Diagnose, PSA Wert, Gleason Score

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PSA Wert, Gleason Score, Prostatakrebs Diagnose

Wie wichtig ist der Prostata-Wert, auch PSA-Wert genannt? Wie aggressiv und gefährlich ist die Krankheit, auch im Betracht auf Alter? Was bedeutet Gleason Score? Gleason-Grad (engl. Gleason pattern)? Welcher PSA Wert ist normal? Verfälschung des PSA Wertes.

 

Diagnose Prostatakrebs

Eine Diagnose Prostatakrebs kann nicht aufgrund einer digitalen rektalen Tastuntersuchung (DRU), einer Ultraschall oder eines erhöhten PSA-Wertes gestellt werden.
Zur genaueren Abklärung der Diagnose werden Gewebeproben (Biopsie) aus der Prostata entnommen.

Je früher die Diagnose, desto besser die Prognose

In relativ frühen Krebsstadium, wenn der Tumor die Größe von ca. 1 mm Durchmesser erreicht, hat schon ca. 300.000 Krebszellen gebildet.

Laut Robert Koch-Institut, seit dem => PSA Test als Diagnoseinstrument eingeführt wurde, konnte die Sterblichkeit am Prostatakrebs um 20% reduziert werden.
Nicht alleine PSA Wert ist entscheidend für die Therapie, sondern auch viele andere Kriterien und Befunde.
Erhöhte wie auch schwankende PSA-Werte sollten in der Regel abgeklärt werden!

In aktuellen Publikationen wird berichtet, dass bei einem PSA-Anstieg, durch den  Einsatz der multiparameter-MRT, auf eine Biopsie verzichtet werden kann.
In Wirklichkeit bei Tumoren mit einem Durchmesser unter 1 cm ist die MRT nicht immer zuverlässig.
Gerade die kleineren Tumoren können durchaus diejenigen sein, die später metastasieren und zum Tode führen.

Die aktuell  beste Diagnose-Verfahren sind die multiparameter-MRT und die  Positronen-Emissions-Tomografie in Kombination mit PSMA, die PSMA-PET. 
Eine Biopsie bleibt weiterhin notwendig, um die Verdächtige Areale auf Gewebeänderungen zu prüfen.

Je früher das Karzinom entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Es wird zwischen verschiedenen Formen der Diagnosestellung von Prostatakarzinom unterschieden:

  • Klinisch manifestes (auffällig): Tumor wird mit der rektalen Tastung diagnostiziert
  • Inzidentelles (Tumor zufällig entdeckt wird): bei der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie; BPH) wird zufällig in einer Gewebeprobe ein Prostatakarzinom gefunden.
  • Latentes Prostatakrebs: ohne Symptome verlaufenden, unsichtbaren Prostatakarzinom. Mehr als 40% der über 50 – jährigen und 60% der über 80 – jährigen haben einen Prostatakrebs, viele sterben jedoch an anderen Leiden, ohne das ihnen die Prostata je Probleme bereitet hätte.
  • Okkultes Prostatakrebs (verborgenen): Es gibt kein auffälligen Befund, keine Symptomen. Erst  seine Tochtergeschwulste (Metastasen) machen sich bemerkbar.

PSA Wert, PSA Wachstum, PSA Tabelle

Was ist PSA Wert?
PSA ist die Abkürzung für Prostata spezifischen Antigen.
Die im Blut messbare Konzentration von Prostata-Wert ist als der PSA-Wert, oder Gesamt-PSA bekannt.

PSA ist ein von der Prostata gebildeter Eiweißkörper, auch bei gesunden Männern vorhanden. Seine Aufgabe ist die Verflüssigung des Spermas. Es lässt sich sowohl in der Samenflüssigkeit als auch im Blut nachweisen.
PSA wird auch vermehrt von Prostatakrebszellen produziert.

Das Gesamt-PSA (engl. “total PSA”) tPSA setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen.
Der überwiegende Teil des PSA ist an ein Molekül namens “alpha1-Antichymotrypsin” (ACT) gebunden; dieser Teil wird als “gebundenes PSA” (engl. complexed PSA) cPSA bezeichnet. Der geringere Teil (ca. 10 bis 30 %) ist ungebunden und wird als “freies PSA” (fPSA) bezeichnet.
Das Gesamt-PSA setzt sich also im Wesentlichen aus dem gebundenen und dem freien PSA  zusammen, tPSA = cPSA + fPSA.

Freies PSA (f-PSA)

Freies PSA ist ein inaktives PSA, welches in die Blutbahn zirkuliert (fPSA).

Bei Männern mit Prostatakrebs ist freies PSA-Wert niedriger als bei Männern mit gutartiger Prostatavergrößerung und Prostatitis.

Forscher haben herausgefunden, dass ein Zusammenhang zwischen der Bösartigkeit des Prostatatumors und dem rechnerischen Verhältnis der beiden PSA-Werte (d.h. aus freiem PSA [f-PSA] und Gesamt-PSA-Wert [t-PSA])  besteht.
Je kleiner der Quotient ist, umso bösartiger der Tumor.
Bei einem Verhältnis von freiem PSA zu Gesamt-PSA von < 15 % ist die Existenz eines Prostatakarzinoms wahrscheinlich. Bei einem PSA-Qutienten von > 20 % liegt eher eine andere Ursache für die PSA-Erhöhung vor.

Das Freie PSA ist nicht un bedingt sinnvoll beim Urologen zusätzlich zu bestimmen, da die Werte meistens verfälscht sind. Die Blutprobe des Freien PSA hat eine Halbwertszeit von nur zwei bis drei Stunden.

Die Blutprobe des Freien PSA hat eine Halbwertszeit von nur zwei bis drei Stunden. Das Gesamt-PSA, oder PSA-Wert hat deutlich längere Halbwertszeit und deswegen wird für die Diagnostik unverzichtbar.

Nicht selten betrachtet der Hausarzt PSA-Werte von 2 bis 4 als normal, was in der Praxis nicht stimmt.

