitaler morphologischer Klassifizierung von Kernen verschiedener Zelltypen und Messung des DNA-Gehaltes in den als morphologisch krebsverdächtig bewerteten Zellen.
Entweder werden dabei alle in einer Probe nachweisbaren verdächtigen Zellkerne analysiert oder mindestens 1.000.

Der Vorteil der DNA-Karyometrie gegenüber der DNA-Zytometrie besteht in einer vollständigeren Erfassung aller in einem Präparat vorhandenen verdächtigen Zellen.


Computertomographie
bzw. Computertomografie (CT)

In der Computertomographie werden aus verschiedenen Richtungen Röntgenaufnahmen eines Objektes gemacht. Durch Einsatz eines Computers werden aus den Aufnahmen Schnittbilder erzeugt. Bei Prostatakrebs Diagnostik wird CT eingesetzt um befallene Lymphknoten im Beckenbereich festzustellen. Leider ist die Untersuchung sehr ungenau. Damit der Tumor festgestellt werden kann, müsste schon ein großes Volumen haben. Das bedeutet, dass wenn mit Computertomographie Prostatakrebs diagnostiziert wird, ist die Krankheit bereits großflächig ausgebreitet. Die Computertomographie ist aber sehr nützlich bei der Planung vor der Operation. Bei mir waren schon Lymphknoten befallen, bei der CT war nichts zu erkennen. Meine Empfehlung: gleich PSMA-PET-CT oder PET-MRT Untersuchung durchführen (siehe unten)

Eine durchschnittliche Strahlenbelastung beim CT beträgt ca. 10 mSi, eine Strahlendosis die etwa 1.000 x grösser ist als eine normale Röntgenaufnahme!!! (5-mal so viel wie die jährliche Strahlenbelastung, die der Körper durch die Umwelt erfährt). Man sollte genau abwägen ob die Untersuchung notwendig ist. Wie hoch das Krebsrisiko durch einzelne CT-Untersuchungen ist, wurde noch nicht in einer größeren epidemiologischen Studie untersucht und es ist auch schwer, darüber eine Aussage zu machen. Ein Risiko für einen Tumor steigt mit der Anzahl der Untersuchungen. Eine einzige CT sollte kein Problem darstellen oder Angst auslösen. Wichtig ist die Indikation zum CT kritisch zu prüfen.

Ein CT kostet die Krankenkasse nur etwa 400 Euro, Ein MRT kostet die Kassen mehr als das Doppelte, um die 900 Euro.

Da in CT sind die Änderungen in der Prostata nicht gut sichtbar, fast überhaupt nicht, solle für die bildgebende Prostata Untersuchung MRT verwendet werden.

Im MRT lassen sich Weichteile sehr gut beurteilen, während man im CT vor allem auch knöcherne Strukturen beurteilen kann.

MRT Magnetresonanztomographie, Kernspintomographie

Die Kernspintomographie (oder „Nuclear Magnetic Resonance“ NMR), wird  auch Magnetresonanztomographie (MRT) genannt, hat im Vergleich zur Computertomographie den Vorteil, dass hier keine Röntgenstrahlen eingesetzt werden.
Kernspintomographie (MRT) nutzt Magnet- und Radiofrequenzfelder zur Darstellung des Körpers.

MRT ist optimal für die Untersuchung von Weichteilen, liefert optimalen Weichteilkontrast.
Ist genauer, als CT, aber kleine Tumor Herden werden auch nicht erkannt.
Schon bei einem Tumordurchmesser < 1 cm ist die MRT unzuverlässig (mit einem 1,5 Tesla MRT Gerät)

Um möglichst hohe Auflösung der Schnittbilder bei Untersuchung der Prostata zu erreichen wird eine besondere Geräteausrüstung notwendig: Einsatz von Oberflächen- und Endorektalspule. Die Endorektalspule befindet sich in einem weichen Gummiballon, der für die Untersuchung in den Enddarm schmerzfrei eingeführt wird.

Inzwischen gibt es  MRT-Geräte der neuesten Generation mit 3 Tesla  und noch mit höherer Leistung, bei denen kann auf eine Endorektalspule gänzlich verzichtet werden. Mit Hilfe des leistungsstarken Kernspintomographen ist es möglich, die Prostata detailliert darzustellen und zuverlässige Aussagen zu treffen über morphologische Auffälligkeiten, Durchblutung, den Stoffwechsel sowie die Zelldichte (Diffusionsmessung).

Durch die starken magnetischen Kräfte kommt es während der Aufnahme zu lauten Geräuschen, wie Klopfen, Summen, Rattern oder Sägen. Durch den geringen Durchmesser der Röhre, in die der Patient gefahren wird, kann es zu Beklemmungs- und Angstgefühlen kommen. Es gibt inzwischen auch Geräte mit Tunnelöffnung von 75 cm statt 60 cm.

Empfehlung!   eine MRT Untersuchung der Prostata solle zu mindestens eine multiparameter MRT benutzt werden mit T2 Gewichtung. Mit T2Gewichtung bezeichnet man eine Kontrastdarstellung von MRT-Bildern.
Es werden inzwischen weitere MRT Verfahren entwickelt und erprobt wie MRT-Spectroscopy, MRT mit Kontrastmittel, mit der Diffusions-Wichtung.

