Leistenbruch nach Prostataektomie wegen Prostatakrebs

Aktualisiert am

Häufiger  Leistenbruch nach Prostataektomie wegen Prostatakrebs

Nach einer radikalen Prostataektomie wegen Prostatakrebs kommOP. Leistenbruch Leistenhernie, Schenkelhernien nach Prostata Op.t viermal häufiger als bei Männern ohne Prostatakarzinom zu einem chirurgischen Eingriff wegen einer Hernie, meistens wegen Leistenbruch (Leistenhernie) und Schenkelhernien.

Gründe könnten in postoperativen Veränderungen der Bauchdecke liegen.

In einer großen schwedischen Studie  werteten Chirurgen unter anderem aus Göteborg die schwedischen Registerdaten aus,  die in Jahren 1998 bis 2010 angelegt waren.

In die Auswertung gelangten die Befunde von mehr als 28.600 Männern mit Prostatektomie und von mehr als 105.400 Männern der übrigen Bevölkerung ohne Prostatakarzinom.
Bei 4650 Männern erfolgte die radikale Prostatektomie minimalinvasiv und bei
14.802 über den retropubischen (traditionell mit Bauchschnitt) Zugang.
9156 Männer mit Prostata-Ca. wurden bestrahlt.

Die schwedischen Chirurgen fassten für die Studie die Angaben zu Leisten- und Schenkelhernien zusammen.

Sechs Jahre nach der Krebsbehandlung hatten 14% der Männer mit retropubischer Prostatektomie eine Hernien-Op.,

  • 10% der Männer nach minimalinvasivem Eingriff und nur
  • 8% der ausschließlich bestrahlten Männer.

Am häufigsten waren in allen drei Patientengruppen Operationen wegen indirekter Leistenhernien, also lateral der epigastrischen Gefäße.

Im Vergleich zur Inzidenz solcher Operationen in der übrigen Bevölkerung war diese bei Männern nach retropubischer Prostatektomie um fast das Vierfache höher (Hazard Ratio, HR: 3,95; 95%-Konfidenzintervall zwischen 3,70 und 4,21), nach minimalinvasivem Eingriff um mehr als das Dreifache (HR = 3,37; 95%-Konfidenzintervall zwischen 2,95 und 3,87). Selbst nach einer Strahlentherapie war die Op.-Inzidenz im Vergleich zu Männern in der übrigen Bevölkerung fast doppelt so hoch (HR = 1,84; 95%-Konfidenzintervall zwischen 1,66 und 2,04).

Mit einem Anteil von 77% war die Inzidenz lateraler Leistenhernien nach retropubischer radikaler Prostatektomie am höchsten. In der Kontrollgruppe lag sie bei nur 53%.

Auch weil selbst bei Männern mit Prostatakrebs nach Bestrahlung die Inzidenz der Hernien-Op. im Vergleich zur übrigen männlichen Bevölkerung deutlich höher lag, gehen die schwedischen Chirurgen davon aus, dass dies sowohl in anatomischen Veränderungen durch die Behandlung als auch in der verstärkten Wachsamkeit der behandelnden Ärzte begründet liegt.

Nach Schätzungen des Robert Koch Institutes erkranken jedes Jahr allein in Deutschland etwa 67.600 Männer an Prostatakrebs, etwa zwei Prozent davon  seien bei der Diagnose 50 Jahre alt oder jünger. Mehr als 13.000 der Männer sterben jedes Jahr an einem Prostatakarzinom.

Quelle: springermedizin.de

 

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