Ein erhöhter PSA Wert kann ein Hinweis auf Erkrankung der Prostata sein. Ein normaler PSA Wert gibt es nicht und ist von verschiedenen Kriterien abhängig.
Zum Beispiel die Größe der Prostata und Erkrankungen beeinflussen den Wert.
Bei jungen Männern ist die Prostata 10 – 20 Gramm schwer und mit dem Alter wächst sie kontinuierlich. Ein Gramm gesundes Prostatagewebe erhöht das PSA um ca. 0,1 ng/ml.
Ein Gramm Prostatakrebszellen erhöht das PSA jedoch um das 10-fache, also um ca. 1 ng/ml.

PSA Test, PSA Wert, PSA Verlauf bei Prostatakrebs

PSA Wert Verlauf

Bei Männern ab 40 Jahre, spätestens ab 45, wird ein jährliche PSA Screening empfohlen. Es gibt Fälle, dass Prostatakrebs schon in diesem Alter sich ausbreitet. Bei PSA unter 2.0 empfehlen die Leitlinien Kontrollen im Abstand von 2 Jahren.

 

PSA-Wert Tabelle, Alterstabelle

Auf Basis von zahlreicher Studien wurde ein Schwellenwert (cut-off-Wert) festgelegt, ab dem eine  Prostatabiopsie (Gewebeentnahme) sinnvoll ist.

Weil die Prostata sich mit dem Alter vergrößert, erhöht sich auch der PSA-Wert. Altersabhängige Schwellenwerte für das Gesamt-PSA (PSA Schwellenwert zur Biopsie) sind als PSA-Tabelle folgend definiert:

  • Alter 40-49 Jahre: 2,5 ng/ml
  • Alter 50-59 Jahre: 3,5 ng/ml
  • Alter 60-69 Jahre: 4,5 ng/ml
  • Alter 70-79 Jahre: 6,5 ng/ml

Bei einem gesunden Mann bis 50 soll der PSA-Wert unter 1,0 liegen.

Wenn der PSA Wert leicht oder stark erhöht ist, wird empfohlen zum Urologen zu gehen, um die Ursache zu klären. Es kann als Ursache auch eine Prostataentzündung (Prostatitis) sein.

Bei stabilen, aber erhöhten Wert ist eine PSA Untersuchung jede 6 Monate zu empfehlen.

Bei PSA-Werten < 4 ng/ml und einer PSA-Anstiegsgeschwindigkeit von > 0,75 ng/ml pro Jahr wird eine Abklärung mit einer Stanzbiopsie  empfohlen.

PSA-Wert und die Wahrscheinlichkeit für Prostatakrebs

Eine exakte Abschätzung ist auf Basis des PSA-Wertes allein nicht möglich, sagt die Europäische Gesellschaft für Urologie in ihren Leitlinien:

  • Bei PSA Werten zwischen 0 und 0,5 ng/ml liegt das Risiko für Prostatakrebs bei 6,6%
  • PSA Werten zwischen 0,6 und 1 ng/ml, bei etwa zehn von 100 Männern befindet sich ein Karzinom in der Prostata. Wenn die Werte nicht deutlich steigen, haben diese sehr kleinen Tumoren keine Auswirkungen auf die Gesundheit. In einigen seltenen Fällen können die Tumoren sehr aggressiv sein und zum Tod den Betroffenen führen
  • Bei PSA zwischen 1,1 bis 2 ng/ml liegt das Risiko für Prostatakrebs bei 17%
  • Bei PSA-Werten von 2 – 4 ng/ml müssen zwischen 23 und 27 von hundert Männern damit rechnen, dass tatsächlich ein Prostatakrebs haben.
  • Bei Werten von 4 – 10 ng/ml (zum Beispiel PSA Wert 5, oder PSA-Wert 7) müssen vier von zehn Männern damit rechnen, dass Tumorgewebe entdeckt wird.
  • Bei PSA-Wert von über 10 ng/ml haben mindestens sieben von zehn Männern ein Prostatakarzinom

Bei einer Untersuchung in der Universitätsklinik in Tübingen hat mir ein Radiologe erzählt, dass es Fälle gibt, dass bei PSA < 1 ng/ml  Metastasen auftreten und nur durch die Symptome wie Schmerzen und folgende Metastasen Untersuchungen wird das Prostatakarzinom diagnostiziert.

Gleichzeitig gibt es Männer, die bei PSA über 20 kein Prostatakarzinom haben.

Ich habe schon Männer getroffen, die PSA-Wert über 100 oder auch über 1000 hatten und haben geschafft das Karzinom in Griff zu kriegen und noch lange damit leben.

Der PSA Wert gehört weiterhin zu den wichtigsten Kriterien der Prostatakrebs Diagnostik. Noch wichtiger ist das PSA Wachstum, oder Änderungen von diesem Wert.
Unabhängig vom Alter oder Krebsstadium, nur wenn das PSA wächst, bedeutet das für den Betroffenen, dass der Tumor auch wächst und ist “aktiv”. Es sind mindestens zwei PSA Tests in kurzen Zeitabständen (2, 4, 6 Wochen, abhängig vom Arzt) nötig, um das PSA Wachstum oder Stagnation festzustellen.

PSA Wert Verdopplungszeit (PSAVZ) als Vorhersage für PCA:

  • > 6 Jahre, eher kein Prostatakarzinom
  • < 6 Jahre, eher ein Prostatakarzinom

Die PSAVZ gibt an, innerhalb welcher Zeit sich der PSA-Wert verdoppelt.
Sie kann man auch durch die komplizierte Formel berechnen:

PSAVZ =  t x log2 / (log(ePSA) – log(aPSA))

Dabei ist:

  • log: der dekadische Logarithmus
  • t: die Zeit in Monaten zwischen zwei PSA-Messungen,
  • ePSA: der letzte gemessene PSA-Wert,
  • aPSA: der erste gemessene PSA-Wert.

