Docetaxel frühzeitig zu Hormontherapie verlängert Überlebenszeit

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Chemohormontherapie: Docetaxel mit Hormontherapie verlängert wesentlich die Überlebenszeit

 

Docetaxel

Eine Chemotherapie wird beim Prostatakarzinom in der Regel erst dann zum Einsatz kommen, wenn trotz Hormontherapie PSA-Wert wächst und die Erkrankung fortschreitet.

Verschiedene Studien zeigen, dass Chemohormontherapie,  die gleichzeitige Chemotherapie als Zugabe zur Hormontherapie das Überleben von Männern verlängert.

 

ASCO 2014, ASCO 2015 (American Society of Clinical Oncology): Die Zugabe von Docetaxel zu einer Standard Hormontherapie verbessert wesentlich die Gesamtüberlebenszeit bei metastasierten, hormonsensitiven Prostatakrebs 

STAMPEDE Studie 2015 =>  ASCO News Prostatakarzinom 

Frühzeitiger Einsatz von Docetaxel solle innerhalb von 4 Monaten nach dem Anfang von ADT erfolgen (Empfehlung der S3-Leitlinie)

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Chaarted-Studie

Ergebnisse der Chaarted-Studie, einer Phase-III-Studie ECOG-E3805, zeigen, dass die Zugabe von Chemotherapeutikum Docetaxel zur Standard-Hormon-Therapie verlängert das Überleben von Männern mit neu diagnostiziertem hormonsensitiven Prostatakrebs um rund 10 Monate.
Bei fortgeschrittenen, metastasierten Prostatakrebs war der Überlebensvorteil deutlich größer.

In der bei Lank Center of Genitourinary Oncology at the Dana-Farber Cancer Institute in Boston, durchgeführten Studie wurden 790 Männer mit neu diagnostiziertem metastasiertem Prostatakarzinom randomisiert (unter Verwendung eines Zufallsmechanismus) entweder allein mit Hormontherapie (ADT) oder mit ADT plus Docetaxel über einen Zeitraum von 18 Wochen behandelt.

Etwa zwei Drittel der Patienten hatten einen fortgeschrittenen Prostatakrebs: der Krebs hat schon Fernmetastasen gebildet, sich auf wichtige Organe oder in die Knochen ausgebreitet hatte.
In der ADT-alone Gruppe erhielten 123 Patienten bei Fortschreiten der Erkrankung zusätzlich Docetaxel.
In der ADT plus Docetaxel haben 45 Patienten wegen vortschreiten der Krankheit zusätzlich Docetaxel bekommen.

Bei einem medianen Follow-up von 29 Monaten in der ADT-alone-Gruppe gab es 136 Todesfälle, im Vergleich 101 Todesfälle in der ADT plus Docetaxel-Gruppe (Unterschied 35 Todesfälle).

Die mediane Gesamtüberlebenszeit betrug in der ADT-Gruppe 44 Monate und in der ADT plus Docetaxel-Gruppe 57,6 Monate (Unterschied von 13,6 Monate).

Die relative Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit war sogar noch größer unter den 520 Patienten mit fortgeschrittenen, metastasierten Prostatakrebs: 32,2 Monate vs. 49,2 Monate (Unterschied von 17,0 Monate).

Docetaxel verzögert auch den Krankheitsverlauf, was entweder durch PSA-Anstieg oder Auftreten neuer Metastasen oder Symptomen bewertet wurde.

Nach einem Jahr der Anteil der Patienten mit PSA-Werten von weniger als 0.2ng/mL lag in der ADT-Gruppe bei 11,7 Prozent vs. in der ADT plus Docetaxel Gruppe bei 22,7 Prozent.
Die mediane Zeit bis zur klinischen Progression (Auftreten von neuen Symptomen oder bei einer Knochenszintigraphie endeckten neuen Metastasen) betrug in der ADT-Gruppe 19,8 Monate vs. in der ADT plus Docetaxel-Gruppe 32,7 Monate (Unterschied von 12,9 Monate).

STAMPEDE Studie 2015

Die ersten Ergebnisse aus der STAMPEDE Studie wurden am 13.05 2015 vorgestellt, vor der American Society of Cancer Oncology (ASCO) Konferenz in Chicago.
Die Ergebnise wurden auch bei ASCO 2015  am 01.06.2015 präsentiert.
STAMPEDE wurde entwickelt, um die Wirkung von verschiedenen Behandlungen für fortgeschrittenem Prostatakrebs zu testen. An der Studie waren fast 3.000 an Prostatakrebs erkrankten Patienten beteiligt.

Insgesamt lebten die Männer, die Docetaxel neben Hormontherapie erhielten durchschnittlich zehn Monate länger als diejenigen, die mit Hormon-Therapie allein behandelt wurden.
Männer mit fortgeschrittenem (mit Metastasen) Prostatakrebs, die Docetaxel neben Hormontherapie erhielten, lebten durchschnittlich 22 Monate länger als bei Patienten unter Hormontherapie allein.

Während ASCO2018 ergänzen die Autoren der STAMPEDE-Studie, dass Patienten mit fortgeschrittenem hormonnaivem Prostatakarzinom – sowohl mit als auch ohne Metastasen – von einer Kombination der Androgendeprivationstherapie (ADT) mit Docetaxel im Vergleich zur Standardtherapie profitieren.

 

„Hormon-Therapie ist seit den 1950er Jahren eine Standard-Behandlung für Prostatakrebs”, sagte der leitende Autor der Studie Christopher Sweeney, MBBS, Onkologe. “Das ist die erste Studie, für eine Therapiemöglichkeit, die Überlebenszeit bei neu diagnostiziertem metastasierendem Prostatakrebs verlängert. Der Nutzen ist erheblich und ermöglicht Entstehung einer neuen Standard-Behandlung für Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs, die für die Chemotherapie gesundheitlich fit sind.”

Hormontherapie – auch als Androgen Deprivation Therapie (ADT) – allein ist die Standard-First-Line-Behandlung von hormonsensitiven Prostatakrebs.
Obwohl ADT (Hormontherapie) wirksam ist, wird die Krankheit mit der Zeit bei den meisten Patienten resistent gegen die Therapie.
Die Chemotherapie wird in der Regel nur dann eingeleitet, wenn die Krankheit trotz ADT fortschreitet.

Eine Docetaxel Therapie ist inzwischen (seit Anfang 2017) für Patienten mit einem hormon-sensitiven Prostatakrebs zugelassen.

Die Entwicklung der Prostatakrebs Behandlung geht aber weiter.
Auf dem EAU 2016 wurde gesagt, die kombinierte ADT-Behandlung  und Chemotherapie bei Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem Prostatakarzinom solle sich zum Standardbehandlung entwickeln,  bei Männern mit M1-hormonsensitivem Prostatakrebs.  

Der Arbeitskreis Onkologie (AKO) der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und die Arbeitsgemeinschaft urologische Onkologie (AUO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) empfehlen in Ergänzung der aktuellen S3-Leitinie – in einer gemeinsamen Stellungnahme, Patienten mit hoher Tumorlast die Chemotherapie mit Überlebensvorteils von 17 Monaten anzubieten.

Mein Bericht vom Verlauf der Chemotherapie Behandlung bei metastasierten und noch Hormonsensitiven Prostatakrebs: => chemotherapie-verlauf

 

Quelle: 01.06.2014 Ecancer.org,   14.05.2015: prostatecanceruk.org, Juni 2018: krebsgesellschaft.de und andere

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