Offene Kernspintomographie (HFO = offenes MRT), Panorama High Field Open

Die konventionelle Kernspin-Untersuchung wird mit einem sogenannten »Tunnelsystem« durchgeführt. In diesen Geräten geht es sehr eng zu und daher können viele Menschen, die unter einer Klaustrophobie leiden, also der Angst vor engen Räumen, die Untersuchung nicht durchführen lassen. Bei einem »offenen« Gerät liegt der Patient nicht in einem engen Tunnel, sondern auf einer großzügigen Untersuchungsfläche, die über 300° nach den Seiten offen ist.

In Ortho-Zentrum Heppenheim (64646 Heppenheim) wird für die Untersuchung ein hochmodernes Gerät des Typs »S-Scan« der Firma Esaote verwendet. Radiologischer Praxis am Feuersee in Stuttgart benutzt ein Gerät von Philips.

! eine offene Kernspinthomographie ist weniger genau als normale MRT.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in bestimmten Fällen. Um sicher zu sein, dass Ihre Krankenkasse Ihnen die Kosten der Untersuchung erstattet, brauchen Sie eine individuelle Kostenübernahmeerklärung.

Die multiparametrische-MRT der Prostata (mpMRT)

Die multiparametrische MRT ist eine erweiterte MRT-Untersuchung, bei der verschiedene Untersuchungsparameter angewendet werden.
Die mpMRT kann helfen Überdiagnosen zu vermeiden, zum Beispiel unnötige Biopsien.

Folgende Parameter stehen für die mpMRT zur Verfügung:

  • Hochauflösende T2-Bildgebung, durch die wird die Anatomie der Prostata und der Umgebungsstrukturen in mehreren Ebenen genau dargestellt.
  • Diffusionsgewichtete Bildgebung zeigt (vereinfacht ausgedrückt) die Bewegung der Wassermoleküle im Gewebe und dadurch die Unterschiede zum normalen Gewebe an
  • Perfusionsbildgebung
    Mit einer speziellen Software wird die Kontrastmittel-Dynamik analysiert und es werden zahlreiche verschiedene Parameter berechnet. Die Verteilung des Kontrastmittels im Gewebe lässt Rückschlüsse auf mögliches Tumorgewebe zu.
  • biochemische Analyse des Prostatagewebes (Magnetresonanzspektroskopie, MRS) ist ein zusätzliches, aber sehr kostenaufwendiges Messverfahren.

 Mit Hilfe der dadurch erzeugten Bilder können Tumoren in der Prostata nicht nur millimetergenau verortet werden, sondern auch verlässliche Aussagen über die Tumoraktivität und -aggressivität getroffen werden.

Die mpMRT zeigt deutliche Vorteile bei der Erkennung von Prostatakarzinom, zum Beispiel:
Lokalisation des Tumors und Planung der Gewebeentnahme, Verlaufsbeobachtung von nicht operativen Tumoren (wenig aggressiven Tumoren), Rezidiv-Diagnostik.    
Bei dieser Methode können kleine Tumorinseln von ca. 2-3 mm frühzeitig nachgewiesen werden, was besonders wichtig ist für die Therapieentscheidung bei Tumoren mit einem Gleason Wert 3+3 und Tumoren im fortgeschrittenen Alter.

Die Durchführung einer mpMRT sollte an spezialisierte radiologische Einrichtungen mit langjährigen Erfahrungen durchgeführt werden.

PI-RADS Klassifikation

Eine neue  Befundungsschema MR-Protokolle PI-RADS: Prostate Imaging – Reporting and Data System.
Die PI-RADS Klassifikation basiert auf den Bildern der multiparametrischen MRT.

PI-RADS Klassifikation Version 1 Scoring Schema basiert auf einer Skala  von 1 bis 5:

  • PI-RADS Score 1: das Vorliegen eines klinisch signifikanten Karzinoms ist sehr unwahrscheinlich
  • PI-RADS Score 2: das Vorliegen eines klinisch signifikanten Karzinoms ist unwahrscheinlich
  • PI-RADS Score 3: das Vorliegen eines klinisch signifikanten Karzinoms ist fragwürdig (unklarer Befund)
  • PI-RADS Score 4: das Vorliegen eines klinisch signifikanten Karzinoms ist wahrscheinlich
  • PI-RADS Score 5: das Vorliegen eines klinisch signifikanten Karzinoms ist sehr wahrscheinlich

Im Vergleich zur urologischen Standard Diagnostik (Tastbefund, PSA-Wert, Prostatavolumen),  bei Verwendung der MRT und des PI-RADS Score kann die diagnostische Genauigkeit für den Nachweis von Prostatakarzinomen erhöht werden.
Ein MRT-Untersuchung ersetzt aber weiterhin  keine Biopsie, sie erbringt keinen sicheren Krebsnachweis. Sie ist sehr geeignet zum Ausschluss und zur Lokalisierung von Tumoren in der Prostata.

Weitere Entwicklung von Pi-Rads Klassifikation, besonders mit Berücksichtigung der peripheren Zone führte zu der Version 2. Die Details (in Englisch von American College of Radiology): => PIRADS Klassifikation Version 2

Skelett-Szintigraphie (Knochen-Scan)

Leider wird die Untersuchung von den Ärzten sehr oft angeordnet, obwohl es eindeutig ist, dass die Untersuchung keine Befunde ergeben kann. Mit dieser Untersuchung können erst ab einer Größe von etwa 12 bis 15 mm Tumor Metastasen festgestellt werden. In den S3 Richtlinien Leitlinien_Prostatakrebs_s3_langversion wird ein Skelettszintigramm erst ab PSA-Wert größer 20 ng/ml empfohlen.

Sichtbarkeit der Metastasen ist aber nicht von PSA-Wert abhängig.
Bei mir wurden mit Skelett-Szintigraphie Metastasen gesucht bei PSA-Wert von 0,28 ng/ml (6 Jahre nach der Entfernung der Prostata) und die größere als 1 cm waren gut sichtbar.

Der Patient bekommt in eine Armvene eine schwach radioaktive Substanz gespritzt. Meist handelt es sich um Phosphonate, die Technetium-99m beinhalteten. Etwa zwei bis drei Stunden später macht der Arzt mit einer Gammakamera Aufnahmen des gesamten Körpers. Anhand der Messwerte erstellt der Computer ein Szintigramm, eine Abbildung des Skeletts. Die Knochen-Szintigraphie ist schmerzfrei.

 

PET-CT, PSMA-PET-CT

hilft Tumore zu lokalisieren, und liefert Informationen über die Stoffwechsel Aktivitäten von Karzinom.

! PET-CT wird inzwischen bei Prostatakrebs selten durchgefhrt, da eine PSMA-PET-CT genauer ist und liefert sichere Ergebnisse

Was ist ein PET CT ?: die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in Verbindung mit der Computer-Tomographie (CT). Die PET spürt selbst kleinste Tumorherde auf, bereits ab 3 mm, die CT verrät, wo diese liegen. Gesundheit wichtig ist. Sie ist in allen Körperzellen zu finden.

PSMA-PET-CT-Untersuchung

PSMA-PET-CT ist eine neue diagnostische Bildgebung Methode bei Prostatakrebs. Wird bisher in vielen Unikliniken und einigen Krankenhäuser durchgeführt in Rahmen von Studien. Dafür ist eine Überweisung von Urologen notwendig. Besser noch eine Verordnung von Krankenhausbehandlung, da werden die Kosten von der Krankenkasse übernohmen.

PSMA-PET-CT ist aktuell die beste und sicherste bildgebende Untersuchung bei fortschreitendem Prostatakrebs.

PSMA ist Abkürzung für Prostata Spezifische Membran Antigen.
PSMA befindet sich vermehrt auf der Oberfläche von Prostatakrebszellen. Sonst kommt es im Körper eher selten vor. Die Tumorzellen lassen sich mit einer leicht radioaktiven Spürsubstanz (Radiotracer) markieren und in der Positronen-Emissions-Tomographie (PSMA-PET/CT) darstellen.

Tracer für PSMA-PET sind:

  • Gallium-68, vollständige Bezeichnung für den Radiotracer ist: radioaktiv markierte PSMA-Liganden 68Ga-PSMA-HBED-CC (= 68Ga-DKFZ-PSMA-11). 
  • Fluorine-18,  vollständige Bezeichnung für den Radiotracer ist: radioaktiv markierte PSMA-Liganden 18F-Fluorine, 18F-FPSMA-1007,

Vergleich 18F-PSMA-1007 und  68Ga-PSMA-11

18F-PSMA-1007 wird verstärkt von Leber- und Darm aufgenommen, da kann es passieren, dass die eventuelle Lebermetastasen nicht gesegen werden. 
Da Lebermetastasen beim Prostatakrebs selten auftreten und Darmmetastasen sehr selten, gehen die Radiologen davon aus, dass die hohe Aufnahme in diesen Organen keine merkliche Verschlechterung der Empfindlichkeit der Untersuchung verursacht wird. 

68Ga-PSMA-11 wird verstärkt von Nieren aufgenommen.

68Ga-PSMA-11 hat kurzere Halbwertszeit, so dass nur eine geringer Menge Hergestellt werden kann und nur kurze Zeit nach der Herstellung iniekziert werden soll. 18F-PSMA hat deutlich längere Halbwertszeit.

Frühere Studien mit 68Ga-PSMA-11 haben eine wahrscheinliche Tendenz zu höheren Detektionsraten mit zunehmender Gleason Score gezeigt, 18F-PSMA scheint vom Gleason Score eher unabhängig sein.
Außerdem wird berichtet,
dass 18F-PSMA eine höhere Empfindlichkeit als 68Ga-PSMA aufweist.
     
Therapeutisch wird die hochspezifische Bindung von PSMA an die Prostatakrebszellen genutzt, um den Tumor mit einem Radiopharmakon zu zerstören.

Bei der Untersuchung wird eine geringe Menge des Gallium-68 oder 18F-Fluorine markierten PSMA  in eine Vene injiziert. Nach der Injektion wird das PSMA Radiotracer über das Blutgefäßsystem das erkrankte Gewebe erreichen und an den erkrankten Zellen deutlich vermehrt angereichert.

Mit der 68Ga-PSMA-PET/CT  oder 18F-FPSMA-1007 ist möglich schon bei leichtem Anstieg des PSA-Werts  Metastasen im ganzen Körper nachweisen oder auch ausschließen; Metastasen etwa in Lymphknoten, inneren Organen oder Knochen.
Der unterste PSA-Wert bei dem PSMA-PET zu sinnvollen Ergebnissen führt  liegt bei 0,45 ng/ml.
Aussage von Dr.med.Rainer Schlamp (siehe Kommentare): “68Gallium-PSMA-PET/CT kann bereits bei PSA-Werten von 0,1 Rezidive lokalisieren.”

PSMA-PET kann die Metastasen nur alleine auf der Anzahl der Prostatakrebszellen aufspüren, die das PSMA auf der Zelloberfläche tragen;  vollkommen unabhängig, ob die Zellen PSA produzieren oder nicht.

Gallium-68 ist ein kurzlebiger radioaktiver Stoff mit physikalischer Halbwertszeit von nur 67,6 Minuten.
Über die Strahlung des Gallium-68 kann mit Hilfe des PET/CT-Scanners der Anreicherungsort lokalisiert und damit das gesuchte Gewebe bildlich dargestellt werden.

In den Ergebnissen einer PSMA-PET zur Quantifizierung regionaler Ereignise wird Radioaktivitätskonzentrationen SUV verwendet (Abkürzung SUV: standardized uptake value). Der SUV-Wert ist das Verhältnis zur injizierten Aktivität und errechnet sich wie folgt:

SUV = Aktivitätskonzentration [Bq/ml] * Normierungswert / applizierte Aktivität [Bq].
In gesundem Gewebe liegt SUV zwischen 1 und 2, in Tumoren kommen Werte von z.B.  ca. 20, wobei die Unterschiede können aufgrung verschiedenen  Einflussparameter stark varieren.

Um die Zuordnung zu bekannten Lymphknoten, Weichteile zu ermöglichen, wird ergänzend eine Computertomographie durchgeführt. Die Bilder werden mit den PET und CT-Bildern übereinander gelagert und ausgewertet.
In der PET gefundene Herde werden damit präzise den jeweiligen anatomischen Strukturen zugeordnet.

PSMA-PET  Kosten: etwa 1500 – 1800 Euro, werden derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen nicht gerne übernommen.
Die Untersuchung wird seit 2017 in der S3-Leitlinie empfohlen.

Mit PSMA-PET-CT werden ca. 92% der Tumorzellen im Körper entdeckt, mit mpMRT + PSMA-PET werden ca. 98% der Tumorzellen entdeckt.

Mit PSMA-PET werden ca. 40% Lymphknotenmetastasen falsch diagnostiziert.

PSMA-PET-MRT

Die PET-MRT ist eine Kombination aus Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronenemissionstomographie (PET). . Im Vergleich zur PET-CT bietet die PET-MRT einen wesentlich besseren Weichteilkontrast für innere Organe, Muskulatur, Gehirn etc. bei gleichzeitig deutlich reduzierter Strahlenbelastung. Somit ist zu erkennen, zum Beispiel, wie weit sich der Tumor in der Prostata verbreitet, an welcher Stelle die Prostatakapsel angegriffen oder überschritten wurde.

Laut Ärztezeitung habe die PET MRT drei wichtige Vorteile gegenüber PET CT:

  • einen besseren Weichteilkontrast, was hilft kleinere Tumoren oder Metastasen viel besser von der Umgebung abgrenzen lassen, besonders in weichen Geweben wie in der Leber oder im Gehirn.
  • Die Aufnahmen bei der PET/MRT können gleichzeitig erfolgen Bei der PET-CT werden die CT- und die PET Aufnahmen nacheinander gemacht und dann zusammengeführt. Bei der PET-MRT werden die gleichzeitig gemacht. Besonders vorteilhaft zeigt sich das im kleinen Becken, da sich im Verlauf der Untersuchung die Blase füllt und sich die angrenzenden Strukturen dadurch etwas verschieben.
  • die Strahlenbelastung für die PET MRT liegt 50 bis 80 Prozent niedriger als bei der PET/CT.

Ein PET-MRT Gerät kostet um die 5 Mil. Euro und wird bisher nur noch selten angewendet. Ein paar davon: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Leipziger Universitätsklinikum, ZEMODI Zentrum für moderne Diagnostik in 28211 Bremen, Universitätsklinikum Tübingen, Uniklinikum Essen.

Eine Zwischenlösung ist, mit einer speziellen Software die Bilder von PET und MRT zu kombinieren.

Werden Sie Manager Ihrer Krankheit !

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39 Kommentare

  1. Dr.med.Rainer Schlamp

    2012 RPE bei pT3b, 3 pos.LK, Samenblaseninf., pos.
    Schnittränder, Gleason 9a, anschließend IMRT mit 66,6 Gray. Außer ASS 100 keine weitere Therapie.
    Im Nov.2016 Anstieg des PSA Wertes auf 0,21.
    68Gallium-PSMA-PET/CT: Nachweis einer Metastase im
    Dornfortsatz des 4.BWK. Cyberknife Bestrahlung mit
    5 mal 7 Gray. Empfehlung: bei chem.Rezidiv frühzeitige Metastasensuche (nicht erst bei 0,45)

  2. Guten Tag,
    nach einer Radikal- OP, GS7, PSA 9,16,(pT2c pNO L0 V0 pN1 R0) hat meine PSA wieder nach ca. drei Jahren den Wert 0,2 erreicht. Sollte man nun eher auf eine baldige Bestrahlung nach Gieskannenprinzip orientieren und auf die PSMA- PET- CT verzichten oder auf diagnostisch erforderliche Mindest-PSA 1,0 gefährlich lange warten, um eine Diagnose mit PSMA- PET- CT zu ermöglichen? Ich bin eigentlich der Meinung lieber zeitnah bei PSA 0,2+ zu Bestrahlen, da eventuell lokal vorhandene weitere Mikrometastasen sowieso nicht durch die o.a. PSMA- PE- CT erkannt werden können und so wertvolle zeit verschenkt wird.

    • Die Bestrahlung bezieht sich auf Prostata Lage. Ist Standard bei Rezidiven. Ob sie nötig ist, ist die Frage. Ich habe sie machen lassen. Warten bis PSA auf 1 steigt geht auf die Nerven.
      Ich habe gehört, dass PSMA-PET-CT schon mit PSA von 0,5 möglich ist. Sprechen Sie darüber mit dem Urologen. Bis 0,5 würde ich abwarten, sonst profilaktisch Bestrahlung.
      Wenn Sie aber älter als 89 sind, würde ich jedoch warten. Die Bestrahlung hat auch Nebenwirkungen

    • Dr.med.Rainer Schlamp

      Lieber Stefan,
      lese bitte meinen Beitrag. 68Gallium-PSMA-PET/CT kann bereits
      bei PSA-Werten von 0,1 Rezidive lokalisieren.

  3. Hallo JacekW,
    nun hat mein Mann sein Biopsieergenbis erhalten: Prostata-Ca (azinäre Adeno-Ca, Gleason 6=3+3 in vielen Stanzen und in vier Segmenten, vermutlich langsam wachsend. Der Urologe erkäuterte uns viele Behandlungsmöglichkeiten. Das liegt jetzt bei uns. Nur wie findet man die richtige Therapie? Wie geht man da vor? Der Radiologe will natürlich bestrahlen, der Chirurg will operieren usw. Ich persönlich würde die Prostata entfernen lassen, dann wäre Ruhe. Mein Mann tendiert zum Bestrahlen, das finde ich zu unsicher. Man könne auch abwarten meint der Arzt, aber angesicht seines Alters und der vielen Herde wäre das gewagt. Anderer Therapien wie IRE, Hifu, Nanoknife wären zu wenig erforscht und Brachitherapie würde man an der Uni HD nicht mehr anbieten. Können Sie mir einen Rat geben? Ich wäre Ihnen sehr dankbar.
    Viele liebe Grüße Monika

    • Hallo Monika,
      Alle Therapien haben Nebenwirkungen. Operation sofort, Bestrahlung nach mehreren Monaten oder auch Jahren.

      Ihr Mann hat einen nicht aggressiven Prostatakrebs, da aber mehrere Krebsherden festgestellt wurden und Ihrer Mann noch Jung ist, würde ich eine radikale Behandlung bevorzugen. Abwarten und Beobachten finde ich zu riskant.

      Ich wurde mit 53 operiert. Im Nachhinein hat sich das als richtige Entscheidung gezeigt. Nach der OP war der Gleason höher, als bei Biopsie festgestellt wurde. So passiert oft. Dass mein Tumor schon gestreut hat, hat auch niemand vor der OP gesehen.
      Oft sieht man bei den Untersuchungen nicht genau, wie weit sich der Tumor tatsächlich verbreitet hat und wie aggressiv er ist. Erst der Pathologe nach der OP kann das feststellen.

      Ich persönlich finde es, bei jüngeren Männern (wie Ihr Mann) ist besser zu operieren. Konsequenzen: Sexuell ändert sich ab sofort sehr viel. Mögliche kurzzeitige oder auch dauerhafte Inkontinenz.
      Meine Meinung nach, wenn operieren, dann nur mit DaVinci.

      Bestrahlung hört sich gut an, aber bei den hohen Bestrahlung Dosen gibt es oft nach ca. 1Jahr Impotenz, oft schon nach ein paar Monaten Inkontinenz, manchmal auch Stuhlinkontinenz. Nicht so selten nach ca 6 Jahren kann Dickdarmkrebs auftreten.
      Ich finde, Bestrahlung ist mehr geeignet für ältere Männer.

      Hinweis! Nach einer OP ist immer noch eine Bestrahlung möglich, umgekehrt ist auch möglich, aber erschwert.
      Die Entscheidung soll Ihr Mann treffen, da besonders er dann zu der Entscheidung stehen muss und mit Nebenwirkungen leben.

      Viele Grüße, Jacek

  4. Hallo!
    Mein letzter PSA Wert vor einer Woche war 5,2.Seit meiner Biopsie vor 3 Jahren (22Entnahmen alle negativ),ist der Wert ziemlich konstant.Ich bin 67 Jahre alt.Jetzt sagt mein Urologe, dass eine MRT Untersuchung sinnvoll wäre.Was soll ich tun ?
    Bitte um Nachricht.
    Herzlichen Dank

    • Eine MRT Untersuchung ist sehr sinnvoll, tut nicht weh, ist nicht schädlich, wird von der Krankenkasse bezahlt.
      Warum also nicht machen?
      Mit MRT sind eventuelle Veränderungen sichtbar, der Grund für den erhöhten PSA-Wert muss geklärt werden (es kann auch eine Vergrößerung der Prostata sein).
      Außerdem 3 Jahre sind viel.

  5. Hallo und guten Abend JACEKW,
    ich hatte Sie ja bereits Ende Juli um Rat angeschrieben. Und vielen lieben Dank übrigens, für Ihre rasche Antwort!
    Nun war mein Mann bei diversen Ärzten, mit wenig zufriedenstellenden Aussagen und horrenden Untersuchungskosten. Schlimm, dass man mit Menschen so umgeht…aber das ist ein anderes Thema.
    Bei meinem Mann wurde in der Heidelberger Uniklinik ein MRT gemacht. Und nächste Woche wird eine Biopsie vorgenommen. Der MRT Befund ist für uns nicht verständlich. Ein paar BPH-Knoten, unauffällige Lymphknoten,keine Metastasen der Knochen, unauffällige Samenbläschen. Nur ein Gebiet: Mäßig suspekte 5 mm durchmessende Läsion in der AS-Zone links in der mittleren Prostata, formal Pirads 3 entsprechend(Gesamtscore 3). Bedeutet das einen bösartigen Tumor? Oder ist das Gebiet einfach nur auffällig und muss abgeklärt werden? Mein Mann und ich sind fix und fertig. Vielen lieben Dank für Ihre Antwort und viele Grüße Monika Scheurer

    • Hallo Frau Scheurer,
      keine Aufregung, das bringt nichts.
      Diese MRT-Untersuchung hat doch nichts schlimmes gezeigt. BPH-Knoten sind in diesem Alter eher normal und verursachen erhöhten PSA-Wert.
      Diese Läsion in der AS-Zone, PI-RADS Score 3: das Vorliegen eines klinisch signifikanten Karzinoms ist fragwürdig (unklarer Befund).

      Also, die Biopsie ist weiter notwendig, um zu klären, was da in der Prostata Vorsicht geht.
      Dank der MRT-Bilder ist jetzt möglich die Biopsie gezielt in den unklaren Regionen der Prostata zu durchführen.
      Viele Grüße, Jacek W.

  6. Monika Scheurer

    Hallo und guten Tag,

    Mein Mann ist fast 57 Jahre alt und normalgewichtig.

    Bei meinem Mann wurde der PSA- Wert überprüft und liegt bei 8,9 ug/l Juli 2016 (2014 Wert 3,7 ug/l. BKS 8 und Leukos 9,2 (allerdings auch eine rückläufige Zahnentzündung)
    Tastbefund beim Urologen: Prostata vergrößert 33 ml

    MRT und Biopsie empfohlen.

    Handelt es sich mit so einem Befund um Krebs oder gibt ea auch harmlose Ursachen? Beschwerden hat mein Mann keine. Außer Müdigkeit, ist aber bei seinem Stress nichts besonderes.

    Wir sind sehr in Sorge und wissen es gar nicht einzuschätzen….

    Vielen Dank für eine Antwort.
    M.Scheurer

    Der Tast

    • Hallo,
      33 ml Prostata ist nicht so groß, dass sie für den hohen PSA-Wert verantwortlich wäre.
      Die Zahnentzündung hat nichts damit zu tun.
      Eine chronische bakterielle Prostatitis wäre auch theoretisch möglich.

      In jedem Fall MRT und Biopsie sehe ich auch als erforderlich, um die Ursache zu klären.
      Manchmal muss die Biopsie widerholt werden, wenn keine eindeutige Ursache in den Gewebeproben gefunden wird.

      Da 2014 der PSA-Wert schon erhöht war, ist ein Tumor in der Prostata sehr wahrscheinlich.
      Aber, auch wenn bei der Biopsie Krebszellen gefunden werden, Diagnose Krebs bedeutet nur, dass eine Behandlung notwendig ist.
      Eine Heilung ist möglich, aber auch ein langes Leben mit Prostatakrebs ist möglich.

      Ich würde empfehlen noch ein zweites PSA-Test in kurze zu durchführen, noch vor der Biopsie ( kein Sport, kein Sex bis zu 3 Tage vor der Blutabnahme).

      Es ist sehr wichtig: positiv denken.
      Gruß, Jacek

    • Monika Scheurer

      Hallo JACEKW, vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Ich könnte den Hausarzt auf den Mond schießen, denn vor zwei Jahren war der PSA Wert bereits 3,7 ug/l und er meinte nur, mein Mann solle sich keine Sorgen machen und man müsste eben irgendwann den Wert kontrollieren lassen. Hat mein Man nicht wertvolle Zeit verschenkt? Wäre er nur zum Urologen…
      Ich habe noch eine Frage: Beim Ultraschall der Prostata wurde nichts ungewöhnliches gesehen. Nur eben die Vergrößerung. Und die wurde vom Urologen auch getastet. Allerdings wäre die Prostata im Tastbefund glatt gewesen, aslo unauffällig. Würde das trotzdem für einen Krebs sprechen? Vielen Dank für eine Antwort, wir sind sehr durcheinander…

      • Die Hausärzte können wir trotzdem gebrauchen damit sie Überweisungen und Rezepte ausstellen und manchmal Krankschreiben…
        Laut Leitlinien ist immer noch PSA Wert von 4,0 der Grenzwert, leider. Mein Hausarzt hat mich vor 6 Jahren auch zu spät zum Urologen geschickt, aber ich lebe immer noch und arbeite noch und lasse immer wieder meine Metastasen bestrahlen.

        Ihren Mann hat nicht die wertvolle Zeit verschenkt, da er noch das Leben ohne Angst genießen dürfte.

        Ob es bei Ihren Mann schon Krebs sich entwickelt hat muss die Biopsie zeigen. Es ist nur meine Vermutung, dass es so ist, der Wert ist zu hoch bei dieser Prostatagröße und Alter von 57 Jahren.
        Ich habe aber mal einen Mann kennengelernt, mit PSA-Wert bei über 20, 4-mal war biopsiert und kein Krebs und keine Entzündung wurde festgestellt.

        Ja, es ist möglich, dass Ultraschall und Tastbefund unauffällig sind. Gerade im Alter unter 60 ist der Prostatakrebs oft unauffällig (bei mir war auch so).
        Es bleibt nur zu hoffen, dass die Aggressivität (Gleason score) niedrig ist und dass die Kapsel nicht überschritten wurde.
        Wenn beim Abtasten etwas zu erkennen ist, ist der Tumor meistens schon sehr groß.
        Ultraschall ist auch ungenau, so dass kleine Krebsherde nicht zu erkennen sind.

        Behalten Sie aber die Ruhe (leicht gesagt). Mit Prostatakrebs ist möglich noch lange und glücklich zu leben.

  7. Guten Tag,
    ich bin im Februar 1954 geboren, bin also 62 Jahre alt.
    folgende Befunde liegen bei mir vor (Urologe Nr. 1):
    PSA Werte:
    26.08.2009 = 0,87
    06.05.2011 = 1,90
    05.10.2011 = 1,70
    22.11.2012 = 1,77
    18.11.2013 = 2,03
    22.10.2014 = 2,34
    14.01.2015 = 3,67
    04.03.2015 = 3,70
    am 26.03.2015 mp MRT in Röhre = leichte Kalkablagerungen, leicht vergrößerte Prostata und Prostataentzündung
    weiter mit PSA Werten:
    06.08.2015 = 3,37
    22.02.2016 = 5,10 ab 23.02. Antibiotika Cipro Basic S 500 mg 2 Stück täglich
    10.03.2016 = PSA 4,84 anderer Urologe (Nr. 2), vermutlich anderes Labor) Dieser hat auch untersucht: Freies PSA = 0,57 Quotient = 11,7 Dieser Urologe hat allerdings eine leichte Hodenentzündung festgestellt, jedoch kein Medikament verordnet. Was mich beunruhigt ist, dass mein Hoden und Penis in den letzten Wochen ständig leicht angeschwollen und schmerzhaft ist. Interessiert Urologe Nt. 1 nicht.
    Nun macht mich der Urologe Nr.1 verrückt mit Krebs und will eine Biopsie durchführen. Was soll ich tun. Wie aussagekräftig war das mp MRT vor einem Jahr.
    Für ihre Antwort im voraus vielen Dank.

    • Hallo,
      fakt ist, dass Ihr PSA-Wert kontinuierlich wächst.
      Die Ursache ist nicht bekannt.
      Dass die Hoden und Penis leicht angeschwollen sind, kann auch was mit einer Prostataentzündung zu tun haben… Aber, Antibiotikum hat nicht geholfen, PSA-Wert ist nur leicht niedriger.
      Wenn Sie einen Prostatakrebs haben, ist der vermutlich wenig aggressiv (langsame Anstig der PSA-Werte).
      Die mp MRT ist die beste Bildgebende Untersuchungsmethode um Prostatakrebs zu erkennen, aber das war vor einem Jahr.
      PSA Quotient von 11,7 zeigt, dass eine Biopsie empfehlenswert ist.
      Da die Ursache für Ihren PSA-Wert nicht eindeutig ist, würde auch ich Ihnen eine Biopsie empfehlen.
      Eine Biopsie ist nichts schlimmes, aber hilft zu erkennen, wie sehen die Prostatazellen aus.
      Am besten wäre eine MRT gesteuerte Biopsie, aber oft wird sie erst angewendet, wenn eine normale Biopsie kein ausreichendes Ergebnis liefert.

  8. Deva Abhiyana Freitag

    Guten Abend die Damen und Herren,

    Mein PSA ist im Moment 42 ng/ml, der Tastbefund ist positiv, vielleicht erbsengrosses Ding von 6 mm !
    Ich ging zum Arzt wegen brennen bein urinieren, das aber sporadisch ! Wie soll ich weiter vorgehen, die Ärztin möchte eine Biopsie, ich tendiere mehr auf MRI oder Ultraschall , bin sehr verunsichert, mein Alter ist 65 !
    Danke für ihre Meinung !

    Herzliche GRüsse

    Deva Abhiyana Freitag

    • Hallo,
      brennen beim Urinieren und erhöhte PSA können durch Prostatitis verursacht werden. Das erbsengroßes “Ding”, wenn aggressiv ist, kann sich schnell verbreiten.
      MRI ist eine sehr gute Untersuchung, kann aber keine Hinweise über Aggressivität von Tumoren geben.
      Nur eine Biopsie gibt die Antwort.
      Ein Ultraschall wird bei einer Biopsie mitgemacht.
      Ich würde Ihnen eine Biopsie empfehlen. Ich hatte auch eine Biopsie (ohne Tastbefund und ohne dass auf dem Ultraschallbild etwas zu sehen war) und die Untersuchung hat mein Leben gerettet.

  9. Hallo und guten Tag,
    vielen Dank für Ihren ausführlichen Bericht.Meine PSA- Werte haben sich wie folgt entwickelt:
    05/01/16:10,09
    03/11:10,49
    07/15: 5,84 µg/l (mitgebrachter Wert 07/2015)
    08/13: 4,68 µg/l (mitgebrachter Wert 07/2013)
    03/12: 3,72 µg/l
    02/11: 3,71 µg/l
    06/10: 3,08 µg/l
    09/09: 2,76 µg/l.
    DIAGNOSE: Erweiterte Vorsorgeuntersuchung am 03.11.2015
    Prostataadenom (25-27g)
    V. a. Prostatakarzinom
    BEURTEILUNG: Nahezu stabil erhöhter PSA Wert! Aktuell noch keine Indikation zur Prostatastanzbiopsie.
    Ich empfehle eine erneute Kontrolle im Sommer 2016 (07/2016), um dann über die Indikation zur Prostatastanzbiopsie zu entscheiden.

    Ich bin 76-Jahre-keinerlei beschwerden hinsichtlich der Prostata-noch sportlich aktiv.Bin jetzt aberzutiefst verunsichert wegen der PSA -Entwicklung.Würde eine weitere Untersuchung jetzt sinnvoll sein um nicht Zeit zu verlieren?Für einen Rat Ihrerseits wäre ich Ihnen dankbar
    Vielen Dank im voraus und
    MFG
    D.Mathias

    • Hallo Herr Mathias,
      für einen 76-Jährigen haben sie eine kleine Prostata (25-27g). Vergrößerte Prostata ist also nicht der Grund für den erhöhten PSA-Wert.
      Der langsame Verlauf Ihren PSA-Werten würde ich bewerten (meine persönliche Meinung) als wenig aggressiver Prostatakarzinom.

      Um die Sicherheit zu haben, könnten Sie eine Prostatabiopsie mit mindestens 12 Biopsienadel durchführen lassen. Es kann aber sein, dass die Biopsie bei Ihnen keinen sicheren Ergebnissen liefert.
      Sie sind jetzt 76 Jahre alt, also bei so langsamem PSA-Anstieg werden Sie vermutlich nicht an Prostatakrebs sterben.

      Was ich Ihnen empfehlen würde (ich bin kein Arzt, also nur meine private Meinung), weiter regelmäßig PSA-Wert bestimmen und zur Absicherung das der Tumor in der Prostata nicht weiter wächst, Medikament Avodart nehmen (vom Urologen verschreiben lassen). Avodart hat geringe Nebenwirkungen, verhindert die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron. Muß man dabei wissen, das Avodart verfälscht den PSA-Wert (mindert den Messwert um ca. 50%).
      Möglich wäre auch den Tumorwachstum mit Bicalutamid zu hemmen (Einfache Hormonbehandlung), die Nebenwirkungen sind hier aber stärker ausgeprägt.

      Alles Gute, Jacek W.

  10. PET/CT mit Ga-68 PSMA
    Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe ein Problem. Mein PSA-Wert ist trotz offener OP vor 10 Jahren jetzt innerhalb eines Jahres von 2,7 auf 4,5 gestiegen. Mein Uruloge empfiehlt dringend diese Untersuchung. Kostenträger würden bei mir zahlen. Da bei mir noch kein Krebs festgestellt worden ist, wäre meine Frage, ob ich dann schon diese Untersuchung machen lassen soll oder erst andere Untersuchungen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese radioaktive Substanz evtl. Schaden anrichten könnte. Wäre super, wenn Sie mir kurz antworten. Liebe Grüße xxx

    Meine Antwort:
    Hallo,
    68Ga-PSMA-PET/CT ist die neueste, beste und genaueste bildgebende Untersuchung für die Suche nach Metastasen bei Prostatakrebs.
    Ich habe die vor 1,5 Jahren gehabt.
    Mit der 68Ga-PSMA-PET/CT ist möglich Metastasen im ganzen Körper sicher und präzise nachweisen oder auch ausschließen; Metastasen etwa in Lymphknoten, inneren Organen oder Knochen.
    Gallium-68 ist ein kurzlebiger radioaktiver Stoff mit physikalischer Halbwertszeit von nur 67,6 Minuten. Mir ist nicht bekannt, dass in der kurze Zeit Schäden im Körper entstehen können.
    CT, Computertomographie, wird als zusätzliche Kontrolluntersuchung mitgemacht. Dabei handelt sich es um Röntgenstrahlen mit ziemlich hoher Belastung.
    Wie hoch das Krebsrisiko durch einzelne CT-Untersuchungen ist, wurde noch nicht in einer größeren epidemiologischen Studie untersucht und es ist auch schwer, darüber eine Aussage zu machen. Ein Risiko steigt mit der Anzahl der Untersuchungen. Eine einzige CT sollte kein Problem darstellen oder Angst auslösen.
    In Ihren Fall wächst der PSA-Wert nur sehr langsam. Bis der Wert die lebensgefährliche Höhe erreicht, vergehen vermutlich mehrere Jahre.
    Die Frage ist, ob Sie es wissen möchten, wo sich Ihre Metastasen befinden. Wenn ja, ich würde Ihnen die Untersuchung empfehlen, das Risiko für die Gesundheit ist sehr, sehr niedrig.
    Informationen über Lokalisation von Metastasen hat sehr bedeutenden Einfluss für die Entscheidung über mögliche zukünftige Therapie.
    Alles Gute, JacekW

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