PHI Prostate Health Index

Der “Prostate Health Index” (PHI) und das [-2]pro-PSA kann durch eine Blutuntersuchung ermittelt werden: bei Patienten mit einem PSA-Wert im Bereich zwischen 2 und 10 ng/ml.
Die Untersuchung wird nicht von Krankenkassen bezahlt und die  Kosten liegen etwa bei 100 und 120 Euro.

Der Prostate Health Index (PHI) wird bei Bedarf als  eine labordiagnostische Entscheidungshilfe bei der Prostatakrebs-Früherkennung genutzt.
Kann die Auskunft geben über die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Patienten mit einem PSA-Wert im Bereich zwischen 2 und 10 ng/ml ein Prostatakarzinom vorliegt. Damit ergibt sich die Möglichkeit, unnötige Biopsien zu vermeiden.

Der PHI basiert auf einer PSA-Isoform [-2]pro-PSA (einem “Vorläufer-PSA”).

Je höher sind die Konzentrationen von [-2]pro-PSA und Gesamt-PSA und je geringer die des freien PSA, desto wahrscheinlicher ist, dass der Patient an einem aggressiven Prostata-Krebs leidet.

Das Gesamt-PSA (tPSA), das freie PSA (fPSA) und das [-2]pro-PSA müssen aus derselben Blutprobe bestimmt werden, und diese muss in einem Kühlbehälter versandt und innerhalb von 24 Stunden verarbeitet werden!

PSA-Dichte (PSAD)

Die PSA-Dichte ist der Quotient aus dem PSA-Wert und dem Prostatavolumen.
Das Prostatavolumen kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung der Prostata ermittelt werden.
 Die Formel zur Berechnung der PSAD lautet:

PSAD = Gesamt-PSA/Prostatavolumen [ng/ml/cm³]

Gesundes Prostatagewebe produziert pro Volumeneinheit eine gewisse Menge von PSA. Da beim Altern des Mannes auch seine Prostata an Volumen zunimmt, steigt auch sein PSA-Wert.
Mit der PSA-Dichte ist eventuell möglich festzustellen, ob der gemessene PSA-Wert  gutartige, oder eher bösartige Ursachen haben kann.

Je geringer die PSA-Dichte, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Prostatakarzinom vorliegt.

Eine PSAD von >0,15 ng/ml/cm³, bei gleichzeitigem PSA-Anstieg von >0,75 ng/ml/Jahr, bedeutet laut einer japanischen Studie eine 3,5-fache Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs zu erkranken.

 Der diagnostische und prognostische Wert der PSA-Dichte ist umstritten, weil die Größenbestimmung der Prostata unsicher ist.

Unabhängig vom Krebsstadium oder Alter, wenn PSA Wert nicht steigt, bleibt stabil oder fällt, gibt es schon ein Grund zur Freude.

Für die langfristige Berechnung von PSA-Verdopplungszeit und PSA-Anstiegsgeschwindigkeit gibt es auch komplizierte, mathematische Formel, für die ein guter Taschenrechner notwendig ist. Ich habe nicht vor, das Thema genauer zu beschreiben, weil ich selbe die Berechnung nie genutzt habe. Ich trage meine Werte bei myprostate.eu ein und dort wird automatisch eine Berechnung mit einer grafischen Auswertung gezeigt.

Ein PSA Wert 200 oder ein PSA Wert 1000, bedeutet noch nicht, dass es demnächst mit dem Leben zu Ende geht. Wie gesagt, hängt es ab vom PSA Wachstum und Aggressivität des Tumors. Mit einer Hormontherapie ist es möglich einem hohen PSA Wert zu stabilisieren, oder sogar sehr stark zu unterdrücken. Es können viele Jahre vergehen bis sich der Zustand ändert.

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PSA Untersuchung

Ein PSA Test, auch PSA Screening genannt, kostet in Deutschland ca. 30 EUR,

und wird als Vorsorgeuntersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. In Österreich ab dem 50. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Bei einem Prostatakrebs Verdacht, oder während der Prostatakrebs Behandlung wird der Test auch in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Verfälschung des PSA Wertes, Prostata Wertes

eine Erhöhung des PSA kann verschiedene Ursachen und Auswirkungen haben. Beispiele:

  • Prostata Massage, Erhöhung PSA ca 3 Fach, Dauer ca 3 bis 4 Tage
  • Radfahren, Erhöhung PSA 1,5 Fach, Dauer ca 1 bis 2 Tage
  • Ejakulation, Erhöhung PSA bis 2 Fach, Dauer ca 1 bis 2 Tage
  • Prostatabiopsie, Erhöhung PSA bis 50 Fach, Dauer ca 4 Tage bis 4 Wochen
  • Katheter, Erhöhung PSA ca 4 Fach, Dauer ca 5 bis 7 Tage
  • Darmspiegelung, Erhöhung PSA 3 bis Fach, Dauer ca 3 bis 5 Tage
  • TRUS, Erhöhung PSA bis 2 Fach, Dauer ca 1 bis 2 Tage

Medikamente, wie Finasterid (Proscar) und Dutasterid (Avodart) können den PSA Wert bis auf die Hälfte verringern, aber nur, wenn die Prostata noch nicht ausoperiert wurde.

Meine Erfahrung und meine Nachforschungen zeigen, dass es aggressive Prostata Krebszellen gibt, die schon beim niedrigen PSA Wert Metastasen auslösen, besonders bei „jüngeren“ Männern, im Alter zwischen 40 bis 60 Jahre. Meine Empfehlung, ab einem PSA Wert von 2,5 ng/ml jede 6 Monate die Blutuntersuchung durchzuführen und die PSA-Anstiegszeit beobachten.

Bei Verdopplungszeit unter einem Jahr, PSA-Wachstum ab 40% in 6 Monaten, oder Wachstum um 0,75 ng/ml pro Jahr, wird eine Biopsie beim Urologen empfohlen.

Mit dem Alter vergrößert sich die Prostata. Eine kleine Prostata und ein erhöhter PSA Wert kann auf ein Tumor deuten und deswegen wird eine sofortige Biopsie empfohlen.

Wenn bei der erste Diagnostizierte PSA-Wert 20 ist oder größer, wird eine OP oft ausgeschlossen. Verschiedene Untersuchungen sind notwendig um zu klären, wie aggressiv und wie groß der Tumor ist. Ist er schon in das umliegende Gewebe gewachsen? Haben schon Metastasen in anderen Organen gebildet? Abhängig von den Ergebnissen der Untersuchungen sind unterschiedliche Therapien möglich, wie zum Beispiel Hormonblockade oder Radiotherapie.

Mit einer Biopsie ist es möglich nachzuweisen, ob es sich um eine Entzündung, gutartige oder aggressive Krebszellen handelt.

Das Ergebnis der Aggressivität wird mit der Gleason-Score spezifiziert.

Gleason Score, Gleason-Grad (engl. Gleason pattern)

Der Gleason-Score gibt Informationen über die Bösartigkeit und die Aggressivität eines Tumors. Je höher der Gleason-Score, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs schneller wächst oder Metastasen bildet.

! Ein Tumorgrad (Gleason Score) ist niemals allein für die Prognose entscheidend, sondern ist nur im Kontext mit anderen Parametern zu betrachten. Dabei sind vor allem die Tumorgröße und der Serum-PSA-Wert zu beachten.

Bei einer Biopsie oder operativen Prostataektomie (Entfernen der Prostata) werden Gewebeproben gewonnen. Die Proben werden vom Pathologen (subjektive Betrachtung) unter dem Mikroskop untersucht und dann bewertet. Die Auswertung wird dann in Gleason Grad und Gleason Score klassifiziert. Das Wort Score übersetzt bedeutet Ergebnis, Punktzahl. Das Wort Gleason kommt vom amerikanischen Pathologen Dr. Donald Gleason der diese Grading-Systeme entwickelt hat.
Gleason-Score wird bei positivem Karzinomnachweis vom Pathologen an den Urologen übermittelt.

Auf dem Bild:Prostatakrebs Gleason score
Auf der rechten Seite ist eine etwas normalen Gleason-Wert von 3 zu sehen, mit mäßig differenzierten Krebs.
Auf der linken Seite ist Gewebe mit einem Gleason-Wert von 4, die sehr undifferenziert ist.

Gleason Score besteht als die Summe zweier Gleason Grades.

Der Erste Gleason Grad  (Gleason pattern) beschreibt die am häufigsten vertretene Gewebestruktur.
Der Zweite Gleason Grad beschreibt

  • bei Stanzbiopsie den schlimmste Gleason-Grad (aber nur, wenn das schlimmste Gleason-Muster schlimmer ist als das erste Muster)
  • bei Prostatektomien und transurethralen Resektion die am zweithäufigsten vertretene Gewebestruktur.

Durch die unterschiedliche Regeln für Biopsie und Prostataektomie können die Gleason-Score unterschiedlich Hoch sein. Falls zusätzlich kleinere Anteile eines dritten (noch schlimmeren) Gleason-Musters vorliegen, wird in diesen Präparaten ein sogenannter tertiärer Gleason-Grad vergeben.

Der niedrigste Wert ist 1, der höchste 5.
Da sich die Gleason Wert 1 und 2 an Biopsien kaum vom Gleason Wert 3 unterscheiden,  werden sie heute nicht mehr diagnostiziert. Es  werden also vom Pathologen maximal drei Gleason-Muster, nämlich die Muster 3, 4 und 5 in der Beurteilung der Stanzen berücksichtigt.

  • Gleason Grad 1-2 : einfache, runde Drüsen, relativ gleichmäßig, Mit aktuellen Methoden wird nur sehr selten zugewiesen.
  • Gleason Grad 3: Unregelmäßige Zell,-Drüsengröße, keine abgestorbene Zellen, Gleason 3 wird am häufigsten beobachtet.
  • Gleason Grad 4: Kribriformes Muster (vom Aussehen siebartig), Verschmelzung kleinerer Drüsen
  • Gleason Grad 5: Unregelmäßige Zellen ohne erkennbaren Drüsenstrukturen, abgestorbenes Gewebe (zentrale Nekrosen)

Die bei einer Biopsie entdeckten Muster liegen normalerweise zwischen Gleason Grad 3 und 5.

Gleason Score von G1+G2 < 6, z.B. 2+3=5a (3+2=5b) bewertet den Tumor als nicht aggressiv, oder Benigne (gutartig),

Gleason Score 6, G1+G2 = 6, z.B. 3+3=6 bewertet den Tumor als vielleicht aggressiv, soll beobachtet werden, regelmäßige PSA Kontrolle, so genannte “Watchful Waiting” (Kontrolliertes Zuwarten) oder active surveillance (Aktive Überwachung).

Auch bei einer Gleason-Score von 6 handelt es sich um Krebs:

  • Basalzellen gehen verloren,
  • das Gewebe weitet sich extraprostatisch aus (über den äußeren Prostatarand hinausgehend),
  • biochemische Rezidive kommen mit einer Häufigkeit von 10% vor,
  • auch Tumor mit Gleson Score 6 kann mit der Zeit Metastasen bilden.

Gleason Score 7, G1 +G2 = 7, wird Tumor eingestuft als aggressiv, oder Maligne (bösartig), wobei 4+3=7 (alte Bezeichnung 7b) ist aggressiver als ein Gleason-Score 3+4=7  (alte Bezeichnung 7a). Hier wird in de meisten Fällen, abhängig vom PSA Wert, eine dringende Behandlung des Tumors empfohlen (z.B. Operation, Bestrahlung, siehe auch unter Behandlung).
Die alte Bewertungen Gleason Score 7a oder Gleason Score 7b werden nicht mehr vergeben.

! Bei Prostatakarzinomen mit einem Gleason-Score von 7 oder mehr, die Kribriformen oder intraduktalen Merkmale aufweisen, das krankheitsspezifische Überleben beträgt nach 15 Jahren nur 67%  (Quelle: SpringerMedizin.de).

Tertiärgrad: Nach der Prostataektomie kann zusätzlich zu Gleason 3+4 und 4+3  Tertiärgrad 5 hinzu kommen. Das bedeutet, dass neben den Gleason 3 und 4 zusätzlich noch kleine Anteile vom Gleason Grad 5 gefunden wurden.
Zum Beispiel Gleason Score 3 + 4, Tert. 5 oder 4 + 3, Tert. 5

Dieser Tertiärgrad hat eine statistische prognostische Bedeutung, wobei jeder Mensch  anders ist und eine genaue Prognose nicht möglich ist.

Gleason Score 8: Der prozentuell häufigste und der zweithäufigste Grad werden addiert. Domminiert aber nur ein Gleason Grad, z.B. 4, so wird der Grad als 4+4 definiert: G1 + G2 = 8

Prostatakrebs mit Gleason Score 8, Gleason Score 9, oder 10 ist ein sehr aggressive, hochgradige Karzinom.
Bildet Metastasen schon sehr früh, oft noch vor der Krebs Diagnose, die Heilung ist nicht mehr möglich. Wie viele Jahre bleiben noch zum Leben ist hier nicht möglich zu beurteilen. Es ist aber kein Todesurteil. Ich habe Männer getroffen, die schon über 10 Jahre mit aggressivem Prostatakrebs leben.
Es hängt viel vom behandelten Arzt ab, von der Art der Behandlung, vom Alter des Patienten und seiner psychischen und physischen Verfassung und was sehr wichtig ist, von Patienten Engagement. Mit ein bisschen Glück ist es möglich auch einen aggressiven Krebs zu stabilisieren, und manchmal für sehr viele Jahre zum Stillstand bringen.

 Seit der Neufassung des Gleason-Scores (Epstein et al., 2005) werden in Stanzbiopsien Gleason-Scores unter 6 gar nicht mehr vergeben, weil man vermeiden möchte, dass das Ergebnis im Operationspräparat höher sein könnte.
Es findet also bei niedrigen Gleason-Scores zwischen 2 und 5 „sicherheitshalber“ eine Höhergradierung statt. Hat ein Patient z.B. einen Gleason-Score 2, 3, 4 oder 5 in seinem gesamten Tumor, wird er demnach auf 6 hoch gradiert.

IQ-Gleason

“Integrierter quantitativer Gleasongrad” IQ-Gleason
ermöglicht eine  sehr viel feinere Abstufung als die klassischen 5 Gleason-Score Gruppen, was besonders wichtig ist bei Tumoren mit kleineren Anteilen von Gleason Grad 5  (mit Tertiärgrad).

Der IQ‐Gleason erstreckt in einer sehr feiner Abstufung über eine Skala von 0 (Gleason 3+3) bis 117,5 Punkte (Gleason 5+5).

  1. Zuerst wird der prozentuale Gleason 4 und 5 Anteil zusammengefasst. Z.B. 25% Gleason 4 und 5% Gleason 5 ergibt: 25 + 5 = 30.
  2. Dadurch, dass ein Gleason 5 Muster vorhanden ist, werden dem Score 10 Punkte addiert, was ergibt 30 + 10 = 40
  3. Wenn der Gleason 5 Anteil mindestens 20% beträgt, werden zu dem Score zusätzlich 7,5 Punkte addiert.

WHO-Grading, ISUP Grad
Gleason Score neue Einstufung, Epstein Grading

Um die Klassifizierung für Patienten verständlicher zu machen wurde von der International Society of Urological Pathology (ISUP) eine neue Gleason-Nomenklatur eingeführt.
Diese neue Nomenklatur wird unter den Namen ISUP-Grad,  Epstain-Grad oder WHO-Grad in der Diagnose von Prostatakrebs benutzt.

Das neuen Grading-Systems für Prostatakrebs wurde  entwickelt und publiziert von Prof. Jonathan Epstein vom John Hopkins Hospital in Baltimore (USA).
Es werden fünf Gruppen/Graden unterschieden:

  • 1 aus Gleason-Score ≤ 6
  • 2 aus Gleason-Score 3+4
  • 3 aus Gleason-Score 4+3
  • 4 aus Gleason-Score 8
  • 5 aus Gleason-Score 9–10

Das neue Bewertungsschema ist seit 2016 WHO-Standard, hier Details:  
neue gleason-score-neue-einstufung

Die Reproduzierbarkeit (bzw. die Vergleichbarkeit) der Bestimmung des Gleason-Score durch verschiedene untersuchende Pathologen am selben Präparat ist leider sehr unbefriedigend, liegt bei nur 48 Prozent,
Quelle: DNA-Zytometri.
Das bedeutet, dass zwei Pathologen bei der Beurteilung desselben Präparates nur in jedem zweiten Fall zum gleichen Ergebnis kommen.

Aus der mangelhaften Reproduzierbarkeit des Gleason-Score ergeben sich für die betroffenen Patienten unter Umständen falsche Entscheidungen bei der Behandlung von Prostatakrebs.

WALZ-Score, Walz Nomogramm

Die WALZ-Score ist ein Wert, der das Risiko auf ein Frührezidiv für Prostatakarzinom nach einer Prostataektomie darstellt. Diese Auswertung soll bei der Auswahl von weiterer Therapie helfen.

Eine Arbeitsgruppe um Walz J et al aus Hamburg identifizierte die Eigenschaften der Patienten mit einem hohen Risiko für ein Frührezidiv und entwickelte daraus ein Nomogramm zur Vorhersage eines Rezidivs innerhalb der ersten zwei Jahre nach einer operativen Entfernung der Prostata.

Die Analysen basiert auf den folgenden Parametern:
Patientenalter, klinisches Stadium, PSA, pathologischer Gleason, extrakapsuläres Wachstum (EKW), positive Absetzungsränder (PAR), Samenblaseninvasion (SBI), Lymphknoteninvasion (LKI).

Die stärksten Vorhersagen für frühen biochemischen Rezidiv sind demnach Pathologische Gleason Score ≥7, Samenblase Infiltriert und Lymphknotenmetastasen.

Die Genauigkeit des Nomogramms betrug in der externen Validierung 86,6%.

Beispiel für WALZ-Score aus einem pathologischen Befund:
Walz-Score: 122, PSA freies 2 Jahres-Überleben: 70%

Leider ist mir nicht genaueres über den WALZ-Score bekannt. Bisher habe ich nur diese Folie mit dem Walz-Nomogramm gefunden:
=>  WALZ-Nomogramm, Walz-Score , ich kann sie aber nicht erklären

Alter und Prostatakrebs

Im höheren Alter, über ca. 70 Jahre ist der Tumor-Wachstum meistens langsam; Sterben wird der Betroffene eher wegen einer anderen Erkrankung. Der Wert von Gleason Score liegt hier oft bei 6, seltener bei 7 oder 8.

Da die Prostata im hohen Alter meistens vergrößert ist, ist auch der PSA Wert höher, auch wenn sich kein Prostatakrebs entwickelt hat.

Beim Ausbruch von Prostatakrebs Im Alter von ca. 50 Jahre ist der Krebs oft aggressiv, Gleason Score von 8 bis 10, die PSA Werte sind oft niedrig. Es gibt zum Glück auch Fälle, wo der Krebs mit 45 Jahre diagnostiziert wurde und nach der Prostata OP keine Ausbreitung der Krankheit folgte.

Niemand kennt die Zukunft und es ist nie möglich zu sagen, wie es weiter geht  mit der Entwicklung der Krankheit. Es kann noch sehr viele Jahre gehen, der Prostatakrebs kann aber auch trotz Behandlung schnell weiter wachsen.

Werden Sie Manager Ihrer Krankheit!

Werden sie zum Chef Ihrer Gesundheit!

 

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Diagnose: Prostatakrebs. Ein Ratgeber – nicht nur für Männer

Die beiden Herausgeber, Prof. Dr. Lothar Weißbach und Dr. Edith A. Boedefeld, machen Mut, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Sie zeigen die vielfältigen Entscheidungsmöglichkeiten der betroffenen Männer und ihrer Ärzte auf.
Der Patient lernt, wie er zusammen mit seinem Arzt entscheiden kann, welche Behandlung für ihn am besten ist.

Das Buch ist für bereits Erkrankten eine Hilfestellung, um mit der Situation besser umgehen zu können. Es hilft den Angehörigen, vor allem den Partnerinnen, Verständnis aufzubringen und Hilfestellung zu leisten.

Ein Diagnosebericht vom Urologen ist oft schwer zu verstehen

Tipp: Ich schreibe mir immer auf der Kopie einige Erklärungen für die Latein-Worte. Einige davon:

apical = das untere Ende
basal = grundlegend, an der Basis (Zentral?)
pelvine = Becken
Urethra = Harnrohre
Nukleoli = Nucleolus, lat. Kernkörperchen, Mehrzahl Nucleoli
Adenokarzinom = mikrodrüsen mit siebähnlichen Formen (cibriform)
cranial nach caudal = von onen nach unten
ventral = bauchwärts
Ductus deferens = Samenleiter
Perinnural = um einen Nerv herum
Epithel ist andere Bezeichnung für Drüsengewebe
intraepithelialen Neoplasie = bösartige Veränderung
Myoglanduläre Hyperplasie = Die Schnittfläche der Prostata zeigt ein aus weissen Knoten mit feinen Zystchen (dilatierte Drüsen) aufgebautes Parenchym (Gewebe). Das Organ ist deutlich vergrössert. N1 Befallen (regionäre Lymphknotenmetastasen keine Blutgefäßinvasion
L1 = Tumorzellen in Lymphgefäßen nachgewiesen
R1 – Resttumor vorhanden (Schnittrand vom Tumor befallen)
T3b In die Samenblase(n) eingewachsen
P1 (= perineurale Invasion): Tumorzellen befallen auch das Gewebe, das Nerven umgibt

Die Tumorstadium-Klassifikation finden Sie auf der Seite Wachstum

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152 Kommentare

  1. Trautmann Hartmut

    Hallo,Ich bin 70 Jahre und musste mich 2011 einer radikalen Prostata OP unterziehen.
    Die Diagnose ergab folgendes Ergebniss: pT3a N0 M0 L1 V0 R0 Gleason-Score 3+4=7. Der PSA Wert lag vor der OP bei 5,22.
    Nach der OP wurde folgende PSA Werte gemessen:
    2011 = 0,01 2012 =0,02 /0,03 2013 =0,05 /0,07 2014 =0,07/0,14 2015 =0,12/0,09 2016=0,15 2017= 0,34.
    Von meinem Urologen wurde mir eine sofortige Bestrahlung der Prostataloge und eine Knochenszintigrafie empfohlen.
    Welche Empfehlung würden Sie in meinem Fall als ratsam halte ?
    Vielen Dank und Grüße Hartmut

    • Hallo, gegen den Vorschlag vom Urologen habe ich nichts auszusetzen. Bei einem Rezidiven ist laut Leitlinien eine Bestrahlung der Prostata Loge zu empfehlen. Wenn die Bestrahlung nicht hilft, wird eine Hormontherapie notwendig.
      Eine Knochenszintigraphie ist eine Standard Untersuchung, ist ungenau, kann aber eventuelle Knochenmetastasen sichtbar machen.
      Andere Untersuchungen bringen bei dem niedrigen PSA-Wert nicht viel, sind zu ungenau.
      Eventuell eine MRT vom Bauch könnte auch sinnvoll sein.

  2. Hallo, da der letzte Eintrag schon fast 1 Jahr alt ist, weiß ich nicht, ob die Seite noch aktiv ist?
    Ich bin 51 und habe vor 12 Monaten erstmals den PSA-Wert messen lassen, er betrug 3,2
    Tast- und Ultraschalluntersuchung war o.B.
    6 Monate später betrug der PSA-Wert 2,6
    Jetzt wurde erneut gemessen und er ist sprunghaft auf 14 gestiegen!
    Tast und Ultraschall wieder o.B.
    Nun hatte ich vor 3 Monaten eine schwere Harnwegs- und/oder Prostataentzündung. Könnte der hohe Wert noch daran liegen?
    Habe keinerlei Beschwerden, im Gegenteil, seit dem Abheilen der Entzündung ist die Ejakulation viel kräftiger als je zuvor.

    • Hallo, für 51 Jahre war der PSA-Wert von 2,6 schon sehr hoch. Bei einer Prostata Entzündung ist normal, dass PSA steigt, aber danach solle wieder fallen.
      Lassen Sie Ihren PSA in kurze Zeit wieder messen.
      Es wäre sinnvoll eine parameter-MRT der Prostata durchzuführen.
      Eine Biopsie wäre auch nicht falsch.
      Dass Sie keine Beschwerden haben ist sehr gut, aber die Ursache für den hochen Psa-Wert solle geklärt werden.

      • Hallo, eine neue Messung 2,5 Wochen nach 14 hat nun nur noch 11 ergeben. Offenbar rührt der hohe Wert immer noch von der Entzündung von vor 3 Monaten her.

  3. Michael Golombek

    Guten Abend, mein Alter 75. Nach 10 jähriger Kontrolle 2015 PSA auf 11 gestiegen. Prostatasonographie/Echtzeitelastografie ergibt von 10 Stanzen 2 positiv. Tumorausdehnung 0,8 und 0,2 mm. T1c mit Gleason 3 + 3 = 6 . prostata 80 ccm relativ groß. Skelettszintigraphi ist ohne Befund.Ein MRT zeigt ebenfalls den Krebs, aber es kann den Wachtum oder die Agressivität nicht diagnostiziert werden.
    Eine Op. ziehe ich nicht in Erwägung u.a. auch, da ich vor 3 Jahren eine Herzop. hatte. Begebe mich nach intensiver ärztlicher Beratung in die Aktive Überwachung. PSA schwankt zwischen 9,3 bis jetzt aktuell 16,8. Urologe rät mir zu einer Bestrahlung (ca. 35 Termine ). Bin dem Alter entsprechend körperlich fit, habe aber nachts häufig Harndrang und schwachen Strahl. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einen Rat zur Entscheidung geben könnten.

    Mit freundlichen Grüßen
    M. Golombek

    • Hallo,
      Gleason Score von 6, bedeutet, dass Ihr Tumor wenig aggressiv ist. Die aktive Überwachung war die richtige Entscheidung.
      Eine OP finde ich auch nicht als notwendig.
      Da der PSA-Wert hoch ist, die Idee von den Urologen eine Bestrahlung durchzuführen finde ich nicht abwegig.
      Vielleicht haben Sie die Möglichkeit eine IMRT Bestrahlung zu bekommen, ist genauer und schonender als eine “normale” mit Linearbeschleuniger.

      Gegen den Harndrang kann Ihnen de Urologe eventuell Medikamente verschreiben.
      Gruß, Jacek W.

  4. Moin-Moin, bin 77 und ziemlich fit. Vor ~15Jahren Ausschabung der Prostata wegen gutartiger Vergrößerung. Seitdem an die 12 Blasenhals-
    Resektionen,-Inzisionen, weil durch die immer wieder auftretenden
    Vernarbungen, das Wasserlassen extrem erschwert wurde. Im Dez.2016
    erneute Behandlung nach Turner/Warwick. Wasserlassen noch ~ OK.
    Bei dieser OP Prostata-Karzinom festgestellt. Gl.-Score 4+3.
    PSA Ende 2015 = 7,2. Anfang 2016 = 6,7. Jetzt Anfang 2017 = 4,5.
    Hinzuzufügen ist noch eine Collitis ulcerosa in 2011,2012,2013,2015.
    Welche Behandlung des Karzinoms wäre jetzt angezeigt.
    Herzlichen Dank.

    • Hallo,
      Da der Gleason score ziemlich hoch ist, können sich Metastasen bilden. Eine Behandlung ist empfehlenswert.
      Eine Prostata-OP oder eine Bestrahlung würde ich wegen den Vorerkrankungen ausschliessen.

      Da bleibt die Hormontherapie, z.B. mit Bicalutamid 150mg (1-Tablette) pro Tag. Bicalutamid 50mg wäre zu wenig.
      Möglich wäre auch eine 3-monats-Spritze, mit z.B. Trenantone.

  5. Hallo Herr jacekw,
    vielen Dank für Ihre ausgewogenen und sachkundigen Kommentare.
    Bin nach Erstdiagnose (Sep 2015) mit PSA 4000! mit Lungen-, Lymphsystem- und Knochen-Metastasen in sehr guter Behandlung mit bis auf PSA 35 bei Behandlung mit Bicalutamid (1 Monat), Zoladex (Enantrone), Zoledronat zur Knochenstabilisierung u.a. Lungenmetastase (schwere Atemnot) und Beckenmetastase (Schmerzen vom Beckenkamm bis zum Hüftgelenk) wurden mit 50Gy bzw 30Gy radiologisch erfolgreich behandelt, sodass ich z.Zt. schmerzfrei bin.
    Allerdings fing der PSA-Wert wieder zu steigen an, monatlich um 20 Einheiten auf z.Zt. 120. Nun haben wir die Chemoterapie mit Docetaxel begonnen. Nebenwirkungen nach dem ersten Zyklus machten sich nach drei Tagen in Form von Schwindelgefühl und Durchfall bemerkbar. Nach einer Woche gab sich dass, sodass ich mich bis zum zweiten Zyklus (14 tägig) etwas erholen kann.
    Bei mir wurde auch mit Lutetium177-PSMA617 als Endonukleartherapie begonnen. Dazu wurde ein Ga68-PSMA617 PET/CT vorgenommen, wodurch spezifisch die Prostata-Metastaseen sichtbar wurden. Leider musste die Therapie abgebrochen werden, da meine Kasse (TK) die Kosten nicht übernehmen wollte, jedenfalls nicht bevor die konventionellen Therapien ausgeschöpft sind.
    Verglichen mit den zuvor erschienenen Erfahrungsberichten kann ich von PSA-Werten um 1 nur träumen. Dennoch fühle ich mich einigermaßen wohl. Ich sehe jedenfalls meiner Zukunft zuversichtlich entgegen.
    Lasse gern wieder von mir hören, wenn die Werte sich gebessert haben.

  6. Guten Abend Jacek,

    Sie haben hier eine sehr informative Seite geschaffen, die vielen in Ihrer Hilflosigkeit und Verzweiflung etwas Hilfestellung und Unterstützung gibt, auch von uns vielen Dank dafür!

    Mein Vater, 78, wurde Anfang Oktober mit einem Hirntumor ins Krankenhaus eingeliefert und es hat sich herausgestellt, dass es sich um eine Metastase des Prostatakarzioms handelt. Dass er regelmäßig zu Kontrollen beim Urologen ging und man auch Mai 2016 bei der transurethalen Prostataresektion nichts negatives festgestellt hat sei derzeit dahingestellt, denn es hilft nicht weiter.

    Seine Diagnose ist somit bei PSA 95 und bei 10 Prostatastanzen eine Infiltration von 80℅ und Gleason 5+4, 5+5 bzw. 50℅/30℅ und 4+5, 4+4.P Prognosegruppe 5.
    Dazu Metastasentypische Anreicherungen in Rippen, Schulterblatt, Brustbein, Wirbelsäule, Becken u.ä.
    Dazu Metastase eines niedrig differenzierten Prostatakarzioms in der Schädelbasis, was derzeit durch Schwindel, Kopfschmerzen u.a. Beschwerden noch zu den einzigen Beschwerden gehört.
    Auch dies ist für meine Eltern jedoch bereits mehr als überfordernd.

    Dass Gespräch in der Onkologie steht nächste Woche an und man wird wohl eine Hormontherapie empfehlen.
    Können Sie hierzu evtl. Tips geben was noch zu tun wäre bzw. Was wir den Arzt fragen sollten oder wozu Weiteres anfordern könnten? Wir sind für jeden gut gemeinten Tipp dankbar!
    Vielen Dank für Ihre Zeit!
    Viele Grüße
    Robert

    • Hallo Robert,
      bei diesem hohen Gleason Score und bei der Verbreitung von Metastasen sehe ich leider nicht viel Möglichkeiten. Der Prostatakrebs kann nicht mehr gestoppt werden.
      Die Hormontherapie mit Bicalutamid + 3-monats-Spritze (z. B. Trenantone) kann jedoch Ihren Vater das Leben verlängert, vielleicht um ein paar Jahre. Möglich wäre auch anstatt Bicalutamid gleich mit Enzalutamid zu anfangen, aber am Anfang ist das nicht notwendig.
      Dazu noch Xgeva, Medikament (monatlich, subkutan) das die Knochenmetastasen stabilisiert, kann auch das Leben verlängert.
      Wenn Schmerzen kommen, dann gleich starke Medikamente wie Opiate nehmen.

      Eine Chemotherapie, auch wenn sie für kurze Zeit wirksam sein kann, würde ich wegen den Nebenwirkungen Ihrem Vater nicht empfehlen. Die Lebensqualität würde sich stark verschlechtern (eigene Erfahrung).
      Viele Grüße, Jacek

    • Guten Abend Jacek und vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
      Wir kämpfen tapfer und sind derzeit im Katharinenhospital mit der Bestrahlung der Knochenmetastase im Kopf beschäftigt und mussten feststellen, dass der behandelnde Urologe keinerlei ernstes Interesse am Patienten hat.
      Zwar hat er halbherzig Leibowitz mit 50 mg Bicalutamid , 3-M-Spritze und Finasterid verordnet aber keinerlei Infos oder sonstige Gespräche geführt. Gäbe es nicht Ihre Seite und die von Prostatakrebse wäre ich verzweifelt, denn das sind die einizige Informationen die ich und somit wir haben.
      Die Ärzte im KH sind bis auf wenige Ausnahmen auch nicht redseliger, der Leitende Oberarzt hält es nicht einmal für nötig auf Emails zu antworten oder dem Patienten die Diagnose mitzuteilen. Wenigstens haben sie schon recht früh mit 150 mg Bica angefangen und Zometa-Infusion verabreicht, jedoch darüber nicht einmal informiert. Dazu dängen alle zur Chemo, er würde das im jetzigen Zustand gut wegstecken, allerdings wieder ohne weitere Infos dazu. Mittlerweile, nach unzähligen gelesenen Seiten wäre ich geneigt die Chemo evtl. auch zu versuchen, doch ich kann nicht meinen Vater anhand von Informationen aus dem Internet “behandeln” und beraten.
      Das ist alles sehr frustrierend, es geht ja schließlich nicht um eine Grippe..
      Ich wollte Sie fragen, ob Sie im Raum Stuttgart evtl. einen Tip haben, welcher Onkologe Kassenpatienten gern behandelt und tatsächlich Interesse am Patienten hat, da Sie aus der Nähe kommen und bereits sicherlich mehrere Ärzte besucht haben. Die Hürde überhaupt einen Termin in absehbarer Zeit zu bekommen wäre dann die nächste Herausforderung.
      Vielen Dank Robert

      • ich verfolge diese Idee: “Werden Sie Manager Ihrer Krankheit”.
        Ich persönlich habe kaum welche Erfahrungen mit Onkologen, ich gehe zu meinem Urologen und zu Selbsthilfegruppe.
        Ich war ein paar Mal in Tübingen in der Urologischer Klinik, aber meine letzte Erfahrung war sehr schlecht: mehrere Stunden gewartet und dann das Gespräch (Sprechstunde die nur ein paar Minuten gedauert hat) mit einem Oberarzt, das leider überhaupt nicht hilfreich war.

        Gruß, Jacek

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