Prostatakrebs und die Psyche

Prostatakrebs und die Psyche

Wenn wir gesund sind, merken wir es nicht, dass wir eine Prostata haben. Wenn die Prostata aber krank wird, wird die Abhängigkeit von Prostatakrebs auf die Psyche immer wichtiger.

 


Denkende in Stuttgart, Prostatakrebs und die Psyche

Gerade wir, die mutigen Männer, gehen nicht gerne zur Vorsorgeuntersuchung, aus Angst eine negative Diagnose zu bekommen.  Viele von uns verschweigen und verstecken die Krankheit vor Freunden, Bekannten und sogar Angehörigen aus Scham und Peinlichkeit.

Die Diagnose Prostatakrebs trifft uns überraschend. Die Angst vor dem Tod und um die Zukunft dominiert unsere Gedanken. Nicht wenige Männer fühlen sich nach der Diagnose wie betäubt, können nicht  klar denken und  Entscheidungen treffen. Damit ist jeder Überfordert

 Kaum jemand kann ruhig schlafen. Gerade nachts, wenn wir müde und erschöpft sind, kommt  die Angst, Wut, Traurigkeit, verschiedene Gedanken und Gefühle. Wir fallen in das berühmte “tiefe Loch”, das  aus Depression, Selbstmitleid, Schuldgefühle und Hoffnungslosigkeit besteht.

In dieser Situation leidet unsere Familie, Bekannte und die soziale Umgebung. Besonders die Ehefrau und die Kinder fühlen sich vernachlässigt und hilflos.

Eine Krebserkrankung kann durch Gewichtsverlust, Haarausfall, Operation zu Veränderung des Äußeren führen. Betroffene verlieren dann häufig das Gefühl für ihren Körper.

Prostatakrebs und die Psyche, ein Beispiel

 Vor kurzem hat mich ein Betroffener angeschrieben. Dieser hat die psychischen Probleme nach der Krebsdiagnose sehr treffend dargestellt:

“Ich bemerke, dass ich seit ca. 3 Wochen am Bauch zunehme, die Hosen passen mir nicht mehr. Mein Essverhalten hat sich jedoch nicht geändert.
Ich bemerke, dass ich aufbrausend bin, teilweise ungerecht und ängstlich. Jedes Neues verursacht bei mir “Kopfschmerzen” und Angstgefühle.
Meine Frau habe ich jetzt seit 3 Wochen “links” liegen gelassen. Ich muss mich zwingen, lieb zu sein. Hass breitet sich aus, das ich unweigerlich spüren lasse.
Teilweise habe ich auch Schmerzen im ganzen Körper und auch “unten” herum. Dies sind aber keine Schmerzen im eigentlichen Sinne, sondern nur ein flaues, beklemmendes Gefühl. Vielleicht auch ausgelaugt. Ich weiß es nicht. Ich kann es einfach nicht beschreiben…”

Ich habe auch manchmal solche Gefühle, wie Angst, Depression, Hoffnungslosigkeit, fühle mich überfordert und traurig.

Ein wichtiger Schritt, um Ängste abzubauen ist Sich ausführlich zu informieren. Je mehr wir über die Krankheit und ihre Behandlung wissen, desto besser. Das Wissen beseitigt das Gefühl, dem Krebs machtlos ausgeliefert zu sein und gibt dem Patienten die Möglichkeit, selbst über den Verlauf mitzubestimmen.

Prostatakrebs ist meistens eine chronische Erkrankung. Ängste vor Rückfällen oder dem Fortschreiten der Krankheit können psychisch sehr belastend sein und das Leben im weiteren Verlauf bestimmen.  Die Behandlungsfolgen, wie die Einschränkungen der Sexualität oder eine Inkontinenz, können sich negativ auf das Selbstwertgefühl und die Stimmung von Prostatakrebspatienten auswirken.

Müdigkeit und Erschöpfung, auch als Fatigue bekannt, kann im gesamten Verlauf von Prostatakrebs Erkrankung auftreten: bei Diagnosestellung, Therapie, Nachsorge oder einer palliativen Versorgung.
Unter Therapie, insbesondere während Chemo- oder Strahlentherapie, tritt ein akutes Fatigue-Syndrom bei 60-80% aller Patienten auf.

Detailtier über Fatigue Syndrom bei Prostatakrebs kennen Sie auf der folgenden Seite lesen:
=> Fatigue Syndrom

Wichtig ist schon am Anfang Prostatakrebs und die Psyche zu behandeln.
Wegen der Psyche ist am besten einen Psychoonkologe zu besuchen. Möglich ist schon im Krankenhaus, danach über die Krankenkasse einen Spezialist für Psychoonkologie zu finden.

Wichtig ist auch in einer Selbsthilfegruppe sich Hilfe holen.

Depressionen bei Prostatakrebs

Depressionen können nicht nur die Psyche aber auch den Körper beinflüssen.
Einige bestimmte Symptome sprechen dafür, dass sich um eine depressive Erkrankung handelt
und nicht nur eine vorübergehende Müdigkeit.

Die wichtigste Symptome für eine Depression (sogenannte Hauptsymptome) sind:
– gedrückte, depressive Stimmung;
– Interessenverlust und fehlende Freude an irgendeine Tätigkeit;
– Antriebsmangel
– ständige Müdigkeit.

Wenn mindestens zwei dieser Merkmale länger als zwei Wochen bestehen, kann das auf eine Depression hinweisen.
In diesem Fall ist es ratsam, sich an einen Psychotherapeuten  oder noch besser an einen Psychoonkologe zu
wenden.

Wie finde ich einen Psychoonkologen?

Prostatakrebs und die Psyche, wo finde ich einen Arzt, einen Psychoonkologe der mir hilft?
Auf der Seite von Krebsinformationsdienst ist möglich nach Psychoonkologen in der Nähe zu suchen. Man muss nur die Postletzahl eingeben.
Hier ist der Link:  Psychoonkologe finden

Sonst ist auch möglich über einen Krankenkasse Dienst einen Psychologe und ein Termin suchen lassen.

Mit Ängsten umgehen lernen

Man sollte den angenehmen Seiten des Lebens mehr Gewicht geben: die eigenen besonderen Fähigkeiten schätzen lernen, das zu tun, was Spaß macht oder Freude bringt.

Möglich neue Ziele in Angriff nehmen. Am besten Ziele, die man in kürze Zeit selbe erreichen kann. Z.B. bei fehlender Konzentration sich als Ziel nehmen, drei Seiten von einem Buch zu lesen. Dieses Ziel ist nicht schwer zu erreichen, aber beim Erfolg bringt uns psychische Zufriedenheit und stärkt das Gefühl für die eigene Kraft.

Heilung bedeutet nicht völlig gesund werden, sondern inneren Frieden finden und das Leben trotz Behinderungen voll ausschöpfen.

Dr. Bernie Siegel schreibt in seinem Buch “Prognose Hoffnung”: “Was Sie denken und fühlen verändert über das Nervensystem, Hormone und die Immunabwehr den Zustand Ihres Körpers”. Dr. Simonton: “Das was Sie tun, oder nicht tun, kann den Verlauf der Krankheit beeinflussen”.

“Egal, wie es bisher war, Ich habe die Macht mein Leben zum Positivem zu verändern.”

Antworten Sie die Fragen:

  • Was erlaubt mir die Krankheit zu tun, was ich schon immer gerne getan hätte, mich aber nicht getraut habe?
  • Was muss ich durch die Krankheit nicht mehr machen, was ich bisher nicht gerne getan habe?

“Über die Psyche können wir die Lebensqualität deutlich verbessern.”

Partner und das soziale Umfeld sollten dabei nicht ausgeschlossen werden, auch sie sind von der Erkrankung mitbetroffen. Die Unterstützung von nahestehenden Personen fällt umso leichter, je mehr Anteil sie an den Gefühlen der erkrankter Person haben.

Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein: Sie können Ihnen eigene Strategien gegen die Angst mitteilen. Manchmal gibt es im Verlauf einer Krebserkrankung allerdings Phasen, in denen die Belastung so groß wird, dass zur Krankheitsbewältigung die eigenen Kräfte und auch die Unterstützung durch Angehörige und Freunde nicht mehr ausreichen. Werden Ängste und psychische Belastung zu intensiv, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Prostatakrebs und die Psyche, das sind zwei verschiedene Begriffe, die sich meistens durch die lange Erkrankung immer wieder gegenseitig beeinflussen. Besonders schwierig wird es währen de Hormontherapie, wenn die Testosteronproduktion im Körper blockiert wird.
Mann wird müde, Muskel bauen ab, Mann nimmt zu, ist weniger beweglich, man denkt immer wieder an Tod.

Ich ginge auch oft zu einer Psychoonkologin, jetzt habe ich aber keine. Nur wenn ich in die Klinik Öschelbronn fahre, kann ich dort hilfreiche für mich Gespräche führen.
Dort auch habe ich den Therapeut Josef Ulrich kennengelernt, der das Buch über Selbstheilungskräfte geschrieben hat.

 

Selbstheilungskräfte: Quellen der Gesundheit und Lebensqualität (Aethera)
Taschenbuch – 1. September 2016 von Josef Ulrich (Autor)

Meine Empfehlung, ein sehr gutes Buch das mir sehr geholfen hat
Es geht um die Selbstheilungskräfte der Menschen, egal ob krank oder gesund. Wie kann ich meine Selbstheilungskräfte aktivieren? Wie kann ich meine Gesundheit verbessern?
Auf sensible Weise vermittelt Josef Ulrich seine jahrelangen Erfahrungs- und Heilungserlebnisse mit Patienten.

Prostatakrebs und die Psyche, es ist wichtig das positive zu sehen. Jeden Tag erleben wir etwas nettes. Behalten Sie das im Kopf und erinnern Sie sich am Abend im Bett  an das positive. Wir sollen Dankbar sein, dass wir noch leben dürfen.

Tipp: Versuchen Sie öfter spazieren zu gehen, am besten in einen Park oder Wald. Gehen Sie alleine, damit Sie besser über Alles nachdenken können.
Machen Sie immer wieder Pausen, setzen Sie sich auf eine Bank oder einem Baumstamm. Umarmen Sie Bäume, reden Sie mit denen, hören Sie zu, holen Sie sich neue Kräfte.
Gehen Sie in eine Kirche, egal welche, am besten wenn sie dort fast alleine sind. Bleiben Sie dort einige Minuten in der Ruhe sitzen. Mir hilf das wieder zufrieden zu sein.

Mehr über Prostatakrebs und die Psyche erfahren Sie auf meiner Seite:  Krebs und Psyche

Ein Appell an mutige Männer !

Ich würde mich freuen, wenn Sie zu diesem Thema auch ein “Kommentar” abgeben (am Seitenende), über Ihre eigenen Gefühle,  Probleme und andere psychischen Veränderungen.

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45 Kommentare

  1. Nach der radikalen Prostatektomie bekam ich die Inkontinenz schnell in den Griff, so dass ich nach ca. 5-6 Monaten keinerlei Beeinträchtigungen mehr habe. Dagegen hatte ich jetzt nach 10 Monaten bisher keine einzige Erektion, was mich unbewusst doch mehr psychisch belastet. So diagnostizierte mein vertrauter Arzt eine kleine Depression, die sich besonders in Ruhephasen unangenehm bemerkbar macht. Innere Unruhe, Herzrasen, Schlafstörungen, Schweißausbrüche sind deren Symptome. Aufgetreten sind diese erstmals nach etwa 9 Monaten.
    Als erstes werde ich bei der nächsten Kontrolluntersuchung dies mit dem Chefarzt der Urologie erörtern und nach Lösungsmöglichkeiten suchen.
    Fühle mich momentan alles andere als sportlich motiviert, obwohl ich bis zur OP den Sport als Hobby Nr. 1 gesehen und auch gelebt habe.

  2. Ich denke auf jeden Fall, dass alleine das Wissen, dass etwas nicht richtig ist, die Psyche beeinflussen kann auch wenn man nichts spürt. Eine ausführliche Information ist hier total wichtig Ängste abzubauen. Ich wusste allerding nicht, das Prostatakrebs eine chronische Krankheit ist.

  3. Der Prostatakrebs ist immer ein Problem wegen des PSA Wertes

  4. Psychisch war ich zunächst angekratzt (auch wütend!) in der ungewissen Zeit vor der Biopsie. Danach habe ich mich sozusagen “meinem Schicksal ergeben”. Einen “Kampf gegen den Krebs” habe ich mir erspart, den verliert man fast immer. Ich versuche, das Beste aus meiner Situation zu machen und bewährte Behandlungen soweit sinnvoll zu nutzen (keine Experimente!).
    Die Frage nach dem “Warum” bzw. “Warum gerade ich” stellte ich nicht. Es gibt zu viele mögliche Ursachen, und der Zufall hat wohl den größten Einfluss. Merkwürdigerweise leben alle mir persönlich bekannten Prostatakrebs-Patienten betont gesundheitsbewusst: Nichtraucher, keine Alkoholiker, bewegen sich viel in der Natur, kein ausschweifendes Leben.

  5. Liebe Betroffene und Angehörige, Ende April wurde mir die Prostata radikal entfernt. Die Diagnose Prostatakrebs habe ich anfangs Jahr im Alter von 55 nach einer Biopsie erhalten. Die ersten Tage ist ein wahrer Cocktail an Gefühlen. Ich habe mich für einen sehr offenen Umgang mit dieser Krankheit entschieden. Ich habe offen mit der Familie, Freunde, Geschäftskollegen und Vorgesetzte darüber gesprochen. Ich hatte aber auch grosses Glück, habe ab 60 systematisch Vorsorge gemacht. In drei Jahren konnte ich beobachten wie der PSA wert immer schneller stieg. Zwei MRI Untersuchungen waren negativ. Erst die Biopsie brachte Gewissheit. Genau das war auch meine Botschaft an meine Bekannten, Prostatakrebs kommt nicht über Nacht. Etwas ist aber übrig geblieben wie kann der Prostatakrebs von einem cT1c zu einen pT2c um drei Stufen in nur drei Monaten wachsen? Das ist die letzte Stufe bevor der Tumor die Prostatakapsel verlässt. Wie es weiter geht ist offen, die Prognosen sind gut dass es vorbei ist. Muss versuchen trotzdem bewusst und ohne Angst zu leben.

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