WHO-Grading Gleason Score neue Einstufung

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WHO-Grading,  neue Einteilung von Gleason Score nach Epstein


Aus  Gleson Score 6 wird 1, aus 10 wird 5Prostatakrebs Gleason score

Bei dem bisher benutzten dreistufigen Gleason-Grading (6, 7, 8–10) ist schwer eine genaue Prognose für  rezidiv freie Überlebenszeit vorauszusagen.

Prostatakarzinom wird nach der Gleason-Score  einem niedrigen (6), mittleren (7) oder hohen Risiko (8–10) zugeteilt.
Besonders bei Patienten mit einem Score von 7 ist diese Differenzierung problematisch:
Gleason score 4+3 ist mit einer schlechteren Prognose verbunden  als 3+4.

Auch für die Hochrisikogruppe mit Gleason-Score von  8 bis 10  ist diese Differenzierung problematisch da  ein Gleason-Grad von 5  mit schlechteren Prognosen assoziiert wird.

Bei Gleason Score von 6 (auf einer Skala bis 10) denkt der Patient, einen Tumor mit einem mittelgradigen Risiko zu haben.

Die International Society of Urological Pathology hat sich für eine Einteilung der Gleason-Scores in fünf Risikogruppen ausgesprochen.
Das neue Grading-Systems für Prostatakrebs wurde entwickelt und publiziert von Prof. Jonathan Epstein vom John Hopkins Hospital in Baltimore, ML (USA).
Der Vorteil gegenüber der herkömmlichen Dreistufung wurde jetzt in einer weiteren Studie bestätigt.

Schon im Jahr 2013 haben Ärzte des Johns Hopkins Hospital eine neue Abstufung vorgeschlagen.
Es werden fünf Gruppen unterschieden:

  • 1 aus Gleason-Score ≤ 6
  • 2 aus Gleason-Score 3+4
  • 3 aus Gleason-Score 4+3
  • 4 aus Gleason-Score 8
  • 5 aus Gleason-Score 9–10

Diese Abstufung wird inzwischen auch von der International Society of Urological Pathology (ISUP) befürwortet und von der WHO akzeptiert.

Die fünf Gruppen sind mit unterschiedlichen Rezidivirisiken  verknüpft und ermöglichen eine  genauere Vorhersage als die herkömmliche dreistufige Einteilung.

Ärzte des University of Michigan Medical Center in Ann Arbor haben diese neue Einteilung von Gleason Score in einer Kohortenanalyse  von 3715 prostatektomierten Patienten bestätigt. 

Nach der alten Einteilung hatten 41,2% ein niedriges, 50,2% ein mittleres und 8,6% ein hohes Risiko.
Nach der neuen Einteilung waren es mit 1:  29,3%, mit 2: 46,6%, mit 3: 17,2%, mit 4: 3,3% und mit 5:3,4%

Das neue System gibt eine genauere Voraussage des rezidivfreien Überlebens als üblicherweise benutzte dreistufige Gleason-Grading (6, 7, 8–10).

Auch die  Arbeitsgemeinschaft Uropathologie in der  Deutsche Gesellschaft für Pathologie empfehlt die neue Einstufung.
Das neue Bewertungsschema ist seit 2016 WHO-Standard und soll in Verbindung mit dem Gleason-Grading-System eingesetzt werden. Das neue Grading-Schema nach Epstein können Sie sich hier herunterladen:
J._Epstein__Grading_System_Prostate_Cancer__2015_

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pathologie  und SpringerMedizin.de  vom 13.4.2016, 
basierend auf: Spratt DE et al. Independent Surgical Validation of the New Prostate Cancer Grade Grouping System. BJU Int 2016, online 24. März; doi: 10.1111/bju.13488

 

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3 Kommentare

  1. Volker Schüller

    Hallo, bei der letzten Stanze wurde einGleason Score von 4+3 prognostiziert. Was soll ich tun? Meine Ärztin rät zur Entfernung der Prostata, aber da habe ich große Angst vor. Gibt es nicht andere Mittel damit ich um eine Totlaop rum komme? Kann man bei diesem Score bestrahlen bzw Stents einsetzen? Ich fühle mich ziemlich allein gelassen mit meinem Problem, da – wegen eines Umzugs von Hannover nach Krefeld – eine neue Urologin meine Untersuchungen durchführt, aber es fehlt mir noch das Vertrauen zu ihr.
    Freundlliche Grüße
    Volker Schüller

    • Hallo,
      Leider haben Sie Ihren Alter und den PSA-Wert nicht genannt.
      Meiner Erfahrung nach würde ich Ihnen bei Gleason Score von 4+3 auch eine OP mit DaVinci empfehlen.
      Ich hatte vor der OP auch Gleason Score 4+3, was aber nach der OP 4+4 war.
      4+3 kommt bei aggressiven Tumoren vor, wächst schnell und bildet früh Metastasen.

      Von einer OP mit DaVinci brauchen Sie keine Angst zu haben. Wenn die Prostata nicht sehr Groß ist, sind auch die Nebenwirkungen schon nach ca. 2 Monaten meistens gut zu ertragen.
      Gruß, Jacek W.

    • Birgitt Axthelm

      Hallo,
      Mein Mann hatte mit Gleason. Score 4+3 im Mai 2017 HIFU in München Städisches Klinikum Harlaching. Dr. Thüroff wendet diese “experimentelle” Behandlung seit 20 Jahren an, mittlerweile ca. 3.000 Fälle. In Frankreich und Italien Standard…
      Bevor wir auf Dr. Thüroff kamen machte er zur genauen Diagnose erst MRT in Frankfurt Adickesalle (sehr aussagekräftige Bilder, sind auf Prostata spezialisiert), und in Heidelberg in einer Privatklinik Biopsie durch den Damm mit Zuhilfenahme der MRT Daten. Die HIFU wurde von unserer privaten Krankenkasse anstandslos bezahlt, die MRT und Biopsie Kosten stehen noch zur Diskusion.
      Für uns war HIFU eine ausgezeichnete Alternative zur Total OP!
      Liebe Grüße
      Birgitt A